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Fern Sehen mit GPS

Das Global Positioning System als Werkzeug zur Erforschung der  Erde steht im Mittelpunkt der nächsten Einstein Lecture der ÖAW





Aus der Distanz erkennt man manche Zusammenhänge besser. Wie man geodynamische Prozesse erfolgreich vom Weltraum aus erforscht, wird Christoph Reigber vom GeoForschungsZentrum Potsdam in der nächsten Einstein Lecture der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erklären. Das Werkzeug für die Erkundungen aus der Ferne ist die satellitengestützte Bestimmung des Ortes ("Global Positioning System", GPS). Am Mittwoch, dem 9. März 2005, spricht Christoph Reigber um 18:15 Uhr im Festsaal der ÖAW zum Thema "Das GPS-System und seine Bedeutung in der Erforschung des Systems Erde". Moderiert wird die Veranstaltung vom Quantenphysiker Markus Arndt von der Universität Wien.

Das Global Positioning System, das ursprünglich für militärische Navigationszwecke eingerichtet worden war, hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem herausragenden Fernerkundungswerkzeug für Geodäsie und Geodynamik entwickelt. Das wurde möglich, weil man seit Anfang der 90er Jahre GPS-Signale nicht nur an Bodenstationen sondern auch an Bord erdnaher Satelliten empfangen kann. Heute gibt es GPS-basierte Millimeter genaue Referenzsysteme in der Geodäsie, mit denen Krustendeformationen, aktuelle plattentektonische Bewegungen und Erdrotationsschwankungen mit hoher Genauigkeit laufend überwacht werden können. GPS-Intersatellitenbeobachtungen unterstützen die Bestimmung des Schwerefeldes der Erde und die Überwachung der Ozeane. Zur Überwachung des Meeresspiegels werden weiters GPS-Signale herangezogen, die an Eis- und Wasserflächen reflektiert werden. In seinem Vortrag wird der Wissenschafter auch auf das Grundprinzip der Nutzung von GPS-Beobachtungen und die dabei benötigten relativistischen Korrekturen eingehen. Die satellitengestützte Bestimmung des Ortes auf der Erde ist nämlich nur zuverlässig möglich, wenn man die Effekte der allgemeinen Relativitätstheorie beachtet.

Am Tag nach dem Vortrag besucht Christoph Reigber im Rahmen der "Junior Academy", einer Kooperationsveranstaltung mit dem Stadtschulrat für Wien, das Gymnasium in der Albertgasse 18-22, 1080 Wien. Schülern und Schülerinnen wird dabei die Möglichkeit geboten, Kontakt mit einem führenden internationalen Forscher aufzunehmen und sich mit dem Thema vertieft und kritisch auseinander zu setzen.

Für den interessierten Besucher besteht die Möglichkeit den Vortrag, ab dem 18. März, als ÖAW AUDIOlecture zu verfolgen.

Veranstaltet wird die Vortragsreihe von der ÖAW gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Wien und der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft.

Am 27. April 2005 findet der nächste Vortrag der Einstein Lectures statt. Dabei wird Bernard Schutz vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik / Albert-Einstein-Institut, Potsdam zum Thema "Gravitationswellen: Einsteins neues Fenster ins Universum" sprechen.

Die Vorträge finden im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, statt, Beginn ist jeweils 18:15 Uhr. Der Eintritt ist frei.


Programmhinweis:
http://www.oeaw.ac.at/english/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_3284.html
http://www.oeaw.ac.at/shared/news/2004/info_einstein_lectures.html

Folder und Plakat auch zum Download:
http://www.oeaw.ac.at/shared/news/2004/pdf/einstein_folder.pdf
http://www.oeaw.ac.at/shared/news/2004/pdf/einstein_plakat.pdf

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