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07.04.2011

Zentral- und Osteuropa im Blick

ÖAW vergibt Forschungsstipendium:  Finanzierung durch RZB, Agrana und Uniqa



Zum zweiten Mal verleiht die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) das Central and Eastern Europe (CEE)-Scholarship. Stipendiatin ist die Kultur- und Sozialanthropologin Jelena Tosic, die sich in ihrer Forschungsarbeit mit der Diversität und Koexistenz in einer friedlichen Grenzregion des Balkans befasst. Sie wird ihr Forschungsprojekt im Rahmen der Stipendienverleihung am 12. April 2011, um 19:00 Uhr, in der ÖAW (Theatersaal, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien) vorstellen.

Central and Eastern Europe (CEE)-Scholarship

Zielsetzung dieses Stipendiums ist die Förderung junger, hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Sozialwissenschaften mit Interesse an Forschungsfragen mit starkem CEE-Bezug, die sich habilitieren oder eine habilitationsähnliche Leistung erbringen wollen. Die Finanzierung erfolgt durch drei Unternehmen, RZB, Agrana und Uniqa. Der erste Stipendiat im Rahmen dieser Kooperation, Matthias Fink (Institut für Betriebswirtschaftslehre der Klein- und Mittelbetriebe an der WU Wien), wurde im Juni 2010 an der WU Wien habilitiert.

Jelena Tosic

Jelena Tosic ist Universitätsassistentin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Nach dem Studium der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien (Promotion 2005) führten sie Forschungsaufenthalte ans Max Planck-Institut für Sozialanthropologie in Halle an der Saale und an die Goldsmiths University of London. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Anthropologie (Ost-)Europas, Multikulturalismus/Diversität, Postsozialismus, Globalisierung, Migration und Flucht.

Projekt "Diversität und Koexistenz am Balkan"

Das Forschungsprojekt Jelena Tosics lautet "Diversität und Koexistenz in einer friedlichen Grenzregion des Balkan. Eine anthropologische Annäherung an das gegenwärtige Südosteuropa vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung". Dabei werden Muster und Dynamiken sozio-kultureller Heterogenität und Koexistenz in der Region Shkodra/Skadar entlang der albanisch/montenegrinischen Grenze vor dem Hintergrund der aktuellen europäischen Modelle von Multikulturalismus und Diversität untersucht. Unter anderem soll die Frage beantwortet werden, wie es möglich war, dass diese Grenzregion trotz der Konflikte und Vertreibungen in unmittelbarer Nachbarschaft den Frieden bewahren konnte.

Die ausgewählte Region eignet sich für Vergleiche in mehreren Dimensionen: Es handelt sich um zwei nationalstaatliche Kontexte (Albanien und Montenegro) mit den jeweiligen "spiegelbildlichen" Minderheitengruppen ("Serbo-Montenegriner/innen)" und Albaner/innen), mit ausgeprägter ethnischer und religiöser Diversität, einem gemeinsamen und doch sehr unterschiedlichen historischen Erbe sowie der angestrebten Anbindung an die EU. Ziel des Projekts ist eine Ethnographie, welche die Dynamik der Diversität und Koexistenz der Grenzregion von Shkodra/Skadar erklärend und vergleichend porträtiert. Darüber hinaus soll dieses Projekt einen Beitrag zur vergleichenden Erforschung multiethnischer und multikonfessioneller Regionen Europas leisten und somit zur Weiterentwicklung anthropologischer und allgemein sozialwissenschaftlicher Diskussionen über das Zusammenleben in Differenz in Europa beitragen.

Stipendienverleihung mit einem Vortrag von Jelena Tosic


Kontakt:
Dr. Barbara Haberl
Verwaltungsstelle für Stipendien und Preise der ÖAW
T +43 1 51581?1310 bis 1313
barbara.haberl@oeaw.ac.at
www.stipendien.at


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