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Ignaz L. Lieben-Preis 2011 an Biochemiker Mihály Kovács

Preisverleihung am 24. Jänner 2012 in der ÖAW



Der Ignaz. L. Lieben Preis 2011 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird an Mihály Kovács für seine außerordentlichen Leistungen auf dem Gebiet der Muskelmotorproteine verliehen. Bei der Preisverleihung am Dienstag, dem 24. Jänner 2012 in der ÖAW werden zwei weitere Preise, der Bader-Preis für Kunstgeschichte und der Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften an Nachwuchswissenschaftler(innen) überreicht.

Mihály Kovács

Mihály Kovács, Associate Research Professor am Department of Biochemistry der Eötvös Loránd University in Budapest, befasst sich in seiner Forschungstätigkeit vor allem mit Myosin, einer Familie von Motorproteinen. Diese sind in lebenden Zellen beteiligt, wenn sich Muskeln zusammenziehen, wenn Moleküle innerhalb der Zelle transportiert werden oder sich ganze Zellen fortbewegen. Myosin ist als ein wesentlicher Bestandteil auch an der Umwandlung von chemischer Energie in Kraft und Bewegung beteiligt und ist gemeinsam mit dem fadenförmigen Molekül Aktin für die Muskelkontraktion zuständig.

Mihály Kovács, 1975 geboren, promovierte im Jahr 2002 an der Eötvös Loránd Universität in Budapest und forschte mehrere Jahre mit einem Visiting Fellowship am NIH (National Institutes of Health) in den USA. Seit 2005 ist er Associate Research Professor am Department of Biochemistry der Eötvös Loránd University, im Jahr 2008 habilitierte er sich für das Fach Biologie.

Ignaz L. Lieben-Preis: Ältester Preis der ÖAW

Der älteste Preis der ÖAW, 1863 gestiftet und nach dem verstorbenen Gründer des Bankhauses Lieben benannt, musste 1938 wegen Verfolgung der Stifterfamilie eingestellt werden. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die Physikerinnen Marietta Blau und Lise Meitner sowie die beiden Nobelpreisträger Viktor Hess und Otto Loewi waren Träger des Ignaz L. Lieben-Preises. Die großzügige finanzielle Unterstützung von Isabel und Dr. Alfred Bader, selbst ein von den Nationalsozialisten aus Österreich Vertriebener, hat es ermöglicht, diesen Preis zu reaktivieren und im Jahr 2004 wieder neu auszuschreiben.

Der Preis in Höhe von $ 36.000,-- wird an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten der Molekularbiologie, Chemie und Physik verliehen.

Zwei weitere Preise an junge Wissenschaftler(innen)

Zwei weitere Preise, ebenfalls gestiftet von Dr. Alfred und Isabel Bader, werden für außergewöhnliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftler(inne)n vergeben. Stefan Albl wird mit dem Bader-Preis für Kunstgeschichte für seine Dissertation "Pietro Testa als Maler" ausgezeichnet, die er am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien durchführt. Der Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften geht an Anna Lindemann, die sich in ihrer Dissertation "Die 'Naturwissenschaftlichkeit' der Psychoanalyse" mit der Entwicklung der Psychoanalyse Sigmund Freuds im Kontext der deutschsprachigen Romantik und der "physikalischen Biologie" der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschäftigt.

Die beiden Preise sind mit jeweils $ 18.000,-- dotiert und werden an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, um die Ausarbeitung einer Dissertation oder eines Forschungsprojekts zu ermöglichen.

Die Stifter der Preise: Alfred und Isabel Bader

Alfred Bader, 1924 in Wien geboren, musste nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten seinen Heimatort verlassen und konnte im Dezember 1938 mit dem ersten Kindertransport nach Großbritannien flüchten. Nach seinem Chemiestudium an der Queen's University in Kanada und an der Harvard University gründete Alfred Bader 1951 Aldrich Chemical Co. 1975 fusionierte Aldrich Chemical Co. mit dem führenden biochemischen Zulieferunternehmen Sigma in St. Louis und Alfred Bader war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991 Vorsitzender von Sigma-Aldrich. Schon in seiner Studienzeit zeigte er großes Interesse an Kunst und Kunstgeschichte und gilt heute als einer der renommiertesten Sammler von holländischer Kunst aus dem 17. Jahrhundert.

Alfred Bader hat - in den letzten Jahren gemeinsam mit Isabel - neben den drei Preisen für die ÖAW weitere Preise und Stipendien für Studierende in Kanada, den USA, Großbritannien und der Tschechischen Republik gestiftet.

Preisverleihung am 24. Jänner 2012

Die feierliche Verleihung der Preise findet am 24. Jänner 2012 um 11:00 Uhr in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Johannessaal, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 statt.


Weitere Informationen


Kontakt:
Dr. Barbara Haberl
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Stipendien und Preise
T +43 1 51581-1310
barbara.haberl@oeaw.ac.at


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