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Partizipation in Technikfragen

Legitime Hoffnung oder bloße Illusion?



Am 20. Juni veranstaltet das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) seine jährliche TA-Konferenz. Bei der diesjährigen Konferenz geht es darum, den Stellenwert von Partizipation neu zu bestimmen. Als Keynote Speaker konnten Thomas Saretzki, Universität Lüneburg, Lars Klüver, Danish Board of Technology und Ulrike Felt, Universität Wien, gewonnen werden.

Es ist paradox: Während Bürgerinnen und Bürger ihre demokratiepolitischen Möglichkeiten der Mitbestimmung zunehmend weniger in Anspruch nehmen, versuchen politische Entscheidungsträger(innen) verstärkt, sie für ausgewählte Themen "ins Boot zu holen" und ihnen eine Stimme zu geben. Ob es nun um neue Technologien geht, um Klimawandel oder Stammzellenforschung - die Meinung der Bürgerinnen und Bürger ist mehr denn je gefragt. "Science goes public" ist mittlerweile zum Schlagwort geworden.

Die Technikfolgenabschätzung (TA) hat eine Reihe von Verfahren entwickelt, um Personen zu beteiligen, die sonst nicht in Prozesse der Technikbewertung involviert sind. Partizipation in Technikfragen soll die Interessen und Werte von Bürgern und Interessengruppen sichtbar machen; sie soll mithelfen, allgemein akzeptierte Lösungen zu finden und die Legitimität von Entscheidungen zu erhöhen. Kurz: Partizipation in Technikfragen soll dazu beitragen, Technisierungs- und Innovationsprozesse zu demokratisieren.

Jedoch: Die partizipativen Ansätze in der TA sind nicht ohne Kritik geblieben. Überzogene Erwartungen, geringes Bürgerinteresse, unzureichende Legitimationsbasis der Beteiligungsverfahren: das sind zentrale Vorwürfe. Gleichwohl ist die Kritik an partizipiativer TA (pTA) bisher kaum systematisch und auf Basis empirischer Analysen entwickelt worden. Deshalb existieren nur wenige belastbare Aussagen über Nutzen und Grenzen einzelner Partizipationsformate.

Die TA'11 zielt darauf ab, den Stellenwert von Partizipation in Technikfragen neu zu bestimmen. Es geht darum, differenzierte Einschätzungen über Nutzen und Grenzen verschiedener Formate der pTA zu entwickeln. Nur so sind begründete Warnungen oder positive Empfehlungen für pTA im Einzelfall möglich.


TA"11: Partizipation in Technikfragen - Legitime Hoffnung oder bloße Illusion?
Termin: Montag, 20. Juni 2011, 10.00 Uhr
Ort: 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, Hauptgebäude der ÖAW
Weitere Informationen


Kontakt:
Sabine Stemberger
Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA)
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Strohgasse 45/5, 1030 Wien
T +43 1 51581-6586
sabine.stemberger@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/ita


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at