regesta imperii Institut für
Mittelalterforschung
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Sigismund († 1437),
Internationales Projekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, Regesta Imperii, und des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) in Wien Sigismund von Luxemburg (1368–1437), fähigster Sohn Kaiser Karls IV., seit 1387 König von Ungarn, seit 1410/11 König des römisch-deutschen Reiches, seit 1420 König von Böhmen und seit 1433 Kaiser, herrschte über ein geographisch riesiges, vielgestaltiges Reich und sah sich dementsprechend großen Anforderungen gegenüber gestellt. Diese resultierten in regen politischen Aktivitäten Sigismunds, die ihn mehrmals quer durch ganz Europa führten und in den Reformkonzilien von Konstanz und Basel und in Besuchen verschiedener Königreiche Höhepunkte fanden. Damit einhergehend ist ein beachtenswerter Ausstoß an Urkunden, Briefen und Mandaten Sigismunds (die Schätzungen belaufen sich auf ca. 30.000 Stück), die vorwiegend in lateinischer, deutscher und auch tschechischer Sprache seine Kanzlei verließen. Diese Schriftstücke sind die Grundlage jeglicher historischer Forschung über Sigismund und seine Herrschaft und stehen in der Edition der Regesta Imperii XI (Die Urkunden Kaiser Sigmunds 1410–1437, ed. Wilhelm Altmann, Innsbruck 1896–1900) und in wegen ihrer Sprache wenig rezipierten ungarischen Regesteneditionen zur Verfügung, wobei nicht alle Stücke erfasst wurden. Ein Grund dafür ist, dass während fast des gesamten 20. Jahrhunderts aus politischen Gründen eine internationale Kooperation – und nur mit ihr ist eine Bewältigung der großen Zahl an Quellen und Literatur möglich – nicht durchzuführen war. Nach dem Ende des ersten, von 2004 bis 2008 laufenden FWF-Projekts zu den Urkunden Kaiser Sigismunds begannen im November 2008 die Arbeiten im ebenfalls vom FWF finanzierten Anschlussprojekt:
Der ferne Kaiser.
Herrschaftspraxis, Netzwerke und Kommunikation Sigismunds von Luxemburg
(1368–1437) Da Sigismund verstärkt als „Reisekönig“ agierte, war er für seine „Untertanen“ über lange Zeiträume hinweg ein „ferner“ Kaiser und König und übte eine „Herrschaft aus der Ferne“ aus. Im Projekt wird untersucht, wie diese Situation, die hohe kommunikative Ansprüche stellte, Einfluss auf Rekrutierung und Wechsel des personellen Umfeldes Sigismunds und auf die Kommunikation zwischen Sigismund, seinem Hof und den mit diesen in Verbindung tretenden „Untertanen“ nahm. Beantwortet soll zudem die Frage werden, welchen Ausdruck die damalige kommunikative Situation in Quantität und Qualität der schriftlichen Zeugnisse gefunden hat. Als Basisarbeit werden zunächst grundlegende Archivrecherchen geleistet. Wegen der großen Anzahl der Urkunden Sigismunds soll dieser Themenkomplex an drei exemplarischen Herrschaftsräumen Sigismunds in Ostmitteleuropa untersucht werden: Ungarn 1413–1419 (ca. 900 zu übersetzende und erheblich zu ergänzende Regesten des ungarischen Zsigmondkori Oklevéltár), Böhmen (ohne Mähren, geschätzt ca. 1300 Urkunden) sowie Ober- und Niederlausitz und Schlesien (geschätzt ca. 350–400 Urkunden). Als Ergebnis sind zwei Ergänzungshefte der Regesta Imperii XI (Böhmen, Ober- und Niederlausitz und Schlesien), die auch bei den „Regesta Imperii Online“ mit open access eingestellt werden, eine Regestenpublikation bei den „Regesta Imperii Online“ (Ungarn) und begleitende analytische Studien zu den oben angeführten Themen vorgesehen. Mit dem Projekt wird versucht, die Herrschaftspraxis Sigismunds als wichtige Übergangszeit von seinen Vorgängern Karl IV., Wenzel und Ruprecht, die noch „typisch“ mittelalterlich regiert haben, zur bereits auf die Frühe Neuzeit verweisenden Herrschaftspraxis Friedrichs III. und Maximilians I. zu definieren. Neben der laufenden Regestenerstellung publizieren die Projektmitarbeiter Forschungsergebnisse und nehmen an Tagungen teil. Projektleitung: Dr. Karel Hruza Mitarbeiter: Mag. Anna Jagošová (Ungarn), MMag. Alexandra Kaar, MMag. Günter Katzler (Ober- und Niederlausitz und Schlesien). Der Projektleiter gab zudem den Anstoß zu einer Dissertation über die Herrschaft Sigismunds als Markgraf in der Mark Brandenburg, die Franziska Schäfer bei Prof. Dr. Michael Menzel in Berlin erarbeitet hat. Kontakt: karel.hruza[@]oeaw.ac.at; anna.jagosová[@]oeaw.ac.at; alexandra.kaar[@]oeaw.ac.at, guenter.katzler[@]oeaw.ac.at
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Emperor Sigismund,
International Project of the Austrian Academy of Sciences – Regesta Imperii (Vienna) funded by FWF Austrian Science Fund (Vienna) Sigismund of Luxembourg (1368–1437) was crowned King of Hungary (1387), King of the Romans (1410/11), King of Bohemia (1420) and King of the Lombards (1431). In 1433 he was crowned Holy Roman Emperor. The territories he reigned over formed a vast geographical "empire" within Europe, which stretched entirely or partly across today's Germany, Austria, Switzerland, Italy, France, Luxembourg, Czech Republic, Hungary, Slovakia, Poland, Romania, Bulgaria and the successor states of the former Yugoslavia. As Sigismund ruled as a "Reisekönig" (travelling King), for long periods of time he was a "distant" Emperor and King for his "subjects" and exercised a "reign from afar". This project's aim is to research how this situation, which required a well-developed communication network, influenced recruitment and change in Sigismund's personal entourage and the communication between him, his court and the "subjects" seeking him out. Moreover, the question of how this communicative situation is - quantitatively and qualitatively - expressed in written testimonials will also be answered. The basis for this project will be fundamental archive research. Because of the great number of Sigismund charters (about 20,000), this project will focus research on three representative territories of Sigismund's lordship in East and Central Europe: Hungary 1413–1419 (about 900 abstracts of the Zsigmondkori Oklevéltár will be translated and significantly amended), Bohemia (about 350-400 charters from archives) and Upper and Lower Lusatia and Silesia (about 400 charters from archives). The result of the project will be two supplementary journals of the Regesta Imperii (Bohemia; Upper and Lower Lusatia and Silesia), which will also be accessible via open access at the "Regesta Imperii Online", the publication of abstracts at the "Regesta Imperii Online" (Hungary) and related analytical studies about the above-mentioned topics. This project's aim is also to define Sigismund's ruling practice as an important transitional period between his predecessors Charles IV, Wenzel and Ruprecht, who ruled in a "typically" medieval way, and his successors Frederick III and Maximilian I, whose ruling is considered early modern. Moreover, the comprehensive inventories of Sigismund charters in Hungary will be made available to German-speaking research and a revision of the Regesta Imperii XI concerning the historical lands of Bohemia, Upper and Lower Lusatia and Silesia will be realised. This will be an important step towards a modern edition of about 20,000 Sigismund charters. In addition to their work on the regesta the project team members participate in conferences. The leader of the project has proposed the reign of Sigismund as margrave (Markgraf) of Brandenburg as a topic for a doctoral dissertation. This research was carried out by Franziska Schäfer under the supervision of Prof. Dr. Michael Menzel (Berlin). The results of the project will be published at intervals on the Regesta Imperii Online. Most probably, however, the studies will be available in printed form as well: either as journal-articles or in a supplementary volume to Altmann’s work. The team: Dr. Karel Hruza (leader), Mag. Anna Jagošová (Hungary), Mag. Alexandra Kaar (Upper and Lower Lusatia and Silesia).
Contact:
karel.hruza[@]oeaw.ac.at;
anna.jagosová[@]oeaw.ac.at;
alexandra.kaar[@]oeaw.ac.at, guenter.katzler[@]oeaw.ac.at
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