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Was Europa gegen Infektionskrankheiten tun sollte

Aus Anlass des Weltgesundheitstages am 7. April fordern Europäische  Wissenschaftsakademien, darunter die ÖAW, gemeinsame Strategien



"Infektionskrankheiten machen zehn Prozent aller Krankheiten in Europa aus. Sie sind nach wie vor eine ernste Bedrohung und werden es auch in Zukunft bleiben. Um dieser Herausforderung zu begegnen braucht Europa neue effektive Partnerschaften zur Gesundheitsförderung zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik", sagt Volker ter Meulen, Vorsitzender des Biosciences Steering Panel of the European Academies Science Advisory Council (EASAC).

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2011 präsentiert die EASAC einen Bericht über die aktuellen und künftigen mit Infektionskrankheiten in Europa verbundenen Gefahren und empfiehlt eine Reihe von politischen Gegenmaßnahmen in der Europäischen Union.

EASAC ist ein Zusammenschluss nationaler Wissenschaftsakademien aus EU-Mitgliedsländern, darunter die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), mit dem Ziel, hoch qualifizierte und unabhängige Beratung in wissenschaftlichen Fragen für Institutionen der EU zur Verfügung zu stellen. Der aktuelle Bericht ("European Public Health and Innovation Policy for Infectious Disease: The View from EASAC - a new report on infectious disease in Europe, and how the EU should be responding to it") ist auf der Website der EASAC abrufbar: www.easac.eu

Resistenz gegen antimikrobielle Medikamente steigt

Über 400.000 Patienten in Europa leiden jährlich unter Infektionen, die durch gegen multiple Antibiotika resistente Bakterien verursacht werden. Das weltweite Ansteigen der Medikamentenresistenz steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgesundheitstages.

Neue Bedrohungen

Mehrere EU-Länder, darunter Griechenland, Rumänien und Ungarn haben über die Verbreitung des potenziell tödlichen "West Nil-Virus" berichtet, der durch Mücken übertragen wird. Das Virus wird vom Insekt beim Biss eines infizierten Vogels aufgenommen und auf den Menschen übertragen. Die West Nil-Krankheit ist eine Zoonose, eine von Tieren auf den Menschen übertragbare Krankheit. Zoonosen sind die Ursache für neu auftretende Krankheiten. Mit dem Temperaturanstieg aufgrund des Klimawandels steigt das Risiko für die Verbreitung von bisher in wärmeren Regionen auftretenden Krankheiten in Europa. Ein weiteres Problem ist das Wiederauftreten von bereits überwunden geglaubten Krankheiten, beispielsweise TBC.

Globalisierung und Tourismus

Krankheitserreger kennen keine Grenzen und die zehn weltweit wichtigsten Drehscheiben im internationalen Flugverkehr liegen innerhalb der EU. Krankheiten, deren Verbreitung früher Wochen oder Monate gedauert hat, kann so innerhalb weniger Stunden über den ganzen Kontinent verbreitet werden.

EU-weite Strategien

EU-weite Maßnahmen auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse sind notwendig, um den mit Infektionskrankheiten verbundenen Gefahren zu begegnen. Der EASAC-Bericht empfiehlt unter anderem eine bessere Koordination der europaweiten Überwachung der Krankheiten, verstärkte Förderung der Grundlagenforschung zur Unterstützung des künftigen Umgangs mit Infektionskrankheiten sowie die Ausbildung der nächsten Forschergeneration für diese Aufgaben.

Zahlreiche Empfehlungen betreffen das Gesundheitswesen: Beispielsweise die Einführung innovativer Methoden zur Entdeckung neuartiger Krankheitserreger, die Überwachung von Hochrisikogruppen innerhalb der Bevölkerung sowie bessere Koordination zwischen Human- und der Veterinärmedizin.
In der Forschung sollte es eine bessere Vernetzung der Disziplinen sowie verstärktes Augenmerk auf bisher vernachlässigte Bereiche der Mikrobiologie geben. Künftige Maßnahmen im Gesundheitsbereich müssten die Schwerpunkte auf bessere Diagnosen und Therapien sowie neue Impfstoffe legen.


Weitere Informationen:
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