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06.04.2006

Energiegewinnung der Zukunft

EFDA Steering Committee und EFDA Public Information Meeting in  Wien



Im Gefolge der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft fanden in Wien vom 3. bis 5. April 2006 zwei Sitzungen internationaler Gremien des europäischen Fusionsforschungsprogramms statt: das 30. EFDA Steering Committee und das 6. EFDA Public Information Meeting.

Wachsender Energiebedarf

Derzeit wird der bei weitem größte Teil der Weltenenergieversorgung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas abgedeckt. Die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe wird in Zukunft immer stärker abnehmen, und Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen führt zu massivem Ausstoß von CO2. Neue Energiequellen müssen erschlossen werden; erneuerbare Energieformen wie Wasserkraft, Biomasse, Sonnen- und Windenergie müssen gefördert werden, können aber die fossilen Brennstoffe auch längerfristig keinesfalls zur Gänze ersetzen.

Kernfusion erscheint heute als Erfolg versprechende Technologie für saubere und sichere Grundlastversorgung mit elektrischer Energie. Die benötigten Brennstoffe sind nahezu unbegrenzt vorhanden.

"ITER" - der nächste Schritt zur Energieerzeugung aus Fusionskraftwerken

Am 28. Juni 2005 beschlossen die ITER-Partnerstaaten (Volksrepublik China, Europäische Union und Schweiz, vertreten durch EURATOM, Indien, Japan, Republik Korea, Russische Föderation und Vereinigte Staaten von Nordamerika), ITER in Cadarache (Frankreich) auf dem von der Europäischen Union vorgeschlagenen Standort zu bauen. Der Baubeginn steht unmittelbar bevor, die Inbetriebnahme wird für das Jahr 2016 erwartet.

ITER ist der nächste Schritt zur Entwicklung von Prototyp-Reaktoren für sichere, nachhaltige, umweltverträgliche und wirtschaftliche Fusionskraftwerke der Zukunft. Dieses Projekt wird in weiterer Folge demonstrieren, ob die in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitete wissenschaftliche und technologische Basis für Fusionskraftwerke in großtechnischem Ausmaß genützt werden kann. Die geschätzten Baukosten für ITER betragen 4.7 Milliarden EURO über 10 Jahre und beinhalten zum größten Teil Industrie- und Forschungsaufträge.

Das europäische Fusionsforschungsprogramm

Europa ist heute aufgrund seines fokussierten und integrierten Forschungsprogramms auf dem Gebiet der Kernfusionsforschung (European Fusion Development Agreement - EFDA) federführend. Ungefähr die Hälfte des gesamten ITER-Auftragsvolumens wird von der Europäischen Union bereitgestellt. Die "European Domestic Agency" in Barcelona wird für die europäische Beteiligung am ITER-Projekt und die Koordination der damit in Zusammenhang stehenden Forschung und Entwicklung verantwortlich sein.

Die Assoziation EURATOM-ÖAW

Im Rahmen des europäischen Fusionsforschungsprogramms werden alle relevanten Forschungsaktivitäten in den Partnerländern (EURATOM-Assoziationen) auf "ITER" und "DEMO" (Prototyp eines Fusionskraftwerkes im Rahmen der weiteren Entwicklungsstrategie) fokussiert. Während der Bauphase von ITER haben die EURATOM-Assoziationen die wichtige Funktion, Wissen und Know-How zu erhalten, die technologische Entwicklung zu forcieren und Wissenschaftler und Techniker auszubilden.

Der Assoziationsvertrag zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem EURATOM-Fusionsforschungsprogramm wurde am 15. November 1996 unterzeichnet. Am Forschungsprogramm der Assoziation EURATOM-ÖAW sind zahlreiche Gruppen an Universitäten, Forschungsinstitutionen und in der Industrie beteiligt. Die wichtigsten Themen sind Plasmatheorie und Diagnostik für zukünftige Kernfusionsanlagen, technologische Entwicklung in den Bereichen "Magnete" und "Strukturmaterialien" und sozio-ökonomische Begleitforschung (SERF).


Kontakt:
Mag. Monika Fischer
ÖAW-EURATOM Koordinationsbüro
T +43 1 51581-2675
F +43 1 51581-2676
Monika.Fischer@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/euratom/



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