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29.08.2008

Stile wissenschaftlichen Denkens

Konferenz zur Wissenschaftsgeschichte in Wien



Die europäische Wissenschaftsgeschichte ist durch eine Vielfalt von "Denkrichtungen" geprägt. Welche philosophischen, kulturellen, religiösen, politischen und wirtschaftlichen Einflüsse haben zu diesen verschiedenen Stilen im wissenschaftlichen Denken geführt und wie haben sie die weitere Entwicklung von Wissenschaft und Technologie beeinflusst? Wie haben sich solche Traditionen des Denkens über Generationen weiterentwickelt, wie haben sie sich verändert und welche Faktoren werden das wissenschaftliche Denken in Zukunft beeinflussen? Unter dem Titel "Styles of Thinking in Science and Technology" widmet sich die Dritte Konferenz der European Society for the History of Science vom 10. bis 12. September 2008 diesen komplexen Fragestellungen. Organisiert wird die Konferenz von der Kommission für die Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Wien, das einst eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Wissenschaften gespielt hat, ist ein idealer Standort für diese Konferenz. "Wir erhoffen uns von der Konferenz eine Art Initialzündung, Wissenschaftsgeschichte hierzulande wieder stärker in den Blick rücken", sagt Hermann Hunger, Obmann der Kommission für die Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin und wissenschaftlicher Leiter der Tagung. Die Konferenz, die als Plattform für alle an Wissenschaftsgeschichte Interessierte fungiert, umfasst zahlreiche Vorträge aus den verschiedensten Bereichen der Naturwissenschaften. Die Schwerpunkte liegen auf den Neurowissenschaften, den Umweltwissenschaften, aber auch der Technikgeschichte.

Vernetzung von Wissen als Impuls für komplexes Denken

Der Bedeutung der Wissenschaftsgeschichte für den Bildungssektor sind drei große Themenkreise gewidmet. "Die Naturwissenschaften sind ein ganz wesentlicher Teil der Bildung. Die historische Entwicklung in den einzelnen Fächern sollte dabei nicht zu kurz kommen. Der Prozess des Entstehens von Wissen und dessen Vernetzung sollte ein integrativer Bestandteil im Unterricht sein", betont Hunger. Die Konferenz richtet sich daher nicht zuletzt an interessierte Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Schülerinnen und Schüler.

Unter den Referentinnen und Referenten sind sowohl arrivierte Wissenschafter als auch zahlreiche Nachwuchsforscher. Zu den prominentesten Vertretern zählen etwa der französische Neurowissenschaftler Claude Debru, der zum Thema "Styles in neurophysiological research. The case of sleep and dreaming physiology in the nineteen sixties in France and the US" referieren wird. Weiters die niederländische Mathematikerin Ida H. Stamhuis, die sich einem Thema aus der Geschichte der Statistik - "A national style of statistical thinking" - widmen wird, oder der britische Umweltwissenschafter Peter Brimblecombe mit dem Eröffnungsvortrag zum Thema: "Deriving and using a history of the atmospheric sciences". Die jüngste Referentin ist eine 16-jährige Schülerin aus Ljubljana, die ihr Projekt zu Aspekten des Informationsaustausches zwischen China und Europa im 18. Jahrhundert vorstellt.

Die Konferenz, zu der 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 30 Ländern erwartet werden, findet im Hauptgebäude der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien statt. Besonders stark werden Gäste aus Frankreich und Deutschland vertreten sein, zahlreiche Teilnehmer kommen auch aus den osteuropäischen Ländern. Mit mehr als 35 Prozent ist der Anteil der Frauen unter den Vortragenden sehr hoch. Nach Konferenzen in Maastricht 2004 und Krakau 2006 ist die Wiener Konferenz die dritte wissenschaftliche Großveranstaltung der 1998 gegründeten European Society for the History of Science.


Pressegespräch

Im Anschluss an die Eröffnung der Konferenz "Styles of Thinking in Science and Technology" (10. September 2008, 9:00-11:00 Uhr) findet ein Pressegespräch statt.
Termin: 10. September 2008, 11:00 Uhr
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Dachpavillon
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2


Einladung zum Pressegespräch
Weitere Informationen zur Konferenz


Kontakt:
Prof. Dr. Hermann Hunger
Kommission für die Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin
Fleischmarkt 20, 1. Stiege, 3. Stock, 1010 Wien
T +43 1 51581-2450
hhunger@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/kgnmm


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at