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Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit |
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„Inschriftenlandschaften“ an der oberen Donau:
Der epigraphische
Denkmalbestand der Städte Eferding (OÖ.)
PROJEKT der ÖSTERREICHISCHEN
AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN und des Das Spektrum spezieller Aspekte der Stadtgeschichtsforschung einerseits, die Erschließung von neuen Quellen andererseits haben – in wechselseitiger Beeinflussung – in letzter Zeit eine beträchtliche Ausweitung erfahren. Eine Quellengattung wurde dabei bisher weitgehend außer acht gelassen, nämlich die der Inschriften. Nun sind Inschriften ein spezielles „Medium“ der Schriftlichkeit, in dem die Schrift und ihr Träger nach Inhalt wie nach Gestaltung eine Synthese bilden. Die Spannweite des Gestaltungswillens und der Botschaften, die sie vermitteln, ist dabei sehr groß: sie reicht von ganz schlichten, oft spontan und sehr persönlich gehaltenen „Zeugnissen der Erinnerung“ bis zu Werken von hohem kunst- und kulturgeschichtlichem Rang und repräsentativer Wirksamkeit. Als spezielle „Vorkommenssituation“ von Schrift im öffentlichen (Stadt)raum an einen meist breiten Adressatenkreis gerichtet, sind daher auch sie – neben oder zusammen mit – den konventionellen schriftlichen Quellen des Historikers (in Archiven und Bibliotheken) für die Rekonstruktion bzw. Adjustierung von historischen Strukturen und Bezügen interessant und wichtig. Mit der systematischen und sukzessiven Erst-Erfassung und Erst-Erschließung von regional abgegrenzten inschriftlichen Denkmalbeständen aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit im deutschen Sprachraum leistet das große interakademische Editionsunternehmen „Die Deutschen Inschriften“ im wahrsten Sinne des Wortes Grundlagenforschung, indem es einen stetig anwachsenden „Datenpool“ für vielfältige Fragestellungen komplex aufbereitet: Denn für die Kulturwissenschaften – von den verschiedensten Zweigen der Geschichte über die Kunstgeschichte bis hin zu den Sprachwissenschaften – stellen diese Schriftzeugnisse eine eigenständige und sehr facettenreiche Quellengattung dar. Das dreijährige Forschungsprojekt „Inschriftenlandschaften“ an der oberen Donau erfolgt im Rahmen des interakademischen deutschen Inschriftenwerkes, ist am Institut für Mittelalterforschung der ÖAW verankert und wird vom FWF finanziert; es hat seine Arbeit am 1. Oktober 2005 aufgenommen. Die Donau ist seit jeher – zu Wasser wie auch zu Land entlang des Stromes – einer der bedeutendsten europäischen Verkehrswege für Völkerschaften, Waren und Kultureinflüsse gewesen. Die herrschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen, kunst- und geistesgeschichtlichen Beziehungsgeflechte manifestieren sich natürlich auch in den zahlreichen inschriftlichen Zeugnissen. Für das Laufende Projekt besteht nun eine besonders interessante Konstellation: • Von seiten der Inschriftenkommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Leitung: Univ. Prof. Dr. Walter Koch) stehen derzeit die Inschriften-Editionen der Stadt und des Landskreises Passau in Bearbeitung. • Von seiten der Wiener Inschriften-Arbeitsgruppe wird von der Projektleiterin Dr. Renate Kohn der sehr umfangreiche und vielschichtige inschriftliche Denkmalbestand von Wien / St. Stephan aufgearbeitet. • Herr Doz. Dr. Andreas Zajic, der Projektbearbeiter der Stadt Krems, hat sein Vorgängerprojekt, die „Inschriftenedition Krems Land (Wachau)“ beendet und kann daher seine breitgefächerte Materialkenntnis in das neue Projekt einbringen. • Als früherer freier Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Inschriften in Oberösterreich hat Herr DI Dr. Roland Forster die Bearbeitung der Inschriften der Stadt Eferding und ihres Umlands übernommen. • Schließlich konnte noch die Kunsthistorikerin Dr. Andrea Stockhammer, die bereits in früheren Jahren für die Inschriftenarbeitsgruppe tätig war, für das Team gewonnen werden. Sie wird sich einer spezifischen Denkmalgattung aus dem vielfältigen Bestand widmen, nämlich den monumentalen Rittergrabmälern, zu denen von Seiten der Kunstgeschichte bis dato nur vereinzelte Objektstudien vorliegen. Die Realisierung dieses Projektes neben den weiteren genannten, parallel laufenden Projekten bietet also die Möglichkeit zu wertvollem Erfahrungs- und Informationsaustausch über den „Gartenzaun“ des eigenen Bearbeitungsterritoriums hinaus, d.h. eine wechselseitige Erweiterung und Absicherung der Forschungsergebnisse. Dieses Projekt verfolgt zweierlei Ziele: • Zum einen geht es darum, den reichen inschriftlichen Denkmalbestand der beiden Städte Eferding und Krems – entsprechend den Vorgaben des interakademischen Editionsunternehmens „Die Deutschen Inschriften“ – in Form einer kritischen Edition zu erschließen und zu kommentieren. Damit wird eine weitere wichtige Etappe in der systematischen und vollständigen Erfassung von „Inschriften-Landschaften“ erreicht. • Zum anderen soll versucht werden – und zwar auch im Konnex mit den parallel laufenden Inschriftenprojekten im oberen Donauraum von Passau bis Wien – das inschriftliche Quellenmaterial für spezifische stadt-, sozial- und religionsgeschichtliche, kultur- und kunstgeschichtliche, im speziellen auch inschriftenpaläographische Themenkreise auf einer breiteren Materialbasis vergleichend auszuloten. Dies stellt einen weitgehend neuen Forschungsansatz dar, zu dem auch eine Kooperation mit dem Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der ÖAW in Krems geplant ist. Die Ergebnisse dieses Projektes werden zum einen in zwei Editionsbänden der „Deutschen Inschriften“, zum anderen in Form von kleineren und größeren Einzelstudien (Vorträge, Beiträge in Zeitschriften bzw. auch in Sammelbänden) veröffentlicht werden. |
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