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07.07.2006

Bessere Diagnose und Therapie für Herzerkrankungen

IBN-Forscher präsentiert Atherosklerose-Forschung  in Japan



Vom 9. bis 13. Juli 2006 findet in Kyoto, Japan, die SAS2006, die weltweit bedeutendste Konferenz auf dem Gebiet der Kleinwinkelstreuung statt. Internationale Experten aus dem Bereich der Physik, Chemie, Biologie oder Materialwissenschaft werden erwartet. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist durch Fabian Schmid vom Grazer Institut für Biophysik und Nanosystemforschung (Leiter Professor Peter Laggner) vertreten. Er wird seine jüngsten Forschungsergebnisse präsentieren.

Fabian Schmid untersucht das mechanische Verhalten der einzelnen Schichten menschlicher Arterien unter Belastung. Dazu setzt er Röntgen-Kleinwinkelstreuung ein. Diese ermöglicht, strukturelle Veränderungen im Nanometerbereich an Fasernetzwerken innerhalb der Arterie mitzuverfolgen, während diese mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Damit lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie das makroskopische Verhalten einer Arterie durch nanoskopische Veränderungen bestimmt wird.

Ziel der Forschung ist die Verbesserung der medizinischen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten kardiovaskulärer Erkrankungen - wie zum Beispiel der Ballonangioplastie, bei der verengte bzw. verschlossene Blutgefäße mit Ballonen erweitert bzw. wieder geöffnet werden.

Kleinwinkelstreuung mit Röntgenstrahlen oder Neutronen ist eine flexible und leistungsstarke Methode zur Aufklärung der Struktur unterschiedlichster Systeme, vom molekularen bis hin zum mesoskopen Maßstab, d. h. bis zu 1 Millionstel eines Millimeters. Mit Hilfe der Kleinwinkelstreuung können die strukturellen Eigenschaften eines Materials und deren Veränderungen unter verschiedenen Einflüssen wie beispielsweise Druck- oder Temperaturänderungen analysiert werden.

Die Forschung von Fabian Schmid ist Teil einer interdisziplinären Zusammenarbeit zur Erforschung des mechanischen Verhaltens von Arterien mit der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm, der TU Graz und der Universitätsklinik Graz.

Institut für Biophysik und Nanosystemforschung

Das Institut für Biophysik und Nanosystemforschung ist international anerkannt auf dem Gebiet der Röntgenstrukturanalyse. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die Atherosklerose-Forschung und die Untersuchung von Biomembranen. Das Institut betreibt eine Außenstelle (Leiter Dr. Heinz Amenitsch) für schnelle Röntgenstrukturanalytik an der Synchrotronlichtquelle ELETTRA bei Triest und ist mit seinen Aktivitäten in ein europäisches und globales Netzwerk von Kooperationen eingebunden.


Weitere Informationen:
Website der Konferenz
Funktionsweise eines Synchrotrons
Strahlführung des IBN in ELETTRA


Kontakt:
DI Fabian Schmid
Institut für Biophysik und Nanosystemforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Schmiedlstrasse 6
A-8042 Graz
T +43 316 4120-345
F +43 316 4120-390
Fabian.Schmid@elettra.trieste.it


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