Suche      Home      Kontakt      Sitemap      Deutsch
25.09.2009

OECD berät in Wien Risikoregulierung der Nanotechnologie

Zusammenfassung des Treffens am 25. September 2009



Im Rahmen einer vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) durchgeführten Veranstaltung trafen sich am 25. September 2009 Mitglieder der OECD-Arbeitsgruppe für Nanotechnologie (OECD-WPN), VertreterInnen österreichischer Ministerien und international renommierte WissenschafterInnen in Wien, um Probleme der Risikoregulierung von Nanotechnologien zu diskutieren. Dieser Roundtable wurde vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Projekt NanoTrust) organisiert.

Am Vormittag eröffneten Prof. Joyce Tait (Universität Edinburgh), Dr. Sergio Bellucci (Schweizer Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung) und Dr. Terry Medley (DuPont/BIAC, USA) die Diskussion mit Präsentationen zu den jeweiligen Hauptthemen des Tages: das Verhältnis von Risikobewertung und Risikomanagement, die Rolle der BürgerInnenbeteiligung im Rahmen der Risikoregulierung und die Anwendbarkeit freiwilliger Regulierungsmechanismen durch die Industrie. Prof. Tait kombinierte den Ansatz des Internationalen Risiko-Governance-Rates (IRGC) mit dem ihres Instituts zu Innovation und Governance. Unter anderem rät ab von einer zu früher Einbeziehung von BürgerInnen in Entscheidungen über die Richtung der Forschung ab und plädierte für dialogorientierte Prozesse dann, wenn es um die Entscheidung über marktfähige Anwendungen geht.

Dr. Bellucci stellte das Schweizer Beteiligungsverfahren (PubliFocus) zur Nanotechnologie dar und betonte die Notwendigkeit einer frühzeitigen Einbeziehung von Meinungen der BürgerInnen. Diese sprachen sehr konkrete Empfehlungen aus, z. B. dass ein Bedarf für einen klaren Ansatz etwa im Bereich der Kennzeichnung besteht.

Dr. Medley konzentrierte sich nach einem Überblick zu freiwilligen Maßnahmen auf Seiten der Industrie auf das Nano-Risk-Framework 2007 (initiiert durch DuPont und Environmental Defense), welches auch von der Internationalen Standardisierungsorganisation ISO übernommen wurde. Er plädierte für freiwillige, in den Produktentwicklungsprozess eingebettete Verfahren an Stelle von neuer Regulierung, die insbesondere für kleine Firmen prohibitive Zulassungsverfahren nach sich ziehen.

Am Nachmittag wurden diese drei Themenkomplexe in parallelen Diskussionsgruppen vertieft. Dazu haben das NanoTrust-Team und andere vorab Dokumente erstellt und weitere ExpertInnen hielten kurze Vorträge. Die Schlussfolgerungen dieses Tages werden ebenso wie die Präsentationen und Diskussionspapiere über die Webseiten der OECD bzw. von NanoTrust zeitnah zur Verfügung gestellt werden.

Die OECD-Arbeitsgruppe für Nanotechnologie (Working Party Nanotechnology, WPN) berät die Mitgliedsstaaten der OECD bei wissenschafts- und innovationspolitischen Fragen der verantwortungsvollen Entwicklung der Nanotechnologie.


OECD-Nano
BMVIT-Nano
Innogen/Edinburgh
BIAC
TA-Swiss
NanoTrust


Kontakt:
Sabine Stemberger
Institut für Technikfolgen-Abschätzung
Österreichische Akademie der Wissenschaften
T +43 1 51581-6586
sstem@oeaw.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at