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16.11.2005

Bioinspiration für die Technik

Karl von Frisch Lectures starten am 23. November 2005



Die spektakulären Erkenntnisse der modernen Biologie schärfen und erweitern den Blick auf vielen Gebieten allgemeinen Interesses und zwingen nicht selten zum Umdenken. Die neue ÖAW-Vortragsreihe "Karl von Frisch Lectures" will Forschungsfronten der Biologie vorstellen, die ihre Fragen nicht primär aus einer molekularbiologischen, sondern aus einer komplexeren integrativen Sichtweise beziehen und versuchen, ganze Organismen und ihre Verhaltensweisen, ihre Evolution und das Meistern der speziellen Bedingungen ihres artgemäßen Lebens zu begreifen.

Karl von Frisch, Nobelpreisträger 1973, gebürtiger Wiener und Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, führte diese Art der Biologie zu meisterlichen und bis heute unvermindert nachwirkenden Erfolgen und Durchbrüchen. Die sechs Vorträge der Karl von Frisch Lectures 2005/06 werden insbesondere zwei aktuelle Aspekte der Biologie vorstellen: die enge und zunehmend fruchtbare Beziehung zwischen Biologie und Technik und - im Jahrhundert der Hirnforschung - die Neuro- und Kognitionswissenschaften. Die für dieses Vorhaben gewonnenen international ausgewiesenen Experten werden zeigen, welch wichtige Rolle dem organismisch-integrativen Ansatz in der modernen Biologie zukommt und welch faszinierenden Erkenntnisse damit verbunden sind.

Die Karl von Frisch Lectures starten am 23. November 2005, 18:15 Uhr, mit einem Vortrag von Stanislav Gorb, Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, zum Thema "Naturprinzip und Biomimetik: Haften und Klammern im Tierreich". Tiere wie beispielsweise Geckos besitzen Haftsysteme von überraschender Qualität. Mit Hilfe moderner Verfahren werden sie bis in den Nanobereich erforscht. Die neuen Erkenntnisse sind auch für die Technik von großem Interesse. Sie dienen zunehmend der Entwicklung von bio-inspirierten Materialoberflächen für so Unterschiedliches wie Klebebänder und Kletterroboter.

Am 18. Jänner 2006 spricht Hanns Hatt, Ruhr Universität, Bochum, über die "Macht der Düfte". Der bekannte Hirnforscher Wolf Singer vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt folgt am 1. Februar 2006 mit dem Vortrag "Das Gehirn: ein Orchester ohne Dirigent". Die weiteren Vorträge zeigen, wie Tiere das Magnetfeld der Erde wahrnehmen und nutzen (Wolfgang Wiltschko), was Forscher vom Gehirn der Honigbiene über Kognition lernen (Martin Giurfa) oder setzen sich mit der Frage auseinander, ob Schönheit mehr als nur Oberfläche ist (Karl Grammer).

Die Vortragsreihe wird von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien veranstaltet. Auch die bereits seit mehreren Jahren bestehende Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien wird fortgeführt. Im Rahmen der "Junior Academy" stellen sich die Forscher am Tag nach ihren Vorträgen Schülerinnen und Schülern zur Diskussion. Mit dieser Veranstaltung soll der Jugend die Möglichkeit gegeben werden, in Kontakt mit der internationalen Forschungselite zu treten.

Die Vorträge finden im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt, Beginn ist jeweils 18:15 Uhr. Der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
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