Das Nachleben von Restitution.
Zur Rolle von Restitution für die Opfer-Erfahrung, das Familiengedächtnis und das kulturelle Gedächtnis

Projektbearbeiterin: Nicole L. Immler
Finanzierung: Drittmittel (BM:BWK, Zukunftsfonds)
Projektdauer: 2007–2010

Österreich hat mittels drei verschiedener Fonds in den letzten 15 Jahren verschiedene Maßnahmen für Opfer des Nationalsozialismus ergriffen, und u.a. pauschale wie individuelle Entschädigungszahlungen vorgenom-
men. Dieses Projekt dokumentiert und analysiert via Drei-Generationen-Interviews die Auswirkungen solcher Zahlungen auf AntragstellerInnen und ihre Familien; fragt nach den Erfahrungen mit diesen Maßnahmen und ihrer Bedeutung für die Mitglieder der verschiedenen Generationen. Die bisherige Restitutionspraxis unter dem Gesichtspunkt ihrer Nachwirkungen im psychosozialen Selbstverständnis der Betroffenen und im Familiengedächtnis zu analysieren, verspricht – mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen in einigen Nachkriegsstaaten – in den kommenden Jahrzehnten ein zunehmend relevantes Forschungsfeld zu werden, in dem fundierte Theorie und praktische Handlungsanleitungen (im Sinne von Versöhnung, Verstehen und Dialog) noch fehlen.

 

Publikationen zum Projekt
Restitution und Entschädigung – eine generationenübergreifende Erfahrung. Zur Dynamik des Familiengedächtnisses, in: Ingrid Böhler/Eva Pfanzelter/Thomas Spielbüchler/Rolf Steininger (Hgs.), 7. Österreichischer Zeitgeschichtetag 2008. 1968 – Vorgeschichte – Folgen. Bestandsaufnahme der österreichischen Zeitgeschichte, Studienverlag: Innsbruck/Bozen/Wien, 2010, 453–462.

Restitution and the Dynamics of Memory: A Neglected Trans-Generational Perspective. in: Astrid Erll, Ann Rigney (eds.), Mediation, Remediation and the Dynamics of Cultural Memory (Media and Cultural Memory 10).  De Gruyter: Berlin/New York 2009, 205–228.

„Es sind einfach Zahlungen – keine Wiedergutmachung.“ Stimmen zur Entschädigung im Gespräch mit Familien, in: Alexandra Reininghaus (Hg.), Recollecting. Raub und Restitution (Katalog des Museums Angewandter Kunst), Passagen: Wien 2009, 87–95.

 

Forthcoming Publikationen
“The history, the papers, let me see it!”. Compensation Payments: Between Archive Truth and Family Speculations, in: Irene Levin/Claudia Lenz/Marie Louise Seeberg (Eds.), Holocaust as Active Memory: Public and Private Perspectives, Unipub (forthcoming 2011)

Nicole L. Immler/Ann Rigney/Damien Short (Eds).), Reconciliation & Memory. Critical Perspectives. Memory Studies Vol. 5, Nr. 3, Sage Publications: London (forthcoming July 2012).

 

Workshop – Publikation
Nicole L. Immler (Hg.), ¸The making of…’ Genie: Wittgenstein & Mozart. Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen (Gedächtnis – Erinnerung – Identität 11). Studienverlag: Innsbruck/Wien/Bozen 2009.

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