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Kardinal-Innitzer-Preis 2010 an Friedrich Ehrendorfer

Heinz Fassmann mit Würdigungspreis Geisteswissenschaft ausgezeichnet



Der Wiener Botaniker Friedrich Ehrendorfer wurde mit dem großen Kardinal-Innitzer-Preis 2010 ausgezeichnet. Der Preis würdigt alljährlich ein Lebenswerk mit herausragenden wissenschaftlichen Leistungen.

Friedrich Ehrendorfer wurde am 26. Juli 1927 in Wien geboren. Er studierte an der Universität Wien Biologie mit dem Schwerpunkt Botanik und Paläontologie. Im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums forschte er in Kalifornien. Von dort brachte er die synthetische Systematik, die Verbindung von Cytogenetik, Evolutionsforschung und Phylogenie nach Europa und etablierte sie hier.

1965 wurde Ehrendorfer Professor an der Universität Graz, 1970 an der Universität Wien. Er war lange Jahre Vorstand des Instituts für Botanik und Direktor des Botanischen Gartens der Universität Wien. Auch nach seiner Emeritierung 1995 setzte er seine wissenschaftliche Arbeit fort, unter anderem im Rahmen der Kommission für Interdisziplinäre ökologische Studien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Forschungsschwerpunkte sind Untersuchungen zur karyologischen, molekularen und vergleichenden Evolutionsforschung und Biosystematik der Höheren Pflanzen. Wichtig ist für ihn der interdisziplinäre Dialog zwischen einzelnen botanischen Disziplinen. Ehrendorfer initiierte einen Verbreitungsatlas der Gefäßpflanzen Europas, war Mitherausgeber des "Strasburger - Lehrbuchs der Botanik für Hochschulen" und baute die "Österreichische Botanische Zeitschrift" in die international verbreitete Zeitschrift "Plant Systematics and Evolution" um.

1972 wurde Ehrendorfer zum korrespondierenden Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW gewählt, 1975 zum wirklichen Mitglied.

Würdigungspreis an Heinz Fassmann

Mit dem Würdigungspreis im Bereich Geisteswissenschaft wurde der Geograph und Raumforscher sowie Migrationsexperte Heinz Fassmann ausgezeichnet.

Heinz Fassmann wurde am 13. August 1955 in Düsseldorf geboren. Er studierte an der Universität Wien Geographie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Ab 1992 leitete er das ÖAW-Institut für Stadt- und Regionalforschung. 1996 wurde Heinz Fassmann Ordinarius für Angewandte Geographie an der TU München. Seit dem Jahr 2000 lehrt und forscht er wieder in Wien als Professor für Angewandte Geographie, Raumforschung und Raumordnung an der Universität Wien sowie seit 2006 auch als Direktor des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW.

Seit 2004 ist er Obmann der Kommission für Migrations- und Integrationsforschung an der ÖAW, seit 2006 Dekan der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Raumforschung und Raumordnung, Vergleichende Stadtforschung und Stadtentwicklung, Arbeitsmarktforschung sowie Migration-Integration-Segregation.

Im Jahr 2000 wurde Fassmann zum korrespondierenden Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der ÖAW gewählt, 2007 zum wirklichen Mitglied.

Kardinal-Innitzer-Preis

Der Kardinal-Innitzer-Preis ist ein Wissenschaftspreis der Erzdiözese Wien und wird seit 1962 jährlich verliehen. Er ist nach Kardinal Theodor Innitzer benannt und wird in den Bereichen "Lebenswerk", "Geisteswissenschaft", "Naturwissenschaft" und "Publizistik" vergeben. Darüber hinaus erhalten junge Wissenschaftler(innen) Förderpreise.

Die Auszeichnungen wurden am 11. Dezember 2010 von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Erzbischöflichen Palais überreicht.


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