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Präsentation eines sensationellen mittelalterlichen Schatzfundes

Im Rahmen eines Symposiums des ÖAW-Instituts für Realienkunde  des Mittelalters und der frühen Neuzeit werden Münzen  und Schmuckstücke aus 1000 Jahren vorgestellt



Eines der umfangreichsten mittelalterlichen Schatzensembles aus Münzen und Schmuckstücken - der Schatzfund von Fuchsenhof (Freistadt, OÖ) - wird am 29. Oktober 2004 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Aus diesem Anlass veranstaltet das Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gemeinsam mit den Oberösterreichischen Landesmuseen ein internationales Symposium zum Thema: "Vom Umgang mit Schätzen". Das Symposium findet von 28.-30. Oktober 2004 in Krems statt. Einer der Programmpunkte ist die Präsentation einer umfassenden Publikation über den Fund sowie die Ausstellungseröffnung im Münzkabinett der Oberösterreichischen Landesmuseen im Schlossmuseum Linz.

Das internationale Symposium widmet sich nicht nur dem Schatz von Fuchsenhof, sondern will die Vielfalt und Komplexität an Schatzauffassungen in den verschiedenen europäischen Gesellschaftsgruppen beleuchten. Die Beiträge der Vortragenden konzentrieren sich auf Europa zwischen 1200 und 1620. Im interdisziplinär geführten Diskurs geht es um soziale, geographische und zeitliche Differenzierungen in der Auffassung, was ein Schatz ist und welche Bedeutung ihm zukommt. Als Beispiele dienen unter anderen der Nibelungenhort in der deutschen Erzählliteratur des Mittelalters, Schätze im Umfeld von Kreuzzügen sowie Reliquien. Warum werden Schätze verborgen und warum ist es im ausgehenden Mittelalter verwerflich, sie mit magischen Mitteln zu suchen?

Der Schatz vom Fuchsenhof

Der Schatz vom Fuchsenhof wurde im Herbst 1997 gehoben und besteht aus über 6500 Silbermünzen sowie ca. 600 ebenfalls überwiegend aus Silber bestehenden Schmuckstücken bzw. Gusskuchen, Halbfabrikaten und "Hacksilber". Er wurde von der Gesellschaft der Förderer der Oberösterreichischen Landesmuseen erworben und zur wissenschaftlichen Bearbeitung und Ausstellung im Schlossmuseum zur Verfügung gestellt. In den Jahren 1998 bis 2004 konnten im Rahmen eines breit angelegten internationalen Forschungsprojektes die umfassende Dokumentation sowie die natur- und geisteswissenschaftliche Bearbeitung des Fundkomplexes durchgeführt werden. An den zahlreichen Untersuchungen waren Wissenschafterinnen und Wissenschafter unterschiedlicher Fachrichtungen (Archäologie, Epigraphik, Germanistik, Geschichte, Metallurgie, Numismatik, Realienkunde) aus Institutionen des In- und Auslandes beteiligt.

Die aus unterschiedlichen Teilen Europas kommenden Münzen und Schmuckstücke müssen - so die Wissenschafter - zwischen 1275 und 1278 in den Boden gelangt sein. Sie stammen aus einem Zeitraum von ungefähr 1000 Jahren: Es finden sich antike Stücke ebenso wie solche, die erst kurz vor dem Verbergungsdatum entstanden sind. Die Schmuckstücke sind in ganz unterschiedlichem Zustand überliefert: kunstvolle und halbfertige Produkte sind ebenso dabei wie bereits zerstörte und zum Wiedereinschmelzen vorbereitete Altstücke oder misslungene Fehlgüsse. Das Fundmaterial gestattet eine Fülle neuer Erkenntnisse: Der thematische Bogen spannt sich dabei von Fragen der Chronologie und geographischen Zuordnung über Probleme des historischen Münzumlaufs bis hin zu unserem Wissen um archäometallurgische Gegebenheiten oder hochmittelalterliche Feinschmiedetechnik. Die Ergebnisse liegen nun - in Wort und Bild dokumentiert - als Publikation vor, die den derzeitigen Wissenstand zusammenfasst und die Basis für künftige Forschungen bildet.


Veranstaltungshinweis Symposium "Vom Umgang mit Schätzen" 28.- 30. Oktober 2004:
http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_2604.html

Die Publikation: Der Schatzfund von Fuchsenhof / The Fuchsenhof Hoard / Poklad Fuchsenhof, herausgegeben von B. Prokisch und T. Kühtreiber (Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich, Folge 15; Verlag Bibliothek der Provinz, 954 Seiten, durchgehend bebildert, 69,- Euro)

Kontakt:
Dr. Elisabeth Vavra
Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Körnermarkt 13
3500 Krems/Donau
T: 02732 84793 24
Elisabeth.Vavra@oeaw.ac.at
http://www.imareal.oeaw.ac.at/

Büro für Öffentlichkeitsarbeit
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