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20.04.2005

Netzwerk für ein umfassendes Bild unseres Sonnensystems

Österreichischer Weltraumforscher koordiniert die Erforschung der  Planeten durch simultane Beobachtung von Bodenstationen, von  erdumlaufenden Satelliten und Raumsonden



Helmut Rucker vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) koordiniert einen wichtigen Teilbereich des "European Planetology Network EUROPLANET" im 6. EU-Rahmenprogramm. Der Grazer Wissenschaftler ist für das Projekt mit dem Kürzel N3 ("Coordination of Earth-based and Space Observations") für die wissenschaftliche Erfassung der Planetenbeobachtung verantwortlich. Er koordiniert die Forschungsaktivitäten mittels Teleskopen und erdumlaufenden Satelliten unter Berücksichtigung der Daten von Raumsonden.

EUROPLANET startete offiziell am 1. Jänner dieses Jahres unter der Gesamtleitung von Michel Blanc (Observatoire Toulouse, Frankreich). Die konkrete Zusammenarbeit von rund 60 Institutionen und Laboratorien aus 17 europäischen Nationen setzt den ersten bedeutenden Meilenstein am 24. April 2005 im Theatersaal der ÖAW mit einer Generalversammlung. Die europäischen Weltraumforscher setzen sich zum Ziel, in den nächsten vier Jahren die Forschungsprojekte zum besseren Verständnis unseres Sonnensystems - derzeit allen voran die Erforschung des Saturn - zu unterstützen, aufeinander abzustimmen und effizienter zu gestalten.

"Es ist ungemein wichtig, zusätzlich zu spektakulären Missionen wie etwa Cassini/Huygens, bei der auch eine Sonde am Saturnmond Titan weich gelandet ist und für einige Stunden Daten gesammelt hat, die Planeten kontinuierlich mit Teleskopen zu beobachten", erläutert Helmut Rucker. Der Wissenschaftler vom ÖAW-Institut für Weltraumforschung ist selbst auch Co-Investigator im Rahmen der Grazer Beteiligung am NASA/ESA-Projekt der Cassini/Huygens-Mission. Beim neuen Forschungsnetzwerk N3 ist er u. a. dafür verantwortlich, dass erd- und satellitenbasierte Infrarot- und UV-Messungen der Saturn-Aurora aufeinander abgestimmt und in Zusammenarbeit analysiert werden. In weiterer Folge werden diese Ergebnissen mit jenen, die mit Hilfe von Cassini vor Ort gewonnen werden, verglichen. Neben dem Hubble-Space-Teleskop in der Erdumlaufbahn sind vor allem die Teleskope am Mauna Kea (z. B. das NASA/IRTF Teleskop auf Hawaii, USA) zu nennen, an dem auch europäische Forscher messen.

In erster Linie geht es im Forschungsnetzwerk EUROPLANET um die Entwicklung von Synergien und aufeinander abgestimmte Forschungsaktivitäten zwischen Raumsonden- und erdgebundenen Beobachtungen. Weiters werden Laborstudien und theoretische Simulationen mit dem Ziel einer umfassenden und besseren Kenntnis der Planeten unseres Sonnensystems koordiniert. Die im EU-Projekt EUROPLANET definierten sieben Koordinierungsaktivitäten betreffen u.a. den Austausch von Wissenschaftlern, die Organisation von Konferenzen und die Erstellung eines so genannten Integrierten Informationsservice bis hin zur Entwicklung eines "Virtuellen Europäischen Planeten-Observatoriums". Die Koordinierungsaktivität N3 "Coordination of Earth-based and Space Observations" unter der Leitung von Helmut Rucker nimmt durch die wissenschaftliche Erfassung der Planetenbeobachtung dabei eine zentrale Rolle ein.


Kontakt:
Univ.-Prof. Helmut O. Rucker
Institut für Weltraumforschung der ÖAW
Schmiedlstraße 6
A-8042 Graz
T +43 316 4120-601
rucker@oeaw.ac.at
www.iwf.oeaw.ac.at


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