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23.11.2009

Giulio Superti-Furga erhält ERC Advanced Investigator Grant

Hoch dotierte Förderung der Europäischen Kommission an Direktor  des CeMM-Forschungszentrums für Molekulare Medizin der ÖAW




Einer der international führenden Forscher auf dem Gebiet der molekularen Medizin, Giulio Superti-Furga, erhält den ERC Advanced Investigator Grant des European Research Council (ERC). Der Advanced Investigator Grant bedeutet eine hohe Auszeichnung für europäische SpitzenwissenschaftlerInnen, ermöglicht die Umsetzung innovativer, hochdotierter Forschungsprojekte und macht wissenschaftliche Exzellenz über die Landesgrenzen hinaus sichtbar. Das beantragte Forschungsprojekt von Giulio Superti-Furga wurde mit zwei Millionen Euro gewürdigt.

Foto: Hans Leitner
Wie kompetitiv die Ausschreibung des ERC ist, zeigt die Anzahl der Bewerbungen, die sich europaweit heuer für alle Wissenschaftsdisziplinen auf 1.584 Anträge belief. Beurteilt wird sowohl die wissenschaftliche Leistung des Antragsstellers als auch die Qualität des Forschungsprojekts, wobei es keine Quotenregelung für Länder gibt, sondern ausschließlich Exzellenz als Entscheidungsgrundlage herangezogen wird. Im Bereich der "Life Sciences" wurden in Österreich seit Start des Programmes bisher der Leiter des CeMM-Schwesterinstitutes IMBA, Josef Penninger, und IMP-Direktor Barry Dickson mit dem ERC Advanced Investigator Grant ausgezeichnet.

Superti-Furga: "Ich freue mich, dass durch die Zuerkennung des ERC Grants unsere bisherigen Arbeiten auf dem Gebiet der systembiologischen Medizin und der Immunologie gewürdigt werden. Mit diesem speziellen Forschungsprojekt erhalten wir nun die Chance, unsere Kenntnisse über die unmittelbaren Reaktionen des Körpers auf Infektionen auszuweiten und in einem nächsten Schritt hoffentlich nutzbringend zur Anwendung zu führen, also die Brücke zur Medizin zu schlagen."

Helmut Denk, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften fühlt sich durch die Bewilligung des ERC Advanced Grants von Giulio Superti-Furga bestätigt: "Mit der Gründung der GesmbHs geht die Akademie neue Wege der Institutsorganisation, und ich bin stolz, dass es Giulio Superti-Furga innerhalb kürzester Zeit gelungen ist, das CeMM als Spitzenforschungsinstitut zu etablieren."

Wolfgang Schütz, Rektor der Medizinischen Universität Wien (MUW), sendet seine Glückwünsche: "Die MUW bietet und pflegt ein aktives und interaktives medizinisches Forschungsumfeld, in dem wir uns auf CeMM als wichtigen strategischen Partner verlassen können. Mit Herrn Superti-Furga wird nun am MUW Campus ein ERC Advanced Investigator Grant Preisträger mit molekularmedizinischem Forschungsfokus tätig sein und international sichtbar gefördert, was ich natürlich sehr befürworte."

Vor vier Jahren wurde Giulio Superti-Furga als Direktor des CeMM, Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, nach Wien berufen. Er gilt als einer der weltweit führenden Forscherpersönlichkeiten auf den Gebieten der molekularen Medizin und der Systembiologie. Seine Arbeit über die Aufklärung molekularer Protein-Netzwerke gehört zu den bahnbrechenden und meistzitierten der postgenomischen Ära. Durch die Erfahrung aus seiner früheren Forschungstätigkeit am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg (EMBL) und der Leitung der von ihm mitgegründeten Firma Cellzome, besitzt Superti-Furga die Fähigkeit aus Ergebnissen innovativer Forschungsarbeit neue Therapieansätze zu gestalten. Diese Eigenschaft kommt den Zielsetzungen des CeMM sehr entgegen. Superti-Furga ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, sowie der European Molecular Biology Organization (EMBO).

Das CeMM arbeitet an einer patientengerechteren personifizierten Medizin der Zukunft und an einer zielgerechteren klinischen und kommerziellen Wertschöpfung der Grundlagenforschung. Während das Wissen über biologische und humanbiologische Prozesse explodiert, wachsen gleichzeitig die Kosten und Chancen im Zusammenhang mit ärztlichen Behandlungen sehr rasch an und stellen die Gesellschaft vor schwierige moralische Entscheidungen: Wie soll man etwa bessere medizinische Behandlungen finden und sie allen gleichermaßen zur Verfügung stellen? Dies ist eine enorme Herausforderung und sprengt die Möglichkeiten eines einzelnen Forschungsinstitutes. CeMM wurde von der Akademie der Wissenschaften im Wesentlichen gegründet, um dieser Beschleunigung des Wissens gerecht zu werden und gemeinsam mit der Medizinischen Universität und dem AKH Wien eine aktive Rolle in der österreichischen biomedizinischen Forschung zu übernehmen.

Zur besseren Umsetzung dieser Ziele entsteht gerade ein neues CeMM Forschungsgebäude Mitten am AKH Gelände. Superti-Furga: "Erst die enge Anbindung an die Medizinische Universität Wien und das Allgemeine Krankenhaus macht die Forschung am CeMM zu etwas Besonderem. WissenschaftlerInnen aus der Grundlagenforschung und ÄrztInnen arbeiten Hand in Hand um klinische Fragestellungen zu lösen und die Vision einer patientengerechtere Medizin umzusetzen."


Kontakt:
Anita Ender
CeMM - Center for Molecular Medicine
of the Austrian Academy of Sciences
Lazarettgasse 19/3, 1090 Wien
T +43 1-40160-70011
aender[at]cemm.oeaw.ac.at
www.cemm.at


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