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28.01.2010

Florian Schwarz neuer Direktor des ÖAW-Instituts für Iranistik

Er folgt Gründungsdirektor Bert G. Fragner nach




Seit 1. Jänner 2010 ist der Islamwissenschafter Florian Schwarz Direktor des Instituts für Iranistik der ÖAW. Er folgt Gründungsdirektor Bert G. Fragner nach, der in den Ruhestand getreten ist.

Florian Schwarz promovierte 1998 an der Universität Tübingen, Deutschland, in Islamwissenschaft mit einer Arbeit über Sufismus in Mittelasien im 16. Jahrhundert. Anschließend war er für sechs Jahre (1999 bis 2005) Assistent am Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Deutschland. Es folgte eine Assistenzprofessur am Department of History der University of Washington in Seattle, die er bis 2009 innehatte.

Iranisch geprägte Kulturen im Mittelpunkt

Der Forschungsschwerpunkt von Florian Schwarz umfasst die Kulturgeschichte des Iran und Mittelasiens der letzten vier Jahrhunderte. Sein besonderes Interesse gilt deren Beziehungen zu anderen Kulturkreisen insbesondere zu Europa. "Hier hatte und hat vor allem der Iranische Raum schon allein durch seine geografische Lage eine wichtige Brückenfunktion und über die Jahrhunderte hinweg bedeutend intensivere Kontakte gehabt - seien es diplomatische Kontakte oder Handelsbeziehungen -, als allgemein angenommen wird und dementsprechenden Einfluss gehabt", sagt Schwarz. Beispiele wären die Habsburgermonarchie, aber auch Russland. "Wir wollen die Erforschung dieser Beziehungen intensivieren und verstehen wie sich das Verhältnis des Iranischen Raums zu Europa im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und gewandelt hat", beschreibt Schwarz den Fahrplan der nächsten Jahre.

Internationale Kooperationen wesentlich

Dazu arbeitet das Institut für Iranistik mit Forscherinnen und Forschern aus Europa und Asien zusammen. Es bestehen Kooperationen mit Usbekistan, Tadschikistan, Italien, Ungarn, Polen und natürlich mit dem Iran. Konkret in Planung ist eine Kooperation mit Bosnien, im Zuge derer die Rolle der persischen Sprache und Literatur außerhalb des Iran thematisiert werden soll. Das von Bert G. Fragner, Gründungsdirektor des Instituts, initiierte Central European Network of Iranian Studies (CENIS) soll ebenfalls weiter ausgebaut werden.

Wahrung des kulturellen Erbes

Als weitere wichtige, künftig noch auszubauende Aufgabe des Instituts für Iranforschung sieht Florian Schwarz die Erschließung und Sicherung insbesondere von Zerstörung bedrohter Kulturgüter. Aktuell ist Schwarz beispielsweise an einem Projekt beteiligt, welches die Altstadt von Buchara in Usbekistan sowohl kunsthistorisch als auch bauhistorisch untersucht. "Sind Kulturgüter einmal zerstört, sind sie für immer der Nachwelt verloren - und nicht selten drängt die Zeit", so Schwarz.


Mehr zu Florian Schwarz


Kontakt:
Dr. Florian Schwarz
Institut für Iranistik
Zentrum Asienwissenschaften und Sozialanthropologie
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
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T +43 1 51581-7800
florian.schwarz@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/iran


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