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02.06.2006

Aalglatt und dennoch gefährdet

Fischökologe des ÖAW-Instituts für Limnologie leitet Expertengremium  zur Rettung des Europäischen Aals



Die Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla L.) sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Deshalb arbeitet die Generaldirektion Fischerei der Europäischen Kommission an einem Maßnahmenpaket zur Rettung der Aale. Zur fachlichen Beratung steht ihr ein Gremium von Fischereiexperten zur Verfügung. Einer von ihnen ist der Fischökologe Josef Wanzenböck vom Institut für Limnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Mondsee.

Josef Wanzenböck leitet die Arbeitsgruppe zum Management des Aals, die im heurigen Frühjahr detaillierte Vorschläge zum Schutz der Aale ausgearbeitet hat und diese dem Plenum der Fischereiexperten vorgelegt hat. Der Abschlussbericht, der der Europäischen Kommission als Entscheidungsgrundlage dienen wird, wurde vor kurzem veröffentlicht. "Da der Aalbestand in den letzten drei Jahrzehnten auf weniger als fünf Prozent zurück gegangen ist, muss man die vorgeschlagenen Maßnahmen möglichst unverfälscht umsetzen, um die Lebensgrundlage dieser faszinierenden Tierart langfristig zu sichern", ist Josef Wanzenböck überzeugt.

Die Experten empfehlen, das Fischen von Aalen in allen Lebensstadien auf mindestens die Hälfte zu reduzieren. Aale sind nicht zuletzt wegen ihres komplizierten Lebensrhythmus sehr gefährdet: Sie schlüpfen im Westatlantik und wandern mit dem Golfstrom Richtung Europa. Dort angekommen wandern sie im Lauf ihrer Jugendentwicklung flussaufwärts, bis sie zum Laichen wieder in den Atlantik ziehen. Aus diesem Grund stellen Flusskraftwerke und Pumpwerke ohne Fischtreppen für Aale tödliche Hindernisse dar. Die Experten raten deshalb - im Einklang mit den Empfehlungen der Europäischen Wasserrahmenrichtline - dringend zu ökologisch sinnvollen Begleitmaßnahmen beim Ausbau der Flüsse. Eine weitere Möglichkeit den Aalbestand zu erhalten, stellt das Handelsverbot mit den Jugendstadien des Aals, mit den schmackhaften Glasaalen dar. Glasaale sollten in Zukunft nur noch zum Besatz natürlicher Gewässer innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes des Aals gehandelt werden dürfen.


Abschlussbericht


Kontakt:
Univ. Doz. Dr. Josef Wanzenböck
Institut für Limnologie
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Ecology of Freshwater Fish
Mondseestraße 9
A-5310 Mondsee
T +43 6232 3125
Josef.Wanzenboeck@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/limno


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