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29.08.2005

Die Informations-Zwiebel

ÖAW-Forscher Michael Nentwich stellt neue Formen wissenschaftlicher Kommunikation bei Alpbacher Technologiegesprächen vor



Michael Nentwich vom ÖAW-Institut für Technikfolgen-Abschätzung skizzierte im Arbeitskreis "From scientific journal to breaking news: science and the media" den Wandel in der akademischen Kommunikation von Print-Journalen und Monographien hin zu elektronischen Formaten. Dieser Trend ermöglicht es auch interessierten Menschen außerhalb der Scientific Community rasch Zugang zu seriösen Informationen zu bekommen.

"Die überwiegende Anzahl der wissenschaftlichen Print-Journale wird schon in naher Zukunft von elektronischen Journalen oder hybriden Publikationsformen abgelöst werden", ist der Informations- und Kommunikationswissenschafter Michael Nentwich überzeugt. Etwas später werden seiner Ansicht nach elektronische Formate wie Print-on-Demand, Hyperbooks, virtuelle Bibliotheken und interaktive Multimedia-Beiträge der klassischen Monografie Konkurrenz machen und diese zumindest ergänzen. Der Vorteil der neuen Wissenschaftsmedien im Zeitalter der Cyber-Wissenschaft ist offensichtlich: Einerseits beschleunigen gemeinsam genützte Informationen, wie etwa Gen-Datenbanken den wissenschaftlichen Arbeitsprozess enorm. Andererseits stehen publizierte Artikel den FachkollegInnen, aber auch WissenschafterInnen anderer Disziplinen schon kurz nach Abschluss der Forschungsarbeiten zur Verfügung.

Die "Informations-Zwiebel"

E-publishing verbessert demnach nicht nur den Informationsfluss innerhalb der Scientific Community, sondern auch hin zu einer interessierten Öffentlichkeit. Wichtige Voraussetzung dafür ist es, die Informationen nicht ausschließlich in der Fachsprache zu präsentieren. Deshalb favorisiert Michael Nentwich eine vielschichtige Präsentation nach dem Modell einer Zwiebel: zentral die neue wissenschaftliche Erkenntnis, in weiter äußeren Lagen eine für größere Zielgruppen verständliche Darstellung der Ergebnisse. "Die ForscherInnen sollen es aber lieber professionellen WissenschaftsjournalistInnen überlassen, die äußerste Schicht der "Informationszwiebel" einer breiteren Öffentlichkeit verständlich zu machen," gibt sich Nentwich selbstkritisch.

Vertrauenswürdig ist diese Art der Wissenschaftsvermittlung dann, wenn jede "Informations-Schicht" einschließlich der Publikation des zentralen Forschungsergebnisses einer Qualitätskontrolle unterworfen wird. Peer-Review, die Reputation der HerausgeberInnen und der Citation-Index behalten auch bei Online-Journalen ihre Bedeutung. Zusätzlich können elektronische Beiträge in jeder Informations-Schicht mit Kommentaren und Zitaten verlinkt werden.


Kontakt:
Doz. Dr. Michael Nentwich
Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Strohgasse 45/5
A-1030 Wien
T +43 1 51581-6583
mnent@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/ita


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