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28.10.2010

Jubiläums-Symposium: 100. Geburtstag des ersten ÖAW-Instituts

Am 28. Oktober 1910 wurde das Institut für Radiumforschung als erstes Akademieinstitut gegründet




Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Gründung des Instituts für Radiumforschung der damaligen Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (heute Österreichische Akademie der Wissenschaften, ÖAW) lädt das Stefan-Meyer-Institut für subatomare Physik (SMI) der ÖAW zusammen mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien am 8. November 2010 zu einem Jubiläums-Symposium in den Theatersaal der ÖAW, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien, ein.

Links: Eröffnung des Instituts für Radiumforschung 1910 durch Erzherzog Rainer und Eduard Suess, Präsident der Kaiserlichen Akademie. Foto: Archiv der ÖAW

Die Festveranstaltung beginnt um 10.00 Uhr mit wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen und bringt am Nachmittag einen Überblick über Themenbereiche der Physik, in denen das SMI, ein Nachfolgeinstitut des ehemaligen Instituts für Radiumforschung, aktiv ist.

Das Element Radium war im Jahr 1898 entdeckt worden und gab nicht zuletzt wegen seiner starken Radioaktivität zahlreiche Rätsel für die Wissenschaft auf. Die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien gründete deshalb im Jahr 1910 ihr erstes Institut, das Institut für Radiumforschung, um jenes Element und seine Eigenschaften - allen voran die Radioaktivität - umfassend zu erforschen. Eine großzügige Spende des privaten Mäzens Karl Kupelwieser, sowie der Zugang zum Ausgangsmaterial für Radium (Pechblende) und eine hervorragende internationale Vernetzung der Wiener Wissenschafter(innen) ermöglichten einen exzellenten Start des neuen Instituts. Unter dem Leiter Stefan Meyer stand es im wissenschaftlichen Austausch mit so berühmten Forschungseinrichtungen wie dem Cavendish Laboratory in Manchester (Sir E. Rutherford), dem Radium Institut in Paris (M. Curie) und dem Kaiser Wilhelm Institut in Berlin. Berühmte Mitarbeiter(innen) waren Victor Franz Hess (Nobelpreis 1936) oder George de Hevesy (Nobelpreis 1943), Marietta Blau und Berta Karlik, die das Institut ab 1945 leitete.

Das Institut für Radiumforschung war lange Jahre sowohl Universitätsinstitut als auch Akademieinstitut. Der Universitätsteil ist das heutige Institut für Isotopenforschung der Universität Wien. Der Akademieteil wurde in ein Institut für subatomare Physik umgewandelt und ist nun das Stefan-Meyer-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Von Radiumforschung bis zur subatomaren Physik

Radium war zum Zeitpunkt der Institutsgründung 1910 die einzige bekannte Quelle von Teilchenstrahlung. Der Einsatz dieser Strahlung war der Beginn einer neuen Ära von experimenteller Forschung in der Physik, die noch immer große Aktualität besitzt. Heute wird Teilchenstrahlung in großen Beschleunigern erzeugt. In der Grundlagenforschung erwartet man sich durch solche Experimente ein besseres Verständnis des Aufbaus der Materie. Davon profitieren nicht nur Physik und Chemie, sondern auch Medizin und Materialforschung. Da es in Österreich keine großen Beschleuniger gibt, ist das SMI in internationale Großprojekte eingebunden, beispielsweise in Japan (J-PARC in Tokai) und Deutschland. Beim kürzlich bewilligten Bau von FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) in Darmstadt ist das SMI an maßgeblichen Experimenten mit Antiprotonen beteiligt.


Weitere Informationen zum Symposium
Mehr zur Geschichte des Instituts



Fotos zum Download:
Eröffnung des Instituts für Radiumforschung 1910 durch Erzherzog Rainer und Eduard Suess, Präsident der Kaiserlichen Akademie. Foto: Archiv der ÖAW
Institutseröffnung 1910
Heute befindet sich in diesem Gebäude in der Boltzmanngasse 3 das Stefan-Meyer-Institut für subatomare Physik der ÖAW. Foto: J. Marton
Heute


Kontakt:
Prof. Dr. Eberhard Widmann, Direktor
Doz. Dr. Johann Marton
Stefan-Meyer-Institut für subatomare Physik (SMI)
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Boltzmanngasse 3, 1090 Wien
T +43 1 4277-29701
eberhard.widmann@oeaw.ac.at
johann.marton@oeaw.ac.at
http://www.oeaw.ac.at/smi


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