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Die Kultur der Erinnerung

"Vergangenheit und Vergegenwärtigung - Frühes Mittelalter und Europäische Erinnerungskultur" ist Thema eines vom Institut für Mittelalterforschung der ÖAW veranstalteten, internationalen
Symposiums vom 2. bis 4. Mai 2005 in Wien



Welche Rolle spielte die mittelalterliche Vergangenheit im Verlauf der langen Geschichte von Vergegenwärtigungen, vom Mittelalter bis in die Gegenwart? Mit dieser Frage beschäftigt sich das vom Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) veranstaltete Symposium "Vergangenheit und Vergegenwärtigung - Frühes Mittelalter und Europäische Erinnerungskultur".

Das Thema stellt Mittelalterforscher vor eine große Herausforderung. Zum einen geht es darum, die mittelalterliche "Suche nach den Ursprüngen" im Zusammenhang von Identitätsstiftung und sozialer Erinnerung zu erforschen. Zum anderen ist auch die moderne Aneignung der mittelalterlichen Vergangenheit sowie das teils verhängnisvolle Zusammenspiel zwischen wissenschaftlicher Erforschung und ideologischem Gebrauch der Geschichte immer mehr zum Thema geworden.

"Generationen haben sich ihre Vergangenheit angeeignet, sie neu debattiert und gedeutet und damit die Interessen ihrer Zeit verbunden", sagt Walter Pohl, Leiter des Instituts für Mittelalterforschung und Wittgenstein-Preisträgers 2004. Die heutige Mittelalterforschung hat diese lange Reihe von ebenso faszinierenden wie oft belastenden Vorstellungen geerbt, die das moderne Mittelalterbild geprägt haben.

Kulturelle Erinnerung stellt die Muster bereit, nach denen die Gegenwart gedeutet und die Zukunft vorbereitet werden kann. Sie trägt auch zur Identitätsstiftung bei, legitimiert Herrschaft und Gemeinschaften, transportiert Feindbilder und begründet Zugehörigkeiten. Sie reicht weit über den Lebenshorizont des Einzelnen hinaus und verknüpft viele Generationen in einer einzigen verbindenden Perspektive. "Eine 'Sinngeschichte' der Vorstellungen einer Gesellschaft von ihrem Werden kann daher zum Verständnis davon beitragen, wie ethnische, soziale, religiöse und andere Gemeinschaften zusammengehalten werden konnten", ist Pohl überzeugt.

Am Symposium nehmen 25 Experten aus 14 Ländern teil. Es findet im Schloss Miller-Aichholz (Europahaus, 1140 Wien, Linzer Straße 429) statt. Mit dem Symposium startet am Institut für Mittelalterforschung ein gleichnamiger, neuer Veranstaltungsschwerpunkt. Dieser ist auch Teil des fünfjährigen Forschungsprojekts des Wittgenstein-Preisträgers. Zur Deutung der mittelalterlichen Geschichte von der Neuzeit bis zur Gegenwart sollen in den nächsten beiden Jahren eine Reihe von Vorträgen und Workshops stattfinden, deren Ergebnisse auch als Bücher publiziert werden.

Programm


Kontakt:
Doz. Dr. Walter Pohl
Dr. Helmuth Reimitz
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für Mittelalterforschung
Prinz-Eugen-Str. 8
A-1040 Wien
T +43 1 51581-7241
F +43 1 51581-7250
Institut für Mittelalterforschung


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