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Information im Gleichgewicht

Böhm Bawerk Lecture am 30. November 2005: Alfred Wagenhofer  über das Zusammenspiel von Information und Entscheidung



In den letzten Jahren geriet die Finanzberichterstattung von Unternehmen verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Grund dafür war eine Reihe von "Bilanzskandalen" großer, bekannter Unternehmen vor allem in den USA, aber auch in Europa. Die größte Aufmerksamkeit in Politik und Fachwelt erlangte Enron, das innerhalb kurzer Zeit nach Bekanntwerden der nachträglichen Korrektur seiner Jahresabschlüsse Konkurs beantragte.

Auch die den Jahresabschluss prüfende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine der größten der Welt, ging in der Folge unter. Der Fall Enron war Auslöser umfangreicher Gesetzesänderungen in den USA und in der Folge auch in Europa. Er verursachte weiter eine grundlegende Debatte über die Konzepte und den Stil der Rechnungslegung, über die Prüfung der Rechnungslegung, die Corporate Governance großer Gesellschaften und die Aufsicht über die Finanzberichterstattung.

Die Funktionsfähigkeit und Effizienz von Kapitalmärkten hängt erheblich von Informationen über die Unternehmen und deren notierte Wertpapiere ab. Wie sieht nun aber eine ökonomisch zweckmäßige Regulierung der Finanzberichterstattung aus? Wie viel Information und welche Informationen sollten von Unternehmen sinnvoll oder optimal verlangt werden? Wie viele Wahlrechte und Ermessensspielräume sollten Rechnungslegungsregeln enthalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Alfred Wagenhofer von der Universität Graz in seinem Vortrag "Die Rolle von Informationen aus ökonomischer Sicht" am 30. November 2005, 18:15 Uhr, im Rahmen der Böhm Bawerk Lectures. Moderiert wird die Veranstaltung von Engelbert Dockner, Vorstand des Instituts für Finanzwirtschaft der Universität Wien.

Die Informationsökonomie analysiert die Wirkungen von Informationen des Rechnungswesens auf die Entscheidungen im Unternehmen sowie von Bilanzadressaten und in Kapitalmärkten. Damit ist es möglich, die oftmals subtilen Zusammenhänge von Informationen und Entscheidungen mit Gleichgewichtskonzepten zu untersuchen und zum Teil überraschende Ergebnisse zu erzielen.

Alfred Wagenhofer ist seit 1991 Vorstand des Instituts für Controlling und Unternehmensführung an der Universität Graz. Seit 1998 ist er Professor am European Institute for Advanced Studies in Management, Brüssel, seit 2004 Vice President-Finance der International Association for Accounting Education and Research und seit 2005 Vice President-International der American Accounting Association.

Alfred Wagenhofers Forschungsschwerpunkte sind Unternehmensrechnung, Controlling und internationale Rechnungslegung. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung/Schmalenbach Business Review und Mitglied der Editorial Boards mehrerer internationaler Fachzeitschriften.

Die nächste Böhm Bawerk Lecture findet am 11. Jänner 2006 statt. Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung, wird zum Thema "Basar-Ökonomie Deutschland: Weltmeister oder Schlusslicht?" sprechen.

Die Böhm Bawerk Lectures werden von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet. Sie finden im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt. Der Eintritt ist frei.


Programmhinweis:
Weitere Informationen zur Veranstaltung
Weitere Informationen zu den Böhm Bawerk Lectures

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