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Anfang 2007 startete am Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika der ÖAW das Projekt dbo@ema. Rund 10.000 Einträge der Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ) werden aufbereitet und webbasiert einer breiten Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht.

Österreich spricht bairisch - mit Ausnahme von Vorarlberg und Außerfern in Tirol. Doch unterscheiden sich die Mundarten von Tal zu Tal, teilweise sogar von Ort zu Ort. Seit 1913 werden an der ÖAW mundartliche Belege gesammelt. Mittlerweile haben sich geschätzte fünf Millionen Einzelzettel angesammelt. Lexikographisch dokumentiert werden sie im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich (WBÖ).

1993 wurde das Ende der Zettelwirtschaft eingeläutet. Seitdem werden die Handzettel in die Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ) eingespeist, die nun als Basis für das mit Februar 2007 gestartete Projekt dbo@ema dient.

In der DBÖ fließen unter anderem linguistische, kulturhistorische, ethnographische und bibliographische Daten zusammen. Rund 10.000 Datensätze sowie 3.000 Abbildungen sollen im Rahmen des vom FWF finanzierten Projekts dbo@ema webbasiert aufbereitet, georeferenziert, visualisiert und kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

"Mit dbo@ema wird ein lexikographisches Informationssystem entwickelt, das über alle derzeit verfügbaren einschlägigen Suchroutinen eines Wörterbuches weit hinausreicht", erklärt Projektleiterin Eveline Wandl-Vogt vom Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX) der ÖAW.

Ziel ist eine hohe Treffsicherheit bei der Suche gepaart mit optimaler Benutzerfreundlichkeit. Die Benutzeroberfläche soll intuitiv bedienbar, Recherchen sollen sowohl über klassische Eingabemasken als auch über eine interaktive Landkarte möglich sein. Geplant ist auch die Herstellung einer DVD für eine Standalone-Installation.

Auf diese Weise werden erstmals Auszüge der unikalen, heterogenen Dialektdaten, die dem WBÖ als Ausgangsmaterial dienen und die aus allen Teilen des ehemaligen k.-und k.-Österreich zusammengetragen worden sind, als auch eine entsprechende Quellenkritik einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Tätigkeit der Lexikograph(inn)en wird transparenter; weitere (inter- und transdiziplinäre) Arbeiten mit dem Material sollen angeregt und ermöglicht werden. Dabei stehen Vernetzungsmöglichkeiten und die Entwicklung genereller Hilfsmittel für die Arbeit mit Sprachmaterialien im digitalen Umfeld im Zentrum des Projektes.

Das Projekt ist auf 22 Monate konzipiert. Projektpartner des DINAMLEX sind die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Institute für Informatik, Institut für Angewandte Informatik), die Technische Universität Graz (Institut für Geoinformation) sowie die Phillips-Universität Marburg (Forschungsinstitut für deutsche Sprache, Deutscher Sprachatlas).


Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage unter www.wboe.at .


Kontakt:
Mag. Eveline Wandl-Vogt
Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika
Zentrum Sprachwissenschaften, Bild- und Tondokumentation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
1040 Wien, Wohllebengasse 12-14
T +43 1 51581-7282
eveline.wandl-vogt@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/dinamlex


September 2007
Tirol in Brasilienzurück top weiterWie man die Sprache wieder erlernt

 
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Last update: 2007/09/27
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