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Limnologie: österreichisch-afrikanische Zusammenarbeit

Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer




Im Rahmen seiner Afrika-Reise besuchte Bundespräsident Heinz Fischer jenes Forschungsinstitut in Äthiopien, an dem österreichische Limnologen gemeinsam mit internationalen und afrikanischen Institutionen an einem EU-Projekt zur Vereinfachung der Fischzucht in ländlichen Gebieten und Erhöhung der Rentabilität arbeiten.

Das National Fisheries & other Living Aquatic Resource Research Center (NFLARR) in Sebeta ist die äthiopische Zentrale des EU-Projekts BOMOSA, dessen Ziel die nachhaltige Produktion von Fisch ist. Dadurch soll die Eiweißversorgung und somit die Ernährungssituation aber auch die Einkommenssituation der ländlichen Bevölkerung in Äthiopien, Kenia und Uganda verbessert werden. Das BOMOSA-Projekt wird aus Mitteln der EU finanziert, von der Universität für Bodenkultur in Wien koordiniert und gemeinsam mit dem Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Mondsee sowie acht internationalen Partnerinstitutionen in Äthiopien, Kenia und Uganda durchgeführt.

Lokal angepasste Fischzuchtsysteme mit möglichst minimalen Auswirkungen auf die Umwelt aber hoher ökonomischer Effizienz werden dabei aufgebaut. Die Fischzucht wird von organisierten Dorfgemeinschaften und Schulen durchgeführt, in Zusammenarbeit mit Regierungsorganisationen und Forschungsinstitutionen des BOMOSA-Projektkonsortiums.

Ausbildungsprogramme am ÖAW-Institut

Wissenschaftliches Know-how aus Österreich wird seit langem in vielen Bereichen der Limnologie vermittelt. Der Direktor des NFLARR, Kassahun Desta Asaminew, ist einer von 24 äthiopischen Absolventen eines der International Training Programmes in Limnology (IPGL), die vom ÖAW-Institut für Limnologie in Mondsee organisiert und durchgeführt werden. In den letzten zehn Jahren besuchten neun Wissenschafter(innen) des NFLARR-Sebeta IPGL-Weiterbildungsprogramme. Das NFLARR ist das einzige, nationale Forschungszentrum in Äthiopien, das sich sowohl mit Gewässerökologie und Gewässermanagement, Limnologie sowie Fischerei und Aquakultur beschäftigt.

Ziel der IPGL Programme ist es, die Kapazität von Forschungs- und Ausbildungsinstitutionen in Entwicklungsländern zu stärken um adäquate Lösungen für aktuelle und zukünftige Probleme im Wasser- und Umweltbereich zu erarbeiten. In den letzten 32 Jahren wurden 422 Wissenschafter(innen) aus 60 Ländern am Institut für Limnologie im Rahmen von Master-Studienprogrammen und Fachkursen ausgebildet. Die akademischen Weiterbildungsprogramme werden in Kooperation mit österreichischen, afrikanischen und dem "Wasserinstitut" der Vereinten Nationen in den Niederlanden (UNESCO-IHE) durchgeführt.

In praktisch-angewandten Laborkursen, Feldstudien und Exkursionen werden Techniken und Know-how aus vielen Bereichen der Limnologie vermittelt: etwa in der Gewässerökologie und im Gewässermanagement, der Gewässergüte und Wasserqualität, der Fischerei und Fischzucht, im Naturschutz und der Biodiversität sowie bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und ökologischen Wasserbaumaßnahmen.

Grundlage für den Erfolg der österreichisch-afrikanischen Zusammenarbeit im Rahmen von IPGL ist die mehr als 32-jährige Finanzierung durch die österreichische Entwicklungszusammenarbeit und die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Bereich Programmentwicklung.

Netzwerk von Wasser- und Umweltexpert(inn)en im östlichen Afrika

Im Jahr 2003 gründete eine Gruppe von ostafrikanischen IPGL-Absolvent(inn)en mit organisatorischer Hilfe des ÖAW-Instituts für Limnologie und finanzieller Unterstützung durch die österreichische Entwicklungszusammenarbeit die Eastern Africa Water Association (EAWA). Mit mehr als 210 Mitgliedern in insgesamt sieben Ländern ist EAWA das derzeit größte Netzwerk von Wasser- und Umweltexpert(inn)en im östlichen Afrika. Das NFLARR Institut in Sebeta ist Teil dieses Netzwerks. Im Rahmen von regelmäßigen Workshops werden aktuelle Probleme im Wasser- und Umweltbereich aufgezeigt, Lösungsansätze diskutiert und regionale Aktivitäten ausgearbeitet.


Bilder zum Besuch:
Bild 1
Bild 2


Weiterführende Links:
www.oeaw.ac.at/limno
www.ipgl.at
www.bomosa.org


Kontakt:
Mag. Gerold Winkler
IPGL-Office, Institut für Limnologie
Mondseestrasse 9, 5310 Mondsee
T +43 6232 4079
ipgl.mondsee@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/limno


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