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16.07.2007

Umweltgifte in der Arktis

Start der diesjährigen High-Arctic-Expedition



Am 25. Juli 2007 startet die diesjährige Arktis-Expedition im Rahmen der österreichisch-kanadischen Forschungskooperation "High-Arctic". Günter Köck (Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Universität Innsbruck) und seine Kollegen werden die Anreicherung von Schwermetallen in den arktischen Seen untersuchen.

Das besondere Interesse der Forscher gilt dem Quecksilber. Das hochgiftige Schwermetall gelangt über die Atmosphäre in die Seen. Mit fatalen Folgen: "Durch die Klimaerwärmung werden die Seen immer wärmer", erklärt Günter Köck, "die Stoffwechselrate der Fische erhöht sich, Schwermetalle wie Quecksilber reichern sich vermehrt an und gelangen über die Nahrungskette in die Körper der Menschen."

Bereits seit 1997 werden im Rahmen von "High-Arctic" Fische aus Seen in der kanadischen Arktis auf ihre Schwermetallbelastung hin analysiert. Die Fische kristallisierten sich dabei zunehmend als zuverlässige Indikatoren für globale Klimaveränderungen heraus.

Heuer wird aus Anlass des Internationalen Polarjahres die Forschungsaktivität verstärkt. Bis 8. August 2007 werden zwei Teams gleichzeitig in rund zehn Seen in der Umgebung von Resolute Bay im äußersten Norden Kanadas Fische, Wasser, Sedimente sowie Plankton untersuchen.

Das Team um Klaus Gantner, DOC-Stipendiat der ÖAW an der University of Guelph, Ontario, widmet sich speziell der Quecksilberproblematik. Das zweite Team um Günter Köck setzt das 1997 begonnene Langzeitmonitoring von Schwermetallen sowie organischen Schadstoffen fort. Darüber hinaus werden Sedimentbohrungen durchgeführt, die Aufschluss über die Schadstoffbelastungen der letzten Jahrhunderte geben sollen.

Im Laufe des Sommers werden die Forscher auch aus Tiroler Hochgebirgsseen Proben entnehmen und ihre in der Arktis gewonnenen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Schwermetallbelastung anwenden. Köck: "Hochgebirgsseen haben ein ähnliches Ökosystem wie arktische Seen und reagieren gleich sensibel auf Umweltveränderungen."

Auch nächstes Jahr wird es wieder eine Expedition in die Arktis geben. Vor allem die Forschungsarbeiten zum Quecksilber will Günter Köck intensivieren: "Bei den Zusammenhängen zwischen der Klimaerwärmung und dem Kreislauf von Quecksilber in Seen und den umgebenden Feuchtgebieten sind noch viele Frage offen, die wir genauer untersuchen wollen."

Das Projekt "High Arctic" ist über das "Global Change-Programm" der ÖAW in das internationale "Geosphere Biosphere Programm" eingebunden. In Kanada wird es vom Polar Continental Shelf Project, dem Northern Contaminants Program und den Parks Canada unterstützt. Geleitet wird das Langzeitprojekt von Günter Köck und Derek Muir (National Freshwater Research Institute, Burlington).


Bilder der Vorjahresexpedition
Günter Köck, Klaus Gantner und Debbie Iqaluk untersuchten Seesaiblinge aus dem Lake Hazen und einigen nördlicher gelegenen Seen in der kanadischen Arktis auf ihre Schwermetallbelastung. Wasserproben wurden genommen und Sedimentbohrungen durchgeführt.
Pressetext zur Vorjahresexpedition

Günter Köck, Debbie Iqaluk, Klaus Gantner (v. l. n. r.)
© High Arctic Team

Einer der untersuchten Seesaiblinge
© High Arctic Team

Günter Köck und Klaus Gantner beim Sezieren der Fische
© High Arctic Team

Die Entnahme einer Wasserprobe
© High Arctic Team

Sedimentbohrkern aus dem Lake Hazen
© High Arctic Team

Forschungscamp am Lake Hazen
© High Arctic Team



Kontakt:
Dr. Günter Köck
Nationale und internationale Programme
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1271
M +43 664-2053444
guenter.koeck@oeaw.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
T +43 1 51581-1218, 1219, 1229, 1235
F +43 1 51581-1227
public.relations@oeaw.ac.at