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28.01.2005

EU-Netzwerk für Alternsforschung

ÖAW koordiniert österreichische Forschungsaktivitäten



Die UN prognostiziert europaweit einen Anstieg über 60-Jähriger von 147 Mio im Jahre 2000 auf 220 Mio im Jahre 2050, für die EU mit ein Grund, die Alternsforschung im europäischen Forschungsraum verstärkt zu fördern. Im 6. Rahmenprogramm finanziert die Europäische Kommission ein European Research Area Projekt (ERA-AGE-Projekt), das die Vernetzung und Koordinierung der Alternsforschungsförderung vorantreibt und gemeinsame Forschungsförderungsaktivitäten in Europa zum Ziel hat. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist offizieller Repräsentant Österreichs und koordiniert unter Leitung der Innsbrucker Alternsforscherin Beatrix Grubeck-Loebenstein die österreichische Beteiligung im Rahmen des Projekts, das im März 2004 von Alan Walker (University of Sheffield, UK) gestartet wurde. Weitere Teilnahmeländer sind Finnland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Rumänien, Schweden, Deutschland, Israel und Italien als Partner sowie Lettland und Spanien als assoziierte Mitglieder.

Die Alternsforschung ist im Vergleich zu anderen Wissenschaften durch zwei besondere Merkmale geprägt: Sie umfasst einerseits sämtliche wissenschaftliche Disziplinen, andererseits sind wir alle von dem untersuchten Gegenstand betroffen. Sei es als Mitglieder einer Gesellschaft, die einen starken Anstieg des Anteils an älteren Menschen erlebt, sei es als älter werdende Individuen, die mit einer historisch einmalig hohen Lebenserwartung rechnen dürfen: Wir können uns dem Thema Altern nicht entziehen. Während auf der einen Seite die Lebenserwartung steigt, sind auf der anderen Seite die Geburtenraten rückläufig. Während in Zukunft weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten werden, ist schon in den vergangenen Jahrzehnten die fernere Lebenserwartung nach dem Pensionsantritt kontinuierlich gestiegen.

Die Alterung der Bevölkerung stellt daher in allen europäischen Ländern eine große Herausforderung für das Gesundheits-, Sozial- und Pensionssystem wie auch die Arbeitswelt und die medizinische Versorgung dar. Die Alternsforschung kann für Politik und Gesellschaft eine wertvolle Hilfestellung in der Bewältigung dieser Aufgabe leisten.

Im internationalen Vergleich hat Österreich schon früh die notwendigen Weichen für Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet gestellt. Mit der Einrichtung des Instituts für Biomedizinische Alternsforschung mit Sitz in Innsbruck im Jahre 1992 hat die ÖAW einen auch international erfolgreichen Forschungsschwerpunkt in der biogerontologischen Forschung gesetzt. Das Institut betreibt in vier Abteilungen gerontologische Grundlagenforschung: Endokrinologie, Immunologie, Molekular- und Zellbiologie und Extrazelluläre Matrixforschung. Die Forschungsziele sind einerseits die Prävention von Funktionsverlusten im Alter, wie z. B. Faltenbildung der Haut, Muskelschwund, Schwächung der Sinnesorgane, der Herzleistung, der Gefäße und des Immunsystems. Andererseits sollen die Forschungsergebnisse die Grundlage für eine besseres Verständnis altersbedingter Erkrankungen, wie Infektionen, Erkrankungen des Urogenitaltraktes, Tumore, Alzheimer, Atherosklerose usw. darstellen.

Projekte zur Alternsforschung stellen darüber hinaus einen wichtigen Schwerpunkt an einem weiteren ÖAW-Institut, dem Institut für Demographie, dar. Hier stehen die Beschreibung, die Analyse und die Vorhersage der Altersstruktur der österreichischen Bevölkerung im Vordergrund. Weitere Schwerpunkte sind die demographische Analyse der Wohnverhältnisse und des Gesundheitszustands der älteren Bevölkerung, sowie die Auswirkungen der demographischen Alterung auf die Wirtschafts-, Sozial- und Gesundheitspolitik.


Kontakt:
Prof. Dr. Beatrix Grubeck-Loebenstein
Direktorin des Instituts für Biomedizinische Alternsforschung
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
T +43 (0)512-583919-55 oder 14
beatrix.grubeck@oeaw.ac.at
http://www.oeaw.ac.at/iba

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