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| 3.1. Das Alte Testament und seine Exegese | 3.2. Zeit und Identität - Zeitarchive | 3.3. Zeit und Apokalypse Das Alte Testament kannte zwei Erklärungen für die Entstehung von Völkern und Sprachen: Die Sprachverwirrung beim Bau des Turms von Babel und die Verbreitung der Nachkommen Noahs über die Erde nach der Sintflut. Wichtiger noch für das christliche Abendland war es, wie die Juden als das auserwählte Volk, seine Nachbarn und Feinde oft ebenfalls als Völker dargestellt wurden. Die heilsgeschichtliche Weltdeutung verband sich mit dem Weltbild der klassischen Ethnographie. So konnten christliche Gelehrte ihre eigene Welt, in der auf römischem Boden Verbände ‚barbarischer‘ Krieger die Macht übernommen hatten, verstehen. Damit legitimierten sie gleichzeitig die neuen Königreiche, die auf ethnischer Grundlage entstanden waren... ...mehr 3.1. Das Alte Testament und seine ExegeseBearbeiterin: Gerda HeydemannDas Alte Testament mit seinen Erzählungen über Israel als auserwähltes Volk im Bund mit Gott bietet reichhaltige Anschlusspunkte für das Nachdenken über ethnische und religiöse Identität und ihre jeweilige Bedeutung für die Formierung von sozialen und politischen Gruppen. Die Wirkmacht Israels als Modell und die christlichen Deutungen der Rolle von Völkern in der Heilsgeschichte lassen sich anhand von frühmittelalterlichen Bibelkommentaren ausgezeichnet untersuchen. So stand der Psalmenkommentar des römischen Senators im ostgotischen Italien, Cassiodor, der bisher von der Forschung weitgehend unbeachtet geblieben ist, im Mittelpunkt einer Fallstudie. Dabei wurde der Kommentar als Teil von Bemühungen um Verständnis und Legitimation einer sich rasch wandelnden sozialen und politischen Ordnung analysiert. Ziel des Projektes war es, auf diese Weise zum Verständnis für die theoretischen Grundlagen und den konzeptuellen Rahmen jener Diskussionen beizutragen, die die Integration ethnisch legitimierter Königreiche in der christlich-römischen Welt begleiteten.....mehr (PDF) Publikationen
3.2. Zeit und Identität - ZeitarchiveBearbeiter: Richard CorradiniEines der wesentlichen Merkmale von Identität ist die Einordnung des Individuums in eine relativ zeitresistente Gemeinschaft. Ziel dieses Projektes war einer Geschichte der Zeitwahrnehmung als einer der fundamentalen kulturellen Kategorien nachzuspüren, die die Konstruktion von Identitäten im frühmittelalterlichen Europa prägten. Wenn man weiß, wie eine Gesellschaft mit ihrer Zeit umgeht, weiß man viel über ihre Wertmaßstäbe: man erfährt über die komplexen Formierungen von oft widersprüchlichen Identitäten historischer Gemeinschaften.....mehr (PDF) Publikationen 3.3. Zeit und ApokalypseBearbeiterin: Veronika WieserZeit war im Frühmittelalter Ansatzpunkt eschatologisch-apokalyptischer Visionen, die als finale Elemente von Zeitkonstruktionen zu interpretieren sind. Doch so wie Zeitwahrnehmungen und -berechnungen sich im Verlauf der europäischen Geschichte änderten, so sind auch die zeitlichen Horizonte eines Weltendes oder -untergangs Verschiebungen und Deutungsänderungen unterworfen. Mit der Schlüsselfrage der Johannesoffenbarung nach der Erfüllung der Zeit war in diesem Projekt nicht nur die Untersuchung von Zeitmodellen und Berechnungstraditionen der europäischen Zeit im ersten Millennium verbunden, sondern auch jene der vielfältigen Deutungsmöglichkeiten des Endes der Zeit und dessen Kontextualisierung.....mehr (PDF) Publikationen |
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