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27.01.2009

Blaualgen in der Schule

Kooperation zwischen HLFS Ursprung und ÖAW-Institut für Limnologie



Durch eine Initiative der Höheren land- und forstwirtschaftlichen Schule (HLFS) Ursprung, Elixhausen, Salzburg, kooperieren elf Schüler(innen) der Fachrichtung Gen- und Biotechnologie seit Herbst 2008 mit dem Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Mondsee. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Vermittlung von wissenschaftlichen Denkansätzen und Methoden. Dass es dabei um ein zukunftsträchtiges Pilotprojekt geht, in dem untersucht wird, ob sich Cyanobakterien (Blaualgen) als alternatives Düngemittel in der Landwirtschaft bewähren, macht die Kooperation für beide Seite spannend.

Stickstoff ist einer der wichtigsten Nährstoffe in der Landwirtschaft. Eine ertragreiche Feldwirtschaft ist nur auf fruchtbaren Böden möglich. Im Zuge des Pflanzenwachstums werden den Böden aber Nährstoffe entzogen, die die Pflanzen für ihr Wachstum benötigten. Früher konnte durch regelmäßige Fruchtfolgen, das Einhalten von Bracheflächen und Ausbringung von Tierdung einer Auslaugung der Böden entgegengewirkt werden. Durch die Entwicklung von leichtlöslichen, stickstoffhaltigen Mineraldüngern, die jederzeit verfügbar sind, kann heute der verbrauchte Stickstoff rasch wieder auf die Agrarflächen aufgebracht werden. Die negativen Aspekte des beliebten Stickstoffdüngers sind der hohe Verbrauch von fossiler Energie bei der Produktion und die Tatsache, dass nur ein Teil des aufgebrachten Stickstoffs von den Pflanzen direkt verarbeitet werden kann, der überschüssige Rest belastet Grund- und Oberflächenwasser.

Blaualgen als alternatives Düngemittel

Die Fähigkeit einiger Cyanobakteriengattungen Stickstoff in speziellen Zellen, sogenannten Heterocysten, aus der Luft zu binden, diente den Schüler(inne)n der HLFS Ursprung unter der Leitung von Konrad Steiner als Ausgangsidee für ein Projekt zur Erforschung von Blaualgen als alternatives Düngemittel. Dies war der Start für das Kooperationsprojekt mit dem Cyanobakterienspezialisten Rainer Kurmayer vom ÖAW-Institut für Limnologie. Unter wissenschaftlicher und technischer Anleitung werden verschiedene Blaualgengattungen unter vorbestimmten Bedingungen kultiviert und deren Wachstum und Stickstoffgehalt unter möglichst energiesparenden Bedingungen verglichen. Dank des exzellent ausgestatteten Molekularbiologie-Labors der Schule und der großen Motivation der Schüler(innen) konnten bereits die ersten Daten erhoben werden. Die endgültigen Ergebnisse werden für das Frühjahr 2009 erwartet.

Als weiterer Kooperationspartner für das Projekt konnte die Höhere Technische Bundeslehranstalt (HTBLA) Braunau gewonnen werden. Die SchülerInnen der HTBLA entwickeln, in Zusammenarbeit mit den Ursprunger SchülerInnen, einen Algen-Röhren-Reaktor-Prototyp in dem jene Cyanobakteriengattung, deren Wachstum am erfolgreichsten ist, in größeren Mengen effektiv produziert werden soll. Die beiden Schulen haben das Projekt bereits für den diesjährigen Sonderpreis Klimaschutz bei der Aktion "Jugend innovativ" der Austria WirtschaftsService GesmbH (AWS) eingereicht. Förderer sind die Aktion "Forschung macht Schule" und der Bildungsförderungsfonds für Gesundheit und Nachhaltige Entwicklung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.


HLFS Ursprung Gen- und Biotechnologieprojekte
Jungend innovativ
Forschung macht Schule


Kontakt:
Univ.-Doz. Dr. Rainer Kurmayer
Institut für Limnologie
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Mondseestraße 9, 5310 Mondsee
T +43 6232 3125-32
rainer.kurmayer@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/limno

Prof. Mag. Dr. Konrad Steiner
HLFS Ursprung
Höhere Bundeslehranstalt für Landwirtschaft, Ursprung
5161 Elixhausen/Salzburg
T +43 662 480301-0
konrad.steiner@sbg.ac.at
hbla.ursprung.at

Dr. Sabine Wanzenböck
Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Limnologie der ÖAW
Mondseestraße 9, 5310 Mondsee
T +43 6232 3125-48
sabine.wanzenboeck@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/limno


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at