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Rudolf M. Brandl neuer Direktor des ÖAW-Phonogrammarchivs

Der Musikethnologe folgt Dietrich Schüller nach



Rudolf M. Brandl, zuletzt Professor für Musikethnologie an der Universität Göttingen, leitet seit 1. Oktober 2008 das Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Er folgt Dietrich Schüller nach, der das Phonogrammarchiv 36 Jahre lang führte.

Der gebürtige Stockerauer (NÖ) Rudolf M. Brandl studierte Musikwissenschaft, Afrikanistik, Ethnologie, Philosophie/Psychologie an der Universität Wien: Seine Karriere begann er 1966 als wissenschaftlicher Angestellter im Phonogrammarchiv der ÖAW. 1975-1982 war er wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin, wo er sich 1982 für Vergleichende Musikwissenschaft habilitierte. Im selben Jahr wurde er als Professor für Musikethnologie an die Universität Göttingen berufen. Seit 1987 ist Rudolf Brandl Mitglied der Südosteuropa-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 1985-1990 war er Chairman des Nationalkomittees der BRD im International Council for Traditional Music ICTM, 1990-2002 Vorsitzender der Fachgruppe Musikethnologie der Gesellschaft für Musikforschung. Im Juni 2008 wurde ihm das Ehrendoktorat der Universität Athen verliehen.

1963 begann Brandl mit Feldforschungen in Griechenland. Es folgten Aufnahmen in Albanien, bei serbischen Gastarbeitern 1973/74 in Wien und seit 1986 in China (Maskenriten, Lokal- und Kunqu-Oper).

Brandl veröffentlichte rund 100 Live-Video-DVDs (Reihe "Orbis Musicarum"), u. a. 2004-2006 gemeinsam mit Prof. Qu Liuyi (Beijing) die erste repräsentative Live-Dokumentation von über 70 Kunqu-Opern aller sieben Kunqu-Truppen in China.

In das Phonogrammarchiv bringt Rudolf Brandl zwei international einmalige Sammlungen ein: die weltweit größte Sammlung traditioneller Volksmusik aus Griechenland sowie die umfangreichste Sammlung chinesischer Opern. Als "Brandl Collection" stehen diese Sammlungen im Phonogrammarchiv für weitere Forschungen zur Verfügung.

Geplant ist die Herausgabe und technische Entwicklung einer neuen Publikationsreihe, eines "Jahrbuchs des Wiener Phonogrammarchivs" mit Feldforschungsberichten. "Diese Reihe soll eine Plattform für verschiedene kulturwissenschaftliche Disziplinen sein", so Brandl. Ausgeweitet sollen auch die Veröffentlichungen von CDs und DVDs werden.

Die Bestände des Phonogrammarchivs, des ältesten audio-visuellen Archivs der Welt, umfassen Schall- und Videoaufnahmen aller Forschungsbereiche, derzeit etwa 64000 Einzelaufnahmen mit einer Gesamtdauer von rund 9600 Stunden. 1999 wurden die Historischen Bestände (1899-1950) des Phonogrammarchivs in das Weltregister von "Memory of the World" der UINESCO aufgenommen und damit als Dokumente von Weltrang ausgezeichnet.


Kontakt:
Direktor Prof. Dr. Rudolf M. Brandl
Phonogrammarchiv der ÖAW
1010 Wien, Liebiggasse 5
T +43 1 4277-29601
pha@oeaw.ac.at
www.pha.oeaw.ac.at


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