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11.08.2006

Hadronenphysik mit Antiprotonen

Internationales PANDA-Meeting vom  2. bis 5. September  in Wien



Vom 2. bis 5. September 2006 treffen einander an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien rund 100 Physiker und Physikerinnen der internationalen PANDA-Kollaboration. Im Rahmen dieses Meetings werden der gegenwärtige Stand der Detektorentwicklung sowie die weiteren Stufen zur Realisation des komplexen PANDA-Detektors (siehe Abbildung) diskutiert.

Im Vorfeld des PANDA Kollaborationsmeetings findet am 1. September 2006 im Festsaal der ÖAW das öffentliche Fest-Symposium "Highlights and Perspectives of Subatomic Physics" statt.



Abb.: Schematischer Aufbau des PANDA Detektors aus Subsystemen. Antiprotonen treffen von links auf ein internes Wasserstofftarget. Diese Antiproton-Proton Wechselwirkungszone befindet sich innerhalb eines supraleitenden Magneten und ist von Detektorkomponenten umgeben. An dieses Detektorsystem schließt sich rechts ein Vorwärtsspektrometer an. Die gesamte Länge des Detektoraufbaues beträgt etwa 12 Meter (Bild aus dem Technical Progress Report (2005) der PANDA Kollaboration).


Was hält die Materie im Innersten zusammen? Mit dem Detektorsystem PANDA (Antiproton Annihilations at Darmstadt) am Hochenergie-Speicherring für Antiprotonen der zukünftigen Beschleunigereinrichtung FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt/Deutschland wollen Physiker(innen) einer Antwort auf diese Frage näher kommen. Die neue Beschleunigeranlage an der GSI wird voraussichtlich ab 2012 Antiprotonen produzieren.

Mit PANDA sollen fundamentale Fragen der Hadronenphysik untersucht werden. Zu den Hadronen gehören die Neutronen und Protonen, die den Aufbau der Atomkerne bestimmen. Hadronen sind aus Quarks und so genannten Gluonen zusammengesetzte Teilchen und unterliegen der starken Wechselwirkung. Die Masse der Quarks ist im Vergleich zur Masse der Kernbausteine Proton und Neutron sehr klein. Durch die dynamische Quark-Gluon-Wechselwirkung entsteht die Masse der Nukleonen und somit der Großteil der Masse der uns umgebenden Welt.

Die Forscher(innen) wollen mit bisher nicht erreichter Genauigkeit die Zustände von Charmonium vermessen. Charmonium besteht aus einem Charm-Quark und einem Anti-Charm-Quark und kann durch Zusammenstoß von Antiprotonen und Protonen erzeugt werden. Mit diesen Untersuchungen wird ein neuer Zugang zu ungeklärten Fragen der starken Wechselwirkung eröffnet. Neben anderen wissenschaftlichen Fragestellungen ist die Suche nach exotischen Materiezuständen wie Gluonbällen, bestehend nur aus Gluonen und exotischen Hybridzuständen, ein weiteres Hauptthema von PANDA.

Die internationale PANDA-Kooperation umfasst 47 Partnerinstitutionen aus 15 Ländern. Österreich ist durch das Stefan Meyer Institut für subatomare Physik der ÖAW vertreten.


Weiterführende Links:
PANDA-Meeting, 2. bis 5. September 2006 (SMI)
Öffentliches Symposium, 1. September 2006 (SMI)
PANDA (GSI)
FAIR (GSI)


Kontakt:
Dr. Johann Marton
Stefan Meyer Institut für subatomare Physik
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Boltzmanngasse 3
A-1090 Wien
T +43 1 4277-29703
F +43 1 4277-9297
johann.marton@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/smi


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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