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05.02.2010

Der Wandel eines Begräbnisrituals und seine Folgen

Internationales Symposium vom 11. bis 12. Februar 2010



Im 13. Jahrhundert v. Chr. veränderten sich in weiten Teilen Mitteleuropas die Grabsitten fundamental. Die Ursachen dafür liegen weitgehend im Dunkeln. Doch die Folgen waren weitreichend. Vom 11. bis 12. Februar 2010 findet an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ein hochkarätig besetztes internationales Symposium zur Urnenfelderkultur und ihren Nachbarkulturen auf dem Balkan statt. Es wird von der Mykenischen und der Prähistorischen Kommission der ÖAW veranstaltet.

Urnen- statt Erdgräber

Im 13. Jahrhundert v. Chr. wurden die Toten plötzlich nicht mehr, wie bis dahin üblich, in Erdgräbern bestattet, sondern verbrannt und in Urnen beigesetzt. Diese charakteristische Bestattungsweise wurde namengebend für die sie praktizierende Urnenfelderkultur.
Hinter diesem radikalen Wandel des Begräbnisrituals verbergen sich weitreichende Veränderungen der Gesellschaft und der religiösen Vorstellungen, deren Details unbekannt sind. Fest steht jedoch, dass die Urnenfelderkultur eine gewaltige Dynamik entfaltete und sich von ihrem mitteleuropäischen Ursprungsgebiet bis nach Westeuropa, Italien und in den Balkanraum ausbreitete. Selbst in Griechenland sind Einflüsse der Urnenfelderkultur nachweisbar. Es ist sogar möglich, dass aus dem Bereich der Urnenfelderkultur stammende Volksgruppen zu den berühmten und gefürchteten Seevölkern gehörten, die um 1200 v. Chr. viele Städte des Vorderen Orients zerstörten und erst vom ägyptischen Pharao Ramses III. besiegt werden konnten.

Internationales Symposium zu Brandbestattungen

Warum breitete sich die Urnenfelderkultur so rasant und weiträumig aus? Welche Kontakte hatten die verschiedenen Regionen Südosteuropas, in denen Brandbestattung praktiziert wurde, untereinander? Diese und andere Fragen diskutieren führende Expertinnen und Experten aus Ungarn, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Griechenland, Deutschland und Österreich im Rahmen des internationalen Symposiums "Brandbestattungen von der mittleren Donau bis zur Ägäis zwischen 1300 und 750 v. Chr.". Das Symposium findet im Theatersaal der ÖAW, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien, statt.


Weitere Informationen


Kontakt:
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Zentrum Archäologie und Altertumswissenschaften
www.oeaw.ac.at/zaa

Dr. Michaela Lochner
Prähistorische Kommission
T +43 1 51581-2401
michaela.lochner@oeaw.ac.at

Dr. Florian Ruppenstein
Mykenische Kommission
T +43 1 51581- 3502
florian.ruppenstein@oeaw.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at