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Internationaler Tag der Artenvielfalt

22. Mai 2008



Die weltweite Zerstörung von Lebensräumen bedrohter Arten nimmt in dramatischem Maße zu. Etwa 16.000 der bisher bekannten Tier- und Pflanzenarten waren im Jahr 2007 laut Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht, dabei sind viele Arten noch gar nicht erforscht. Einige Spezies werden voraussichtlich schon aussterben, bevor sie vom Menschen überhaupt entdeckt worden sind. Das Aussterben von Arten ist zwar ein natürlicher Prozess, der auch ohne das Zutun des Menschen vor sich gehen würde, durch den starken anthropogenen Einfluss wird die Geschwindigkeit, mit der Arten aussterben, jedoch drastisch erhöht. Allein zwischen den Jahren 1970 und 2000 hat die Gesamtzahl der bekannten Arten um 40 Prozent abgenommen.

Unter dem Begriff "Biodiversität" versteht man nicht nur die Anzahl der verschiedenen, existierenden Pflanzen- und Tierarten, sondern auch deren genetische Vielfalt und die Variabilität ihrer Lebensräume (Ökosysteme). Im Jahr 2002 beschlossen die Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention das "2010-Ziel": Die Rate des Verlustes der biologischen Vielfalt soll bis zum Jahr 2010 signifikant reduziert werden. Dies soll einerseits helfen die biologische Vielfalt, andererseits auch die Vielfältigkeit von Ökosystemen zu erhalten und deren Degradation entgegenzuwirken. Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft wurde im Jahr 2001 sogar der Stopp des Verlustes an biologischer Vielfalt bis 2010 gefordert.

Durch die Einführung so genannter "Natura 2000" Gebiete durch die Europäische Union (EU), wurde ein ökologisches Netz an besonderen Schutzgebieten im Gebiet der europäischen Union geschaffen. Natura 2000 ist ein europaweites System von Schutzgebieten, das mit dem Ziel errichtet wird, die Vielfalt der Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten auf Dauer zu erhalten. Rechtliche Grundlage der Natura 2000 Gebiete ist die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU.

Das Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beschäftigt sich schon seit Beginn dieses Jahrtausends mit dem Forschungsschwerpunkt Biodiversität. Zur Zeit werden am Institut in Mondsee gewässerökologische und genetische Untersuchungen zum Thema "Entstehung und Erhaltung der Diversität und Komplexität auf der Ebene des Individuums, der Population, der Art und des Ökosystems" durchgeführt. Der Mondsee in Oberösterreich, welcher selbst eines der Natura 2000 Gebiete darstellt, ist dabei einer der Lebensräume, der von den Limnologen untersucht wird. Ausschlaggebend für die Ernennung dieses Natura 2000 Gebietes war das eng begrenzte Vorkommen des Perlfisches, eines karpfenartigen Fisches, in Mond- und Attersee. Im Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Limnologie wurden die ökologischen Bedürfnisse dieser Art untersucht und somit die Grundlage für einen nachhaltigen Schutz dieser Art gebildet (Österreichs Fischerei Mayr & Wanzenböck 2006).

In einem weiteren Forschungsprojekt werden genetische Untersuchungen an Coregonen (Reinanken) im See durchgeführt um dadurch Daten über eine mögliche Kreuzung von Besatzfischen mit den ursprünglich in den Seen vorhandenen Fischarten zu erhalten. Der Schutz ursprünglicher Coregonenarten und ihrer Lebensräume steht dabei im Vordergrund. Bei den Projekten des Instituts im mikrobiologischen Bereich (Weisse, Boenigk, Hahn, Kurmayer) geht es vor allem um die Erforschung der genetischen und physiologischen Anpassung bekannter und bisher noch unbekannter Einzeller und Kleinstlebewesen in ihrem Lebensraum.


Kontakt:
Dr. Sabine Wanzenböck
Institut für Limnologie
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Mondseestraße 9, 5310 Mondsee
T +43 6232 3125-16 oder 48
sabine.wanzenboeck@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/limno


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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