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L'ORÉAL Österreich Stipendien

Vier Stipendien für exzellente junge Wissenschafterinnen



Verdoppelung der Stipendien durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung aus den Mitteln von fForte.

Am 21. Oktober 2008 werden vier junge Formal- und Naturwissenschafterinnen in einem Festakt in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit einem L'ORÉAL Österreich Stipendium "For Women in Science" ausgezeichnet. Es sind dies die

  • Atomphysikerin Mag. Sigrid Berkebile-Stoiser von der Universität Graz
  • Zoologin Mag. Monika Eberhard von der Universität Wien
  • Physikerin Dipl. Ing. Dr. Kerstin Hummer von der Universität Wien
  • Mathematikerin Dipl. Ing. Dominique Wagner von der Universität Wien (bis 10/2007 Innsbruck)

Die Stipendien werden heuer zum zweiten Mal von L'ORÉAL Österreich in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergeben. Sie füllen eine Lücke im bestehenden Förderangebot für Frauen in - oder auf dem Weg zu - einer Wissenschaftskarriere in Österreich. Dass wissenschaftlich ambitionierte Jung-Akademikerinnen besondere Ermutigung und Unterstützung am Beginn der Berufslaufbahn brauchen, hat mehrere Gründe: Der niedrige Frauenanteil unter den UniversitätsprofessorInnen&sup1), das Fehlen weiblicher Role-Models und ein Bild der Wissenschaft, das nach wie vor überwiegend männlich geprägt ist.

Zielsetzung und Positionierung

Die L'ORÉAL Österreich Stipendien wollen die Chancen exzellenter Doktorandinnen oder Post-Docs unter 40 Jahren für eine Universitätslaufbahn verbessern. Sie dienen insbesondere der finanziellen Überbrückung von Arbeitsperioden zwischen zwei Langzeitprojekten. So konnten die Stipendiatinnen aus dem Vorjahr dank der L'ORÉAL Österreich Stipendien wichtige Etappen in ihrer Karriere erreichen, wie etwa den Abschluss der Dissertation, die Publikation von Ergebnissen als Voraus-setzung für ein FWF Projekt oder eine Post-Doc-Stelle sowie die Vorbereitung eines Projektantrages. Mit dieser Positionierung greifen die Stipendien dort unterstützend ein, wo die übliche staatliche Projektförderung nicht zum Tragen kommt.

Jedes Stipendium ist mit 15.000 Euro dotiert und hat eine Laufzeit von 6 bis 12 Monaten. Abgesehen von Motivation und Karriereerleichterung wollen die L'ORÉAL Österreich Stipendien "For Women in Science" auch dazu beitragen, der Wissenschaft in der Öffentlichkeit ein neues Gesicht zu geben. Denn der wichtige Beitrag, den Frauen zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten, wird nicht immer ausreichend wahrgenommen. "For Women in Science" schafft mit der öffentlichen Würdigung exzellenter Forschungstalente ein Bewusstsein dafür, dass Forschung die Basis für das künftige Wohl unseres Landes ist und dass sie auch in vielen Fällen ein weibliches Gesicht hat.

Vier exzellente junge Wissenschafterinnen

Die Stipendiatinnen Sigrid Berkebile-Stoiser, Monika Eberhard und Dominique Wagner stehen vor dem Abschluss ihres Doktorats und an der Schwelle zur geplanten wissenschaftlichen Karriere, Kerstin Hummer ist auf dem Weg zur Habilitation. Alle vier Forscherinnen streben eine Universitäts-laufbahn an, für die sie mit ihren exzellenten bisherigen Leistungen beste Voraussetzungen mit-bringen. Mit den Stipendien können sie wichtige nächste Schritte ihrer Karriere vorbereiten.

Hochkarätige Vergabejury

Über die Stipendienanträge entscheidet eine unabhängige Expertenjury nach dem Kriterium der Exzellenz. Jury-Vorsitzender ist Peter Schuster, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Jury-Mitglieder sind sechs UniversitätsprofessorInnen und Akademie-Angehörige: Beatrix Grubeck-Loebenstein, Marianne Popp (Vize-Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission), Renée Schroeder (L'ORÉAL Special Honor Award "For Women in Science" 2001), Karl Sigmund, Georg Stingl und Anton Zeilinger.

Nationale Ergänzung einer internationalen Initiative

Die L'ORÉAL Österreich Stipendien entstanden im Rahmen der internationalen Initiative "For Women in Science". Diese wurde 1998 von L'ORÉAL und UNESCO gegründet, um weltweit den Beitrag von Frauen für die Forschung zu würdigen, Karriere-Hindernissen abzubauen und junge weibliche Talente zur Forschung zu ermutigen. Bisher wurden bereits - neben den L'ORÉAL Österreich Stipendiatinnen 2007 - vier Österreicherinnen ausgezeichnet: Univ. Prof. Renée Schroeder und Univ. Prof. Andrea Barta sowie Dr. Andrea Hickel und Dr. Irene Maier.

Frauenförderung als gemeinsame Ziel

Die Kooperationspartner verbindet ihr Engagement für die Forschung und die gezielte Förderung von Forscherinnen. L'ORÉAL ist als größtes Kosmetikunternehmen weltweit führend in der Forschung und investiert dafür jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro. 55% der 3.000 MitarbeiterInnen in der Wissenschaft sind weiblich. L'ORÉAL pflegt auch in Österreich intensive Beziehungen zur Scientific Community und kooperiert etwa mit Universitäten, Dermatologen und Pharmazeuten.

Auch für die UNESCO, zu deren Hauptprogrammen die Wissenschaft im Dienst der Entwicklung gehört, ist die Teilnahme der Frauen an wissenschaftlicher Forschung nicht nur ein wünschenswerter Gedanke, sondern eine absolute Notwendigkeit, so UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura. Gabriele Eschig, Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission, betont die Bedeutung einer öffentlichen Würdigung im Rahmen der Stipendienvergabe: Die Sichtbarmachung der außerordentlichen Leistungen junger Forscherinnen ist ein besonders wichtiger Aspekt, da eine Vorbildwirkung für junge Frauen erzielt und ein Interesse an einer Karriere in der Forschung geweckt werden kann.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften setzt mit der Kooperation einen erfolgreich begonnenen Weg in der Frauenförderung fort. Schon jetzt sind mehr als die Hälfte der ÖAW-StipendiatInnen weiblich. Die Kooperation ist darüber hinaus Ausdruck eines modernen Wissen-schaftsmanagements durch Vernetzung mit der privaten Forschung. Es ist besonders wichtig, junge Wissenschaftlerinnen durch geeignete Förderung für die Forschung in der Mathematik, den Natur-wissenschaften und der Medizin zu motivieren, da diese Disziplinen bisher stark männlich dominiert waren, erklärt Peter Schuster, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


1) Obwohl mehr Frauen als Männer naturwissenschaftliche oder medizinische Studien absolvieren, erreichen sie viel seltener Spitzen-positionen in der Forschung. Die Universität Wien weist Frauenanteile für alle Fakultäten gesondert aus. Danach betrug im Studienjahr 2005/06 der Anteil der Frauen an den Studierenden aller formal- und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen 54 Prozent und an den Absolventinnen sogar 59. Die Statistik für Gesamtösterreich (alle Universitäten) des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (Abt. I/9) aus 2/2007 weist keine Unterteilung in Fakultäten sondern nur Gesamtzahlen sowie einzelne Studienrichtungen aus. Danach zeigen sich folgende Frauenanteile bei den Studienabschlüssen des Studienjahres 05/06: Humanmedizin 59 Prozent, Mathematik 50 Prozent, Physik 25 Prozent. Bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern weist die angesprochene Statistik der Universität Wien (2007) folgende Frauenanteile an allen formal- und naturwissenschaftlichen Fakultäten: 30 Prozent Assistentinnen, 14 Prozent Dozentinnen, 5,5 Prozent Professorinnen. Per 31.12. 2007 betrug der österreichweite Anteil der Frauen (alle Fakultäten aller Universitäten, inklusive Geistes- und Sozialwissenschaften, aber ohne Musik- bzw. Kunstuniversitäten) an den Assistenten 32 Prozent, an den Dozenten 18 Prozent und den Professoren 12 Prozent, an der Technischen Universität Wien beispielsweise nur 17 Prozent Assistentinnen, sieben Prozent Dozentinnen und fünf Prozent Professorinnen (bmwf, Abt. I/4 & I/9).


Fotos der Stipendiatinnen zum Downloaden
Weitere Informationen zur Verleihung
www.forwomeninscience.com


Kontakt:
Dr. Alexandra Pifl
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