Cluster - Projekte
| |
ERC-Advanced Grant: Social cohesion, identity and religion in Europe, 400-1200 (SCIRE)
Anfang Dezember 2010 erhielt Walter Pohl den Advanced Grant des European Research Council (Beginn: 1.5. 2011). Das frühe Mittelalter ist jene Zeit, in der sich die ethnische und politische Landschaft Europas herausbildete, gleichzeitig gewannen religiöse Identifikationsangebote zunehmend an Bedeutung. Das Christentum stellte mit der Bibel ein „Repertoire“ von Ordnungs- und Orientierungsmustern zur Verfügung, das bei der Ausprägung einer ethnischen Identität entscheidend mitwirkte. SCIRE untersucht, in welcher Weise religiöse und ethnische Identitäten als Diskursformen und Praktiken interagierten und dadurch eine soziale und kulturelle Matrix für spezifische ethnische Prozesse herausbildeten.
Host institution ist die Universität Wien, die ÖAW ist second beneficiary.
Spezialforschungsbereich (SFB): Visions of Community - Comparative Approaches to Ethnicity, Region and Empire in Christianity, Islam and Buddhism (400-1600 CE) (VISCOM)
Anfang Dezember 2010 wurde nach einem mehrstufigen Verfahren der SFB VISCOM bewilligt (Beginn: 1.3. 2011). Unter der Leitung des Projektsprechers Walter Pohl werden zunächst für vier Jahre Sozialanthropologen und Tibetologen (Zentrum für Asienforschung der ÖAW – Andre Gingrich, Helmut Krasser), Historiker Österreichs und Osteuropas (Univ. Wien, Christina Lutter, Oliver Schmitt) an Hand christlicher, islamischer und buddhistischer Beispiele die Wechselwirkung zwischen religiösen und politischen ‚Gemeinschaftsvisionen’ im Lauf des Mittelalters vergleichend untersuchen.
Der SFB ist an der Universität Wien und an der ÖAW angesiedelt.
Finanziert durch HERA: Cultural Memory and the resources of the past (CMRP)
Europäisches Gemeinschaftsprojekt zur Erforschung von Kulturkontakten und -transfers im frühmittelalterlichen Europa, in Kooperation mit den Universitäten Utrecht (NL), Cambridge und Leeds (GB).
Interdisziplinäres Forschungsprojekt im Rahmen des Stipendienprogramms der ÖAW (DOC-team):
Abendländische Apokalyptik - Zur Genealogie eines religiösen Motivs in der europäischen Kultur“ (2009–2012)
Ein Gemeinschaftsprojekt aus den Bereichen der Geschichts-, Medien-, Sprach- und Literaturwissenschaften.
Gerade abgeschlossen: Wittgenstein Projekt (2005 - 2010)
Das Wittgenstein-Preis-Projekt lief Ende 2010 nach sechs Jahren aus. Es bot einem jungen Team die Gelegenheit, viele Aspekte ethnischer (und anderer) Identitäten im Mittelalter zu behandeln. Dabei wurden viele unterschiedliche Textsorten zumindest exemplarisch nach Spuren von Identitätsbildungsprozessen untersucht, darunter Geschichtsschreibung und Hagiographie, exegetische Texte und Predigten, Briefsammlungen und Biographien, patristische und apokalyptische Schriften. |
Zurück 
Historische Identitätsforschung des frühen Mittelalters
- Annales Fuldenses: Studien zur fränkischen Annalistik. Das Projekt untersucht die handschriftliche Überlieferung einer der wichtigsten historiographischen Quellen des Frühmittelalters. (Richard Corradini) mehr....
- Historische Ethnographie der Franken. Die fränkischen Königreiche des 6.-9. Jahrhunderts stellten eine wichtige Stufe im den langen Prozess der Herausbildung ethnischer Identitäten in Europa dar. Viele moderne Nationen sind letztlich aus dieser fränkischen Erfahrung entstanden. Doch wer waren die Franken? Fränkische Identität ist viel schwieriger zu begreifen als meist angenommen. (Helmut Reimitz) mehr....
- Historische Ethnographie der Vandalen. Ziel des Projekts war es, das vandalische Nordafrika des fünften und sechsten Jahrhunderts zu untersuchen und dabei mit einer weit gefassten Fragestellung auf Strukturen und Hintergründe einzugehen. (Roland Steinacher)
mehr....
- Mehrere Projekte untersuchen hagiographische Texte und Predigten im frühen Mittelalter: Schwerpunkte liegen auf der Überlieferung solcher Texte besonders in Bayern im 8. und 9. Jahrhundert, auf dem Vergleich von homiletischen und hagiographischen Sammlungen sowie den darin vermittelten Identitätskonstruktionen und Gemeinschaftsangeboten in Spätantike und Frühmittelalter.
- Jonas of Bobbio and the Columban familia.Sanctity and Community in the Seventh Century. I am currently writing a book on the seventh-century monastic author, Jonas of Bobbio, and the Columbanian monastic network in Merovingian Gaul and Lombard Italy. I am particularly interested in monastic and secular networks in the seventh century, the Irish ascetic exile and monastic founder, Columbanus, and the construction of monastic identities and ideas of community in Late Antiquity and the Early Middle Ages. (Alexander O'Hara)
- Frühmittelalterliche Urkunden in St. Gallen. Bis zum heutigen Tag werden im Stiftsarchiv St. Gallen weit über 700 frühmittelalterliche Urkunden aus der Zeit vor 920 aufbewahrt. Es handelt sich dabei um einen nördlich der Alpen einzigartigen Bestand von Originaldokumenten, von denen die meisten unmittelbar das frühmittelalterliche Kloster St. Gallen betreffen. (Bernhard Zeller)
mehr....
- Zeitarchive
Anhand ausgewählter spätantiker und frühmittelalterlicher Quellen und Handschriften zur Zeitthematik und Chronographie werden Prozesse analysiert, die die soziale Identitätskonstruktionen im frühmittelalterlichen Europa prägten. (Richard Corradini) mehr....
Zurück 
Kooperationen und Arbeitskreise
- Staat im Früh- und Hochmittelalter, Internationale Projektgruppe zur Entwicklung einer langfristigen Forschungszusammenarbeit.mehr....
- Texts and Identities in the early Middle Agesist der Titel einer internationalen Forschungskooperation des Institut für Mittelalterforschung mit den Universitäten Cambridge, Utrecht, Leeds und Paris I (Sorbonne), die 1996 von Mayke de Jong (Utrecht), Rosamond McKitterick (Cambridge), Walter Pohl (Wien) und Ian Wood (Leeds) gegründet wurde.mehr....
- Am International Medieval Congress Leeds werden jährlich laufende Arbeiten und Projekte des Instituts vorgestellt. Walter Pohl war Mitglied des Programming comitee und koordinierte mit Mitarbeitern der Arbeitsgruppe die Sessions zur frühmittelalterlichen Geschichte, die am Kongress abgehalten werden.
- Arbeitskreis zum christlichen Diskurs der Spätantike und des Frühmittelalters. Der Arbeitskreis versammelt monatlich eine Gruppe von Wissenschaftern unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit den textualisierten Hinterlassenschaften der Spätantike und des Frühmittelalters befassen.mehr....
- Interdisziplinärer Arbeitskreis Frühmittelalter Der Arbeitskreis wurde gemeinsam mit Mitarbeitern des Instituts für Ur- und Frühgeschichte, des Vienna Institute for Archaeological Studies und des Instituts für mittelalterliche Realienkunde als Forum für die Zusammenarbeit zwischen Frühmittelalter-Historikern und Archäologen gegründet.mehr....
- Gerade abgeschlossen: Projekt-Gruppe zur Erforschung der Krise zur Zeit Ludwigs des Frommen. Das internationale, ANR-DFG finanzierte Hludowicus-Projekt (Stefan Esders/Berlin, Philippe Depreux/Limoges) untersuchte verschiedene Aspekte der politischen und sozialen Krise und deren Wahrnehmung zur Zeit Kaiser Ludwigs des Frommen. Der Wiener Beitrag (Richard Corradini) nahm ein Handschriftenensemble von St. Gallen und der Reichenau in den Blick, das unterschiedliche Methoden der Zeitberechnung (Kalendern, Chroniken, Ostertafeln etc.) thematisiert. mehr....
bereits abgeschlosse Projekte befinden sich im ARCHIV.
Zurück 
Elektronische Ressourcen
Zurück 
Das Forschungsfeld der Arbeitsgruppe Frühmittelalter ist die Zeit vom 4. bis zum 11. Jahrhundert in Europa, wobei vor allem schriftliche
Quellen mit historischen Methoden befragt werden, aber auch die interdisziplinäre
Zusammenarbeit mit
Archäologen,
Philologen
usw. gepflegt wird.
Ein vorrangiges Arbeitsgebiet ist die Art und Weise, in der im Frühmittelalter durch sprachliche oder symbolische Kommunikation neue Identitäten und Orientierungsmöglichkeiten geschaffen und verbreitet wurden. Untersucht werden ethnische Prozesse, in denen
sich neue Gruppierungen formierten
(zum Beispiel Franken, Langobarden, Goten, Awaren, Bayern). So entwickelte sich nach
der Auflösung des römischen Imperiums eine
neue ethnische und politische Landschaft in
Europa, etwas, das bis heute Auswirkungen hat.
Ein wichtiges Thema ist daher die
Transformation
of the Roman World, die in einem großen Projekt der European Science
Foundation erforscht wurde.
Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Erschließung der Quellen des
Frühmittelalters durch Editionen, Analyse von Texten und ihrer
Wirkungsgeschichte, Bearbeitung der Überlieferung etc. Derzeit werden u.a. Quellen des
österreichischen Raumes sowie Texte zu Franken und Langobarden bearbeitet.
Da Wien weltweit als ein bedeutendes Zentren der Frühmittelalterforschung gilt, konnten zahlreiche
Kooperationen und Kontakte im In- und Ausland aufgebaut werden. Regelmäßig werden
Vorträge,
Workshops und Symposien
veranstaltet (siehe Seite "Veranstaltungen") und Publikationen
herausgegeben (Siehe Seite
"Publikationen").
Zurück

|