Wörterbuch
der Redensarten zu der von Karl Kraus 1899 bis 1936 herausgegebenen
Zeitschrift »Die Fackel«
100 Jahre »Die Fackel«: Zum Jubiläum erscheint
im Verlag der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften ein umfassendes Wörterbuch mit historischen
Redewendungen, Phrasen und Klischees, die auch für unsere Zeit nichts
an Aktualität eingebüßt haben, wie etwa | ausgebaut
und vertieft | einen Bismarck braucheten wir halt | das Brett
vor dem Kopf | Canossagang | immer feste druff | mir bleibt
doch nichts erspart | Hebung des Fremdenverkehrs | nicht
genannt soll er werden | hüben und drüben | gar
net ignorieren | etwas ist zum Kotzen | mir san ja eh die
reinen Lamperln | made in (Germany) |
mir san mir
| das eigene Nest beschmutzen | mir wern kan
Richter brauchen
| Shakespeare hat alles vorausgewußt | andere Sorgen
haben | den Teufel durch Beelzebub austreiben | las´r verdienen
| da gibt´s keine Würschteln | jemand kann zusperren.
Unter der Leitung des Germanisten Werner
Welzig wurden sämtliche Redensarten der »Fackel«
von einer Projektgruppe
(Hanno Biber, Evelyn Breiteneder, Susanne Buchner,
Heinrich Kabas, Karlheinz Mörth u. a.) erfaßt
und lexikographisch bearbeitet. In dem 1056 Seiten starken Textwörterbuch
sind mehr als 9000 verschiedene phraseologische Formen belegt, 144 Redensarten
werden in ausführlichen Artikeln textlexikographisch dargestellt,
wobei das wissenschaftliche Interesse primär den sozialhistorischen
Inhalten gilt. Die amerikanische Graphik-Designerin Anne Burdick
hat ein typographisch anspruchsvolles, in Dreifarbendruck gesetztes Großformat
gestaltet, das sowohl in der Form wie auch im Inhalt einen neuen Wörterbuchtyp
präsentiert.
© Österreichische Akademie
der Wissenschaften
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Letzte Änderung: 13.12.1999
09:50