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14.11.2007

Nanoforschung: Thematischer Sonderpreis für Ruth Prassl

Die ÖAW-Biophysikerin entwickelt Nano-Arzneistoffträger




Am 13. November 2007 wurde der diesjährige Forschungspreis des Landes Steiermark für Nanowissenschaften und Nanotechnologien verliehen. Die ÖAW-Biophysikerin Ruth Prassl wurde mit dem von der Stadt Graz gesponserten Thematischen Sonderpreis ausgezeichnet.
Ruth Prassl wurde 1959 in Klagenfurt geboren. Sie forscht seit 1987 am Institut für Biophysik und Nanosystemforschung (IBN) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz. Seit 1999 lehrt sie als Dozentin für Physikalische Chemie an der Karl Franzens Universität Graz. Am IBN sucht Ruth Prassl nach neuen Möglichkeiten, Nanonpartikel für die Behandlung sowie zur Diagnose von Krankheiten einzusetzen.

Ruth Prassl erhielt den Preis für ihre Arbeit "Association of vasoactive intestinal peptide with polymer grafted liposomes: Structural aspects for pulmonary delivery".

Die Entwicklung neuartiger Arzneistoffträger gewinnt immer mehr an Bedeutung. Fortschritte in der Nanomedizin ermöglichen es, funktionelle, biokompatible Nanokapseln herzustellen, deren Aufgabe es ist, Medikamente geschützt und sicher an ihren Wirkort zu lenken. Vermehrt rücken dabei auch alternative Darreichungsformen in den Vordergrund des Interesses.

Derartige Transportvehikel sind auch die von Ruth Prassl und ihrem Team am ÖAW-Institut für Biophysik und Nanosystemforschung erfolgreich entwickelten Lipid-Nanopartikel, die ein hohes Potential für eine inhalative therapeutische Anwendbarkeit haben.

Zu den erwarteten positiven Effekten des neuen Verabreichungssystems gehören nicht nur höhere Effizienz, hintangehaltene Nebenwirkungen, geringerer Wirkstoffbedarf und reduzierte Kosten, sondern auch die nicht-invasive inhalative Verabreichungsform, die maßgeblich zum Wohlbefinden der Patienten beiträgt.

Eine zusätzliche, äußerst attraktive Möglichkeit besteht auch darin, spezielle Markermoleküle an die Lipid-Nanopartikel zu binden, um sie im Körper sichtbar zu machen. Damit können diese Nanoteilchen auch für die medizinische Diagnostik und die Früherkennung von Krankheitsbildern, wie zum Beispiel das Entdecken von atherosklerotischen Plaques, eingesetzt werden.

Institut für Biophysik und Nanosystemforschung

Das Institut für Biophysik und Nanosystemforschung (IBN) der ÖAW widmet sich unter der Leitung von Professor Peter Laggner der Erforschung der physikalischen Zusammenhänge innerhalb der lebenden Zelle und ist international anerkanntes Center of Excellence auf dem Gebiet der Röntgenstrukturanalyse. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören neben den Lipoproteinen die Untersuchung von Biomembranen und von künstlichen Nanosystemen. Das Institut betreibt eine Außenstelle für schnelle Röntgenstrukturanalytik an der Synchrotronlichtquelle ELETTRA bei Triest und ist mit seinen Aktivitäten in ein europäisches und globales Netzwerk von Kooperationen eingebunden.


Bild von der Preisverleihung
© ÖAW



Kontakt:
Univ.Doz. Dr. Ruth Prassl
Institut für Biophysik und Nanosystemforschung
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Schmiedlstrasse 6, 8042 Graz
T +43 316 4120-305
F +43 316 4120-390
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