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28.05.2010

Kulturquartiere in ehemaligen Residenzen

Zwischen imperialer Kulisse und urbaner Neubesetzung




Als Abschluss des mehrjährigen Forschungsprojektes "Die Wiener Hofburg seit 1918. Von der Residenz zum Museumsquartier" findet am 11. und 12. Juni 2010 in der ÖAW und im Architekturzentrum Wien das internationale Symposium "Kulturquartiere in ehemaligen Residenzen. Zwischen imperialer Kulisse und urbaner Neubesetzung" statt. Das Projekt war eines von fünf Teilprojekten des Gesamt-Forschungsprojektes "Die Wiener Hofburg. Forschungen zur Planungs-, Bau- und Funktionsgeschichte" der Kommission für Kunstgeschichte der ÖAW.

Bild: Museumsquartier, Haupthof mit "Stadtmöbeln" (Architekten PPAG), Foto: Maria Welzig

Neben der erstmaligen Präsentation der Ergebnisse der am Projekt beteiligten Forscherinnen und Forscher werden Vortragende aus Berlin, Budapest, Bukarest, Istanbul, Madrid, Moskau, Prag und Wien über unterschiedliche Modelle im Umgang mit ehemaligen Residenzen berichten. "Mit diesem Symposium stellen wir unsere Forschungsergebnisse in einen internationalen Kontext und gehen im Speziellen auf den - für städtische Identitäten seit den 1990er Jahren - zentralen Aspekt der Entwicklung von Kultur- und Museumsforen ein", so die Leiterin des Forschungsprojekts, Maria Welzig. Die Veranstaltung wendet sich an Kulturwissenschaftler(innen), Architekt(inn)en, Expert(inn)en aus anderen Bereichen, wie etwa dem Tourismus, aber auch an allgemein Interessierte.

Die Wiener Hofburg - im gesellschaftspolitischen Wandel seit der Ersten Republik

Als einer der historisch bedeutendsten derartigen Komplexe Europas blieb die Wiener Hofburg auch nach dem Ende ihrer Residenz-Funktion stets im Interesse von Architekten, Stadtplanern und politischen Machtträgern. Zwischen 1918 und 1947 entstanden monumentale Projekte im Geiste der "Forumsidee" des 19. Jahrhunderts. Dies reichte bis hin zur Positionierung des NS-Flakturms in der Achse des "Kaiserforums". Durch seine Bedeutung in der NS-Zeit war das Areal seit der zweiten Jahrhunderthälfte urbanistisch-gestalterisch gewissermaßen tabuisiert.

Vor allem durch die Verkehrsentwicklung wurde der ehemalige Residenz-Bezirk kaum mehr als Einheit wahrgenommen. Es entstand eine Nutzungs-Mischung aus Politik, Kongresstourismus, Wissenschaft und - vor allem - international hochrangigen Museen. Durch die Umwidmung der ehemaligen Hofstallungen und den Bau des MuseumsQuartiers mit seinen zeitgenössischen Institutionen hat eine Gesamtsicht des ehemaligen Residenz-Areals erneut an Bedeutung gewonnen.

Das ehemalige Residenz-Areal im Blickpunkt der Forschung

Heute ist das ehemalige Residenz-Areal nicht nur ein Hauptschauplatz für Kunst und Kultur in Österreich, sondern mit seinen Plätzen und Gärten eine zentrale Bühne urbanen Lebens und gesellschaftspolitischer Ereignisse. Gerade in funktionaler und architektonisch-gestalterischer Hinsicht befindet sich der "Kulturbezirk Hofburg" in Bewegung. "Dies will diese Veranstaltung auf dem Fundament interdisziplinärer historischer Forschung zeigen und zur Diskussion stellen", so Welzig.

Deutlich wird dies auch bereits in den Titeln der drei thematischen Panels des Symposiums: "Bedeutungswandel ehemaliger Residenzkomplexe", "Die Wiener Hofburg als Projektionsfläche" und "Museumsforen im internationalen Städtewettbewerb". Neben Vorträgen nationaler und internationaler Experten gibt es viel Raum für Diskussionen. Exkursionen vor Ort beschäftigen sich mit dem "Grünraum Hofburg" und dem Burgtor.

Weiterbauen. Hofburg und MuseumsQuartier als unvollendete Projekte

Der Abschlusspanel findet im Architekturzentrum Wien statt. Die Architekten und Architektinnen Gabu Heindl, feld72, Gerhard Steixner und PPAG präsentieren in Impulsvorträgen zeitgenössische Projekte für das Areal. Hochrangige Experten und bekannte Areal-Anrainer, wie die Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums, Sabine Haag, diskutieren im Anschluss zum Thema "Weiterbauen. Hofburg und MuseumsQuartier als unvollendete Projekte".


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