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31.08.2010

Planetenforscher-Elite trifft sich in Graz

Internationaler Workshop "Planetary, Solar and Heliospheric Radio Emissions" vom 15. bis 17. September 2010



Vom Stromnetze überlastenden Sonnensturm bis zur Suche nach erdähnlichen Exoplaneten: Die Erforschung der natürlichen Radiostrahlung ist ein zentrales Thema der Weltraumforschung. Vom 15. bis 17. September 2010 findet in Graz bereits zum siebenten Mal der internationale Workshop "Planetary, Solar and Heliospheric Radio Emissions" (PRE VII) mit hochkarätigen Experten von der NASA über das Imperial College London bis zum CNRS-Observatoire de Paris statt. Veranstalter ist das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Heftige Sonnenstürme können Satelliten zerstören oder das Stromnetz überlasten. Ausgelöst werden sie durch koronale Massenauswürfe, bei denen hochgeladene Teilchen ins All geschleudert werden, in Richtung Erde rasen und mit dem Erdmagnetfeld kollidieren. Wesentliches Werkzeug zur Erforschung dieser Naturgewalt ist die Untersuchung der bei den koronalen Massenauswürfen auftretenden Radiostrahlung.

"Planetary, Solar and Heliospheric Radio Emissions" (PRE VII) ist die Fortsetzung der erfolgreichen Reihe internationaler Workshops in Graz zum Thema Radiostrahlung. 2010 werden rund 80 Experten aus führenden Forschungseinrichtungen in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan , den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland, Schweden, Tschechien, Ukraine sowie den USA erwartet, um die aktuellsten Forschungsergebnisse zum Thema zu diskutieren.

Zu den renommierten Vortragenden zählen zum Beispiel Nat Gopalswamy (NASA Goddard Space Flight Center), Donald A. Gurnett und Bill Kurth (University of Iowa), Philippe Zarka und Milan Maksimovic (CNRS-Observatoire de Paris).

Radiostrahlung von Sonne und Planeten

Die Radiostrahlung der Sonne und der Heliosphäre wird ebenso erörtert wie jene der Radioplaneten unseres Sonnensystems (Erde, Jupiter, Saturn). Auch die potenzielle Radiostrahlung von Exoplaneten wird thematisiert. Diese kann Hinweise auf ein Magnetfeld und damit auf die Existenz einer Biosphäre geben. Denn ohne Magnetfeld ist ein Planet schutzlos der kosmischen Strahlung ausgeliefert und kein Leben kann sich entwickeln.

Aktuelle und künftige Missionen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den neuesten Daten der Raumsonde "Cassini", die seit Juli 2004 im Orbit um den Saturn kreist, sowie auf jenen des Sonden-Duos STEREO, die mit Hilfe der Radiostrahlung die koronalen Massenauswürfe, das heißt die geladenen Teilchen auf dem gesamten Weg von der Sonne bis zur Erde, verfolgen. Auf dem Programm stehen auch zukünftige Missionen wie zum Beispiel die ESA-Raumsonde Solar Orbiter zu Erforschung der Sonne und des Sonnenwindes beziehungsweise die NASA-Raumsonde Juno sowie das NASA-ESA-Gemeinschaftsprojekt Europa Jupiter System Mission (EJSM) zur Erforschung des Jupiters und seiner Monde.

Optimierung der Planetenbeobachtung

Darüber hinaus werden neue Entwicklungen in der Bodenbeobachtung wie die Messung der Radiostrahlung der Sonne und anderer Himmelskörper mit dem Radioteleskop LOFAR Thema der Diskussion sein. Die Optimierung der EU-weiten Koordination von boden- und weltraumbasierten Planetenbeobachtungen ist einer der Schwerpunkte des EU-Projekts EUROPLANET, an dem das Institut für Weltraumforschung der ÖAW maßgeblich beteiligt ist.

Pressegespräch am 15. September 2010

Im Rahmen von PRE VII findet am Mittwoch, 15. September 2010, Meerscheinschlössl, Mozartgasse 3, 8010 Graz (dem Veranstaltungsort des internationalen Workshops), um 10:30 Uhr ein Pressegespräch zu zukünftigen Entwicklungen in der internationalen Weltraumforschung mit namhaften Teilnehmern der Konferenz statt. Die Einladung erfolgt gesondert.


Weitere Informationen zu PRE VII
Hintergrundinformation zu EUROPLANET und dem Thema Radiostrahlung


Kontakt:
Univ.-Prof. Helmut O. Rucker
Institut für Weltraumforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Schmiedlstraße 6, 8042 Graz
T +43 316 4120-601
M +43 676 6423770
rucker@oeaw.ac.at
www.iwf.oeaw.ac.at


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