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EU - Lateinamerika: Wissenschaft - Wirtschaft - Politik

Roundtable zur wissenschaftlich-wirtschaftlichen Zusammenarbeit



Lateinamerika kann auf eine lange Tradition der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Europa zurückblicken, die leider oft auch zu nachteiligen Entwicklungen geführt hat. Im globalen Wettbewerb um strategische Partnerschaften richtet sich das Interesse Europas wieder vemehrt auf die Zusammenarbeit mit Lateinamerika.

Fast 45 Prozent der lateinamerikanischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich ist nach wie vor hoch. Soziale Kohäsion ist daher das prioritäre Thema im politischen Dialog der Europäischen Kommission (EC) mit Lateinamerika: als weitere politische Herausforderungen werden demokratische Regierungsführung, illegaler Drogenhandel und organisierte Kriminalität, und Umweltfragen gesehen.

Im Wirtschaftsbereich liegt das Potenzial vor allem bei Technologie, Umwelt und Energie. Für die europäische Wissenschaft nennt die EC die Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen ExpertInnen auf den Sektoren Biotechnolgie ("biofuels"), Luftfahrt und Gesundheit als vorrangig. Die EC betont immer wieder, dass der Forschungssektor insbesondere durch das nächste Rahmenprogramm gestärkt werden soll. Im Bildungsbereich spricht man auch schon von einem gemeinsamen Bildungsraum zwischen den beiden Regionen - im Zeitraum von 2007 bis 2013 sollen mehr als 4000 lateinamerikanische Lehrende und Studierende nach Europa eingeladen werden.

Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft findet der IV. EU-Lateinamerika-Karibik Gipfel vom 11. bis 13. Mai 2006 in Wien statt. Eines der zwölf Hauptthemen wird sich auf "knowledge sharing and human capacity building" konzentrieren. Im Vorfeld dazu gab es im Februar ein EU-LAC Science and Technology Senior Officials' Meeting in Salzburg. Daraus sind die sog. "Salzburg Conclusions on EU-LAC Science & Technology Cooperation" hervorgegangen. Neben den thematischen Schwerpunkten, die im Wesentlichen die Prioritäten des Forschungsrahmenprogramms der EU wiedergeben, fällt vor allem ein stärkerer Fokus auf biregionaler statt bilateraler Zusammenarbeit auf, wobei jedoch der wissenschaftlich-technologische Dialog die lokalen Bedürfnisse sowie Länder und Ökonomien unterschiedlicher Größe miteinbeziehen soll.

In der wissenschaftlichen Zusammenarbeit ist allerdings eine genaue Kenntnis der lokalen Verhältnisse und optimale Einbettung in den sozial-ökologischen Kontext notwendig - indigene Zugänge zu Wissenschaft und Wirtschaft werden nach wie vor vernachlässigt, Rahmenbedingungen werden nur am Rande erfasst. Wissenschaftliche Partnerschaft beruht auf gegenseitigem Respekt, wechselseitigem Lernen und gemeinsamer Kapazitätenentwicklung über längere Zeiträume. Ob eine im Grunde primär auf wirtschaftliche Fragestellungen und Bedürfnisse ausgerichtete biregionale Zusammenarbeit EU-Lateinamerika entwicklungspolitisch sinnvolle wissenschaftliche Kooperationen hervorbringen kann, erscheint zweifelhaft.

Die Kommission für Entwicklungsfragen bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nimmt diese Ereignisse zum Anlass gemeinsam mit dem Lateinamerika-Institut am 11. Mai 2006 (17 Uhr, Europasaal, Lateinamerika-Institut, 1090 Wien) den Roundtable "EU - Lateinamerika: Wissenschaft - Wirtschaft - Politik" zu veranstalten. Es diskutieren Dr. Andrés Musacchio (Universidad de Buenos Aires, Direktor des Centro de Estudios Internacionales y Latinoamericanos); Dr. Gudrun Lettmayer (Institut für Nachhaltige Techniken u. Systeme - JOINTS. JOANNEUM RESEARCH, Mitglied der Kommission für Entwicklungsfragen); Mag. Barbara Weitgruber, M.A. (BMBWK, Sektion VI, Wissenschaftliche Forschung, internationale Agelegenheiten); NN (OEZA - Österreichische Ost- und Entwicklungszusammenarbeit). Die Diskussion wird moderiert von Robert Prazak (Wirtschaftsblatt).

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Wissenschafter(innen), die an der Zusammenarbeit Österreich-Lateinamerika interessiert sind, und Vertreter(innen) von Ministerien und politischen Entscheidungsträger(innen) mit Zuständigkeit für die Rahmenbedingungen dieser Zusammenarbeit. Die Veranstaltung wird versuchen zu einer Klärung der Bedürfnisse und Möglichkeiten einer bilateralen Partnerschaft Österreich-Lateinamerika im wirtschaftlich-wissenschaftlichen Bereich beizutragen.


EU - Lateinamerika: Wissenschaft - Wirtschaft - Politik
Roundtable der Kommission für Entwicklungsfragen bei der ÖAW und des Lateinamerika-Instituts
Datum: 11.Mai 2006, 17 - 19 Uhr
Ort: Europasaal, Lateinamerika-Institut (Eingang Türkenstraße 25), 1090 Wien


Weitere Informationen


Kontakt:
Mag. Birgit Habermann, MSc
Kommission für Entwicklungsfragen (KEF)
T 0664/6127210
Birgit.Habermann@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/kef


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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