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30.04.2009

Von Farben und Farberkennung

Dieter Oesterhelt am 6. Mai 2009 in der ÖAW



Die Natur ist bunt - aber warum und woher wissen wir das? Tausend farbige Moleküle in der Natur dienen mit ihrem Löwenanteil der Kommunikation von Organismen und zum kleinsten Teil biochemischer Funktion. Balz- und Warnfarben sind die Farbmuster und Mimikry und die Blütenpracht der Pflanzen bieten unzählige Beispiele für diese Kommunikation und liefern eine erste Antwort auf die Frage, warum die Natur bunt ist. Grüne Blätter führen zu den wenigen Klassen von Molekülen mit biochemischer Funktion: hier die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie, die die Pflanze wachsen lässt und vom Blattgrün, dem Chlorophyll, vermittelt wird. Die Frage: "Woher wissen wir das?" führt zum zweiten Prozess der Wechselwirkung von Licht mit belebter Materie: dem Sehvorgang im Auge der Wirbeltiere, der analog auch in Einzellern gefunden wird. Immer vermitteln Pigmente der Netzhaut, chemisch die Retinale, die Information über die beleuchtete Umgebung an den Organismus. Der Vortrag wird die biochemische Wirkung dieser fundamental wichtigen Moleküle schildern und dabei die Vielfalt ihrer evolutionären Verwendung aufzeigen.

Am 6. Mai 2009 widmet sich der deutsche Biochemiker Dieter Oesterhelt vom Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, in seinem Vortrag "Von Farben und Farberkennung" der Frage, was Farbe ist und wie wir sie wahrnehmen. Der Vortrag findet um 18:15 Uhr im Festsaal der ÖAW, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, im Rahmen der Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) statt. Der Eintritt ist frei.

Dieter Oesterhelt (geb. 1940) studierte Chemie an der Universität München und promovierte 1967 in Biochemie. Im Zuge eines Forschungsaufenthalts an der University of California in San Francisco von 1969 bis 1970 konnte er den für das Farb- und Dämmersehen wesentliche Vitamin A Aldehyd (Retinal) sowie ein Rhodopsin-ähnliches Protein (Bacteriorhodopsin) in der Zellmembran von Halobacterium halobium nachweisen. Danach forschte er an der Universität München an der Struktur, Funktion und Biosynthese der Purpurmembran von Halobakterien. Er identifizierte das Bacteriorhodopsin als lichtgetriebene Protonenpumpe, die Lichtenergie in chemische Energie umwandelt. Oesterhelt habilitierte sich 1973. Von 1973 bis 1975 leitete er eine Forschungsgruppe am Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft, Tübingen. Von 1975 bis 1979 war Oesterhelt Professor für Biochemie an der Universität Würzburg. Seit 1979 ist er Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried.

Ulrich Schubert (ÖAW, TU Wien) moderiert die Veranstaltung. Am Tag nach dem Vortrag besucht Dieter Oesterhelt im Zuge der "Junior Academy" das Bundesrealgymnasium/Oberstufenrealgymnasium 1150 Wien, Henriettenplatz 6. Die vom Stadtschulrat für Wien organisierte "Junior Academy" ermöglicht Schülerinnen und Schülern mit international führenden Forscherinnen und Forschern in Kontakt zu treten und mit ihnen über ihre Forschungsarbeit zu diskutieren.

Am 17. Juni 2009 findet der letzte Vortrag der Carl Auer von Welsbach Lectures statt: "Auf der Suche nach der Chemie der Entstehung des Lebens" von Albert Eschenmoser, ETH Zürich. Der Vortrag wirft einen Blick auf den aktuellen Wissensstand zur Entstehung des Lebens aus Sicht der organischen Chemie.

Im Herbst startet an der ÖAW eine neue Vortragsreihe. Bei den Eduard Suess Lectures 2009/2010 stehen die Geowissenschaften im Mittelpunkt: Thematisiert werden Fragen zur Entstehung des Lebens, zum Klimawandel, zu Rohstoffen sowie zu Naturkatastrophen.


Termin:
Dieter Oesterhelt
Von Farben und Farberkennung
Mittwoch, 6. Mai 2009, 18:15 Uhr
Festsaal der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Der Eintritt ist frei.


Das Gesamtprogramm der Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009
Folder [PDF]
Plakat [PDF]


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