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Bildungsniveau entscheidend für demographischen Wandel

Internationale Konferenz über Zusammenhang zwischen  Bildung und demographischer Entwicklung





Wie wirkt sich das Bildungsniveau auf die Entwicklung von Geburtenverhalten und Sterblichkeit aus? Oft ist dieser Zusammenhang stärker als jener mit anderen Faktoren, etwa Einkommen oder Urbanität. Obwohl der demographische Wandel als eines der derzeit gesellschaftlich relevantesten Themen gilt, fehlen bisher klare theoretische Modelle, die gerade diese Zusammenhänge eindeutig belegen. Im Rahmen der internationalen Konferenz "Education and Demography" werden Expertinnen und Experten aus über zwanzig Ländern aktuelle Forschungsergebnisse zum Einfluss des Bildungsniveaus auf die demographische Entwicklung präsentieren und diskutieren.

Die Konferenz, die vom Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gemeinsam mit dem International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) veranstaltet wird, findet vom 30. November bis 1. Dezember 2009 in Wien statt. (ÖAW, Theatersaal, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19)

"Ziel der Konferenz ist es, Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Bildung und den verschiedenen demographischen Faktoren wie Geburtenrate oder Sterblichkeit gemeinsam statt isoliert zu diskutieren", sagt der Bevölkerungswissenschafter Bilal Barakat vom ÖAW-Institut für Demographie. Die Konferenz bringt einen Überblick über aktuelle Studien aus verschiedenen europäischen Ländern, der Türkei, den USA, Japan und Indien. Anhand der Erkenntnisse sollen Modelle für die Prognose künftiger Entwicklungen des Humankapitals weiterentwickelt werden.

Die Bedeutung der ausdrücklichen Berücksichtigung der Bildungsdimension in demographischen Modellen wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass in manchen afrikanischen Ländern, wie beispielsweise Äthiopien, die durchschnittliche Kinderzahl von Frauen ohne Schulbildung mit sechs Kindern rund dreimal so hoch ist, wie jene von Frauen, die die Sekundarschule abgeschlossen haben. Aber auch in Ländern wie Österreich zeigen sich gravierende Unterschiede in wichtigen Gesundheitsfragen, die ebenfalls von Bedeutung für die menschliche und gesellschaftliche Entwicklung sind. So ist beispielsweise der Anteil der stark Übergewichtigen je nach Alter bei Menschen mit höchstens Pflichtschulabschluss fast dreimal so hoch wie unter Hochschulabsolventen.

Derartige Modelle spielen speziell als Grundlage für politische Entscheidungen eine Rolle. "Bei bildungspolitischen Maßnahmen müssen die Konsequenzen für die Qualifikationsstruktur auf Bevölkerungsebene berücksichtigt werden. Ein höheres Ausbildungsniveau von Frauen und eine möglicherweise gewünschte Erhöhung der durchschnittlichen Kinderzahl kann nur durch gezielte Maßnahmen miteinander vereinbart werden", so Barakat. Aber auch die Alterung der Bevölkerung muss vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass zukünftige Generationen von Senioren, speziell Frauen, über ein weitaus höheres Bildungsniveau verfügen als die heutigen.


Weitere Informationen


Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Lutz
Direktor
Institut für Demographie
Zentrum Sozialwissenschaften
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Wohllebengasse 12-14, 1040 Wien
T +43 1 51581-7702
wolfgang.lutz@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/vid


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