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Grundlagenforschung stärken und nicht gegen angewandte Forschung ausspielen

ÖAW-Präsident Helmut Denk: Beide Bereiche als  Katalysatoren  mit gegenseitiger Stimulation



"Eine Stärkung der Grundlagenforschung in Österreich ist eine absolute Notwendigkeit. Gleichzeitig muss Offenheit gegenüber der angewandten Forschung gegeben sein", erklärt der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Helmut Denk. "Es existiert kein Gegensatz zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Echte Innovation und damit auch zukunftsorientierte industrielle Forschung kann nur auf gesicherten wissenschaftlichen Grundlagen beruhen. Andererseits tragen aber auch neue Technologien und Produkte zur Generierung von Grundlagenwissen bei", so der Akademie-Chef.

Statt einseitiger Mehrförderung der angewandten Forschung auf Kosten der Grundlagenforschung - wie kürzlich von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl gefordert - sollte in den Wissens- und Technologietransfer investiert werden. "Neue Kooperationsformen zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen, beispielsweise in Form von Translationszentren, könnten die derzeit noch vielfach bestehende Lücke in diesem Bereich schließen", so Denk.

Grundlagenforschung als Innovationsmotor

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz der Grundlagenforschung zeigt sich nicht zuletzt an einer Vielzahl von an ÖAW-Instituten bearbeiteten Projekten: etwa die Entwicklung von Medikamenten auf molekularer Grundlage und Evaluierung von Biomarkern zum Nachweis von Krankheiten in enger Verbindung mit der Klinik oder die Identifikation von Genfunktionen bei Krankheitsprozessen, z.B. bei Tumorerkrankungen, mit dem Ziel einer spezifischen Therapie.

Das enorme wirtschaftliche Potenzial von Erkenntnissen der Grundlagenforschung hat erst kürzlich die Beteiligung des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline an der österreichischen Firma Apeiron gezeigt. Eine dort durchgeführte Medikamentenentwicklung basiert auf Erkenntnissen des ÖAW-Forschers Josef Penninger.

Forschungen mit ähnlichen Zielen werden am CeMM-Forschungszentrum für Molekulare Medizin betrieben. Ein weiteres Beispiel sind Forschungen zur Quantenteleportation und -kryptographie im Sinne neuartiger Kommunikations- und Rechensysteme am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation. Von hoher gesellschaftlicher Bedeutung wieder sind Untersuchungen zur Bevölkerungsentwicklung, wie sie am Institut für Demographie durchgeführt werden. Interdisziplinarität ist dabei eine besondere Stärke der ÖAW.

Planungs- und Finanzierungssicherheit notwendig

Für die ÖAW ist das klare Bekenntnis von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl für eine starke Grundlagenforschung ein wichtiges zukunftsweisendes Signal. "Die ÖAW wird ihre Position als bedeutendste außeruniversitäre Trägerin der Grundlagenforschung in Österreich weiter ausbauen. Dazu bedarf es mehrjähriger finanzieller Planungssicherheit. In Hinblick auf die FTI-Strategie der Bundesregierung ist es unerlässlich, insbesondere in die verstärkte Förderung von Exzellenzclustern und die Nachwuchsförderung zu investieren", so Denk.


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