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23.02.2010

Medizinische Forschung künstlerisch und transparent sichtbar gemacht

Glasfassade des neuen CeMM Forschungsgebäudes präsentiert




Der international bekannte, österreichische Künstler Peter Kogler hat die 400 m² große Glasfassade des neuen CeMM Forschungsgebäudes vom Inhalt der wissenschaftlichen Arbeiten des Instituts inspiriert, gestaltet. Das eindrucksvolle Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung vieler prominenter SponsorInnen verwirklicht und wurde am 23. Februar 2010 der Öffentlichkeit präsentiert.

Foto: Michael Sazel

Der Standort ist außergewöhnlich! In der geometrischen Mitte des Geländes des Allgemeinen Wiener Krankenhauses werden jährlich fast zwei Millionen AKH-Besucher, PatientInnen, MitarbeiterInnen und StudentInnen der Medizinischen Universität Wien das Kunstwerk wahrnehmen.

Zur Umsetzung des Projekts haben mehr als 50 StifterInnen beigetragen. Neben MitarbeiterInnen des CeMM - Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und vielen befreundeten WissenschaftlerInnen, wie den Wittgenstein-Preisträgern Prof. Max Birnstiel, Prof. Erwin Wagner oder Prof. Meinrad Busslinger, haben sich auch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, EU Kommissar Dr. Johannes Hahn, Bundesministerin Dr. Beatrix Karl, Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer mit dem symbolischen Kauf eines Fassaden-Teils beteiligt. Aber es gibt natürlich auch Personen aus Wirtschaft und Industrie, deren Namen alle auf einer Edelstahltafel vermerkt sind, die am Eingang des Gebäudes angebracht wird. Die Gebäudeeröffnung ist im Sommer geplant.

CeMM Direktor Giulio Superti-Furga freut sich über die gelungene Synergie von Wissenschaft und Kunst: "Der wissenschaftliche Entdeckungsprozess ist sehr kreativ, er lebt vom Geist und der Lust Neues zu entdecken, von der Stimmung der Forscherinnen und Forscher. Die Fassade von Peter Kogler symbolisiert ein neues Verhältnis zwischen medizinischer Forschung und der Gesellschaft, die sie umgibt. Es spiegelt die Verpflichtung des CeMM wider, die eigene Forschung verständlich und transparent zu vermitteln." Gefragt, was ihm besonders an der Fassade gefällt, antwortet Superti Furga: "Peter Kogler hat ein wunderbares Kunstwerk geschaffen, das die molekularen, zellulären und gedanklichen Netzwerke der neuen Forschungsansätze darstellt, und gleichzeitig die Sehnsucht im Forscher weckt, nach noch nicht beschriebenen, mysteriösen und sinnlichen Formen und Strukturen."

Peter Kogler hat die Fassade in Form eines sich wiederholenden, biomorphen Netzwerkes gestaltet. Durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahr 2000 wurde es möglich, Menschen und ihre Komponenten, die Zellen, als das Zusammenspiel aller Genprodukte, also der Proteine, zu erforschen. Proteine arbeiten in kleinen Verbänden, molekularen Maschinen und größeren Netzwerken. Das Verständnis der Zusammensetzung und Funktionen dieser Netzwerke erlaubt es, gesunde und kranke Zustände als eine Veränderung von Gleichgewicht zu begreifen, und dadurch zum Beispiel das Wirken von Arzneistoffen neu zu verstehen und zu gestalten. Das CeMM - Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften versucht dieses Wissen zu nutzen, und arbeitet an einer maßgeschneiderten Medizin der Zukunft, die vorbeugend und voraussagend wirken soll.

Peter Kogler über die Zusammenarbeit: "Ich habe mich immer für Wissenschaftsgeschichte bzw. das, was im Forschungsbereich passiert, interessiert. Diese Beschäftigung war für meine Arbeit meistens produktiv."

Giulio Superti-Furga: "Ich bin sehr stolz, dass es uns gelungen ist, Peter Kogler für dieses Kunstprojekt zu gewinnen und möchte mich bei ihm, Architekt Ernst Kopper und bei allen StifterInnen herzlich bedanken. Sie haben dazu beigetragen, ein Wahrzeichen zu schaffen, das viele Menschen inspirieren wird. Wir leben in einem Zeitalter, in dem die medizinische Forschung und Versorgung immer mehr an Bedeutung gewinnt und dementsprechend auch sichtbar gemacht werden sollte."

Peter Kogler wurde 1959 in Innsbruck geboren und lebt und arbeitet in Wien. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Seit 1979 stellt er seine Werke international aus, unter anderem bei der 46. Biennale in Venedig (1995), im MOMA, New York (2006), bei der Shanghai Biennale (2006), im Kunstverein Hannover (2004), in der Galerie Crone, Berlin (2004), im Kunsthaus Bregenz (2000) oder dem MUMOK, Wien (2008). Mit seinen Rauminstallationen wurde der zweifache DOKUMENTA-Teilnehmer (1992, 1997) zu einem der international bedeutendsten Künstler Österreichs. Seit 2008 unterrichtet er Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München.

Giulio Superti-Furga wurde 1962 in Mailand geboren. Vor fünf Jahren wurde er als Direktor des CeMM, Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, nach Wien berufen. Er gilt als einer der weltweit führenden Forscherpersönlichkeiten auf den Gebieten der molekularen Medizin und der Systembiologie. Seine Arbeit über die Aufklärung molekularer Protein-Netzwerke gehört zu den bahnbrechenden und meist zitierten der postgenomischen Ära. Durch die Erfahrung aus seiner früheren Forschungstätigkeit am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg (EMBL) und der Leitung der von ihm mitgegründeten Firma Cellzome, besitzt Superti-Furga die Fähigkeit aus Ergebnissen innovativer Forschungsarbeit neue Therapieansätze zu gestalten. Superti-Furga ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, sowie der European Molecular Biology Organization (EMBO). Im Dezember 2009 wurde ihm ein hochdotierter und prestigeträchtiger Advanced Investigator Grant des European Research Council (ERC) mit dem Forschungsschwerpunkt Immunologie zuerkannt.

Das CeMM, Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften arbeitet an einer patientengerechteren, personifizierten Medizin der Zukunft und an einer zielgerechteren klinischen Wertschöpfung der Grundlagenforschung. Unser Wissen über biologische und humanbiologische Prozesse explodiert. Gleichzeitig wachsen die Kosten und Chancen im Zusammenhang mit ärztlichen Behandlungen sehr rasch an, und stellen uns vor schwierige moralische Entscheidungen: Wie soll man bessere medizinische Behandlungen finden und sie allen gleichermaßen zur Verfügung stellen? Dies ist eine überwältigende Aufgabe für die Gesellschaft und sprengt mit Sicherheit die Möglichkeiten eines einzelnen Forschungsinstitutes. Dennoch wurde das CeMM im Wesentlichen gegründet, um dieser Beschleunigung des Wissens gerecht zu werden und eine aktive Rolle in der österreichischen biomedizinischen Forschung zu übernehmen. CeMM verfolgt eine anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet der Molekularmedizin durch die Zusammenführung und gegenseitige Beeinflussung von Grundlagen- und klinischer Forschung, wobei Krebs, Entzündungsprozesse und immunologische Krankheiten zu den wichtigsten Forschungsgebieten zählen.


Rainer Fuchs, wissenschaftlichen Leiter des MUMOK, über das CeMM Kunstwerk [PDF]
Fakten der Kunstfassade im Überblick [PDF]



Kontakt:
Prof. Dr. Giulio Superti-Furga
CeMM Direktor
T +43-664-4042300
gsuperti@cemm.oeaw.ac.at
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