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11.10.2005

Ausländische Studenten in Wien

Neue Studie der ÖAW



Durch den zur Zeit verstärkten Zulauf ausländischer Studentinnen und Studenten zu den österreichischen Universitäten ist das Thema studentische Migration aktueller denn je. Eine neue Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beleuchtet die Bedeutung von Wien als Studienort und internationale Bildungsmetropole.

Wien ist als Bildungsmetropole beliebt: Nach London, Paris und Barcelona liegt die Bundeshauptstadt bereits auf Platz vier des europäischen Universitätsstadtrankings. Jedoch schmälern die Barriere der deutschen Sprache und die Tatsache, dass es in Wien keine Eliteuniversitäten gibt, die Attraktivität von Wien als Studienort. Das geht aus der Studie "Aus aller Herren Länder? Wien als Studienort und internationale Bildungsmetropole" des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW hervor.

Eine Ausnahme bildet die Universität für Musik und darstellende Kunst. Sie ist traditionell durch die höchsten Anteile nichtösterreichischer Studenten und Studentinnen unter allen Wiener Hochschulen geprägt. Der höchste entfiel mit 48,1 Prozent auf das Studienjahr 1957/58. Die Ausländeranteile der beiden letzten untersuchten Studienjahre, 2002/03 und 2003/04, lagen bei 44 bzw. 45,7 Prozent. Ein Musikstudium in Wien ist nach wie vor für viele Asiaten und Asiatinnen das "Traumstudium" schlechthin.

Josef Kohlbacher und Ursula Reeger haben für die Studie sowohl bereits vorhandene amtliche Daten ausgewertet als auch eine umfangreiche Befragung unter ausländischen Studenten und Studentinnen durchgeführt.

Im außeruniversitären Bereich bereitet die Mentalität der Wiener und Wienerinnen den Studierenden die meisten Probleme. "Das hohe Ausmaß an Fremdenfeindlichkeit in der lokalen Bevölkerung sowie die geringe Kontaktbereitschaft wurden von den befragten Studenten und Studentinnen als problematisch verbalisiert", sagen die Autoren der Studie.

Insgesamt spielt für die Wahl von Wien als Studienort der Distanzfaktor eine zentrale Rolle. Ebenfalls von Bedeutung sind traditionelle Migrationspfade, ethnische Netzwerke und historische Bindungen zwischen einzelnen Staaten. Die meisten der Befragten streben den Erwerb spezieller fachlicher Kenntnisse und bessere Berufsperspektiven an. Bei den nicht studienbezogenen Gründen sind vor allem die ausgezeichnete Lebensqualität in Wien sowie das Image der Stadt von Bedeutung.

Laut Hochschulstatistik studierten im Wintersemester 2003/04 19.769 nicht aus Österreich stammende Studenten und Studentinnen an Wiener Universitäten. Das entspricht einem Ausländeranteil von immerhin 17,4 Prozent. Dennoch war bislang nur wenig empirisch gesichertes Wissen über ausländische Studierende in Wien vorhanden.

Die im Oktober im Verlag der ÖAW erschienene Studie ist in ihrer Form die erste umfassende Analyse zum Thema. Sie zählt auch international zu den äußerst wenigen Untersuchungen, die sich der studentischen Migration widmen.


Infos zur Studie:
Josef KOHLBACHER, Ursula REEGER: "Aus aller Herren Länder? Wien als Studienort und internationale Bildungsmetropole". ISR-Forschungsbericht 31. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, 114 S. , ISBN 3-7001-3567-X

Verlag der ÖAW

Wissenschaftlicher Kontakt:
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T +43-1-51581-3525
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