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28.09.2011

Willkommen in der Matrix

Präsentation einer Datenbank zur Planetenforschung



Am Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird eine Datenbank entwickelt, die mit Schwerpunkt Europa detaillierte infrastrukturelle Daten zu Raumsonden und Observatorien enthält. Diese sogenannte "Matrix" wird im Rahmen des EU-Projekts Europlanet umgesetzt, dessen Ziel es ist, die Infrastruktur der europäischen Planetenforschung zu optimieren. Den Forscherinnen und Forschern soll ein Tool in die Hand gegeben werden, mit dem sie auf einen Blick sehen können, welche Forschungsarbeiten und -beobachtungen wer/wo/wann mit welchen Instrumenten durchgeführt hat bzw. gerade durchführt: "Diese infrastrukturellen Angaben sollen dazu dienen die europäische Planetenforschung am Boden und im Weltraum zu koordinieren - die Forschungs-Community kann zu einem bestimmten Themengebiet auf einen Blick erkennen, wo und mit welchen Teleskopen/Experimenten bereits Daten gesammelt und analysiert werden bzw. wurden, wer die richtige Ansprechperson ist und in Folge, welche offenen Fragen es noch gibt", erklärt Helmut O. Rucker, wissenschaftlicher Direktor am ÖAW-Institut für Weltraumforschung und Koordinator im Europlanet-Projekt.

Auch Amateure sind inkludiert

Derzeit sind etwa dreißig Raummissionen mit entsprechenden Satelliten und Raumsonden und all ihren Experimenten in die Matrix inkludiert, die Zahl der Bodenstationen geht in die Hunderte. Dabei werden nicht nur professionelle Stationen von Universitäten und Forschungszentren in die Datenbank aufgenommen, sondern auch die große Zahl von Amateuren, die für die Planetenforschung von immenser Bedeutung und mittlerweile aus der Forschung nicht mehr wegzudenken sind: "Amateure verfügen oft über Instrumente, die an die professionelle Ausstattung nicht nur herankommt, sondern sie zum Teil sogar übertrifft. Dazu kommt, dass Amateure über die ganze Welt verteilt sind und sich an keine Beobachtungszeitlimits, wie sie von professionellen Observatorien vorgegeben werden, halten müssen", betont Rucker.

Das ermöglicht Beobachtungen rund um den Globus und rund um die Uhr. Auch am ÖAW-Institut für Weltraumforschung arbeiten die Forscherinnen und Forscher bei der Beobachtung von Exoplaneten und der Auswertung von Daten gezielt mit Amateuren zusammen. Erst im vergangenen Sommer wurden koordinierte Beobachtungskampagnen durchgeführt.

Die "Matrix" wird bei der kommenden Großkonferenz der europäischen und US-amerikanischen Planetenforschung, dem EPSC-DPS Joint Meeting 2011, 2. bis 7. Oktober 2011, Nantes, Frankreich, erstmals der weltweiten Forschungs-Community für ausgiebige Tests zur Verfügung gestellt. Dort werden auch die jüngsten Ergebnisse der Arbeit mit den Amateuren präsentiert.

Europlanet - Planetenforschung optimal vernetzen

Mit dem Projekt Europlanet im 7. Rahmenprogramm der EU soll die europäische Weltraumforschung im Bereich der Planetologie durch die Koordination von über 100 Instituten und Laboratorien intensiviert werden. Das ÖAW-Institut für Weltraumforschung ist maßgeblich daran beteiligt und konnte mit einer halben Million Euro das zweithöchste im Rahmen von Europlanet vergebene Budget lukrieren. Aufgabe des Instituts ist die Koordinierung von boden- und weltraumgebundenen Beobachtungen der Planeten und planetennahen Räumen durch bodengestützte Instrumente sowie Satelliten und Raumsonden. Es ist ebenfalls an der Optimierung der Infrastruktur der europäischen Aktivitäten zu Datenanalyse, Modellierung und Simulation beteiligt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Europlanet ist die Entwicklung der Web-basierten Service-Plattform IDIS (Integrated and Distributed Information Service), über die künftig alle für die Planetenforschung relevanten Labors, Forschungsgruppen und deren Daten abgerufen werden können. Im Rahmen von IDIS ist das ÖAW-Institut für den Teilbereich Weltraumplasmen zuständig.


EPSC-DPS Joint Meeting 2011


Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Helmut O. Rucker
Institut für Weltraumforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Schmiedlstraße 6, 8042 Graz
T +43 316 4120-601
M +43 676 6423770
rucker@oeaw.ac.at
www.iwf.oeaw.ac.at


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