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29.08.2011

Die Gesellschaft der Zukunft: städtisch, heterogen und älter

Die ÖAW-Demografin Alexia Fürnkranz-Prskawetz beim Forum Alpbach



Alexia Fürnkranz-Prskawetz, Demografin an der ÖAW, erklärt beim Europäischen Forum Alpbach 2011, wie sich die Bevölkerung in Österreich entwickeln wird und mit welchen ökonomischen Konsequenzen zu rechnen ist. Ihr Resümee: Es ist höchste Zeit, Arbeitsmarkt, Bildungs- und Sozialsystem dem Wandel anzupassen, um die soziale Gerechtigkeit zwischen den Generationen zu erhalten.

Die österreichische Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten auf über neun Millionen anwachsen. Wo wird sich dieses Wachstum abspielen und welche Gruppen der Bevölkerung werden besonders stark wachsen? Darüber gab Alexia Fürnkranz-Prskawetz, Demografin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Professorin für Wirtschaftsmathematik an der TU Wien, bei den Technologiegesprächen beim diesjährigen Europäischen Forum Alpbach (Generalthema: Gerechtigkeit - Verantwortung für die Zukunft) Auskunft. Darüber hinaus präsentierte die Wissenschaftlerin ein differenziertes Bild, welche Herausforderungen auf die Arbeitswelt und das Sozialsystem zukommen. Die fundierten Prognosen seien nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern seien auch als ein Auftrag für die Politik zu verstehen, ist Alexia Fürnkranz-Prskawetz überzeugt.

Die Städte wachsen

Bei der Bevölkerungsentwicklung gibt es zwei Haupttrends, die nicht auf Österreich beschränkt sind: Die Menschen werden bei guter Gesundheit immer älter, und die Bewohner von städtischen Regionen werden immer mehr. Dieses Wachstum zeigt sich in Österreich klar in den Ballungsgebieten entlang der Donau, des Inn, rund um den Bodensee, sowie um Graz und Klagenfurt. Das liegt nicht etwa an einer höheren Geburtenrate oder weniger Sterbefällen, sondern in erster Linie an der internationalen Zuwanderung. Migrant(inn)en siedeln sich vorwiegend in den Städten (zu 37 Prozent in Wien) an. Städte sind für sie attraktiver, weil es hier meist leichter gelingt, eine Verdienstmöglichkeit zu finden. Gleichzeitig erhöhen die Migrant(inn)en damit die Wirtschaftskraft der Region.

Beide oben erwähnten Haupttrends, die Zuwanderung, aber auch die höhere Lebenserwartung der Menschen, bringen eine stärkere Differenzierung der Gesellschaft mit sich. Migrant(inn)en kommen aus unterschiedlichsten Kulturen. Alternde Menschen entwickeln ein sehr individuelles Profil an Stärken und Schwächen, und sie unterscheiden sich deshalb hinsichtlich ihrer Ansprüche und Gewohnheiten stärker voneinander als in jungen Jahren.

Mehr Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren

Prognosen für die kommenden Jahrzehnte zeigen ganz deutlich, dass in Zukunft die Gruppe der Älteren einen wachsenden Anteil an Ressourcen beanspruchen wird. Und dies, obwohl viele ältere Menschen durchaus noch in der Lage und willens sind, einen Beitrag zu leisten. Jene Menschen sind nämlich, verglichen mit derselben Altersgruppe aus früheren Generationen, meist gesünder und könnten bei entsprechenden Maßnahmen (auf gesellschaftlicher, wie auch auf Firmenebene) länger im Arbeitsprozess gehalten werden. Das gilt für Frauen ebenso wie für Männer.

Insgesamt müssten sowohl die Älteren wie auch die Migrant(inn)en verstärkt in den Arbeitsprozess und ins Sozialsystem integriert werden, damit die soziale Gerechtigkeit zwischen den Generationen erhalten bleibt, resümiert Alexia Fürnkranz-Prskawetz beim Forum Alpbach 2011.


Grafiken zu den regionalen Bevölkerungsprognosen
Mehr über "Altern als Chance" mit einem Interview mit Alexia Fürnkranz-Prskawetz


Kontakt:
Prof. Dr. Alexia Fürnkranz-Prskawetz
Institut für Demographie (VID)
Zentrum Sozialwissenschaften
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Wohllebengasse 12-14, 6. Stock, 1040 Wien
T +43 1 51581-7706
alexia.fuernkranz@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/vid


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