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Ältestes Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erhält neuen Namen

Festveranstaltung am 29. Oktober 2004




Das Institut für Mittelenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das aus dem Institut für Radiumforschung hervorgegangen ist, wird in Stefan Meyer Institut für subatomare Physik umbenannt. Stefan Meyer war der Gründungsdirektor des Instituts für Radiumforschung, das 1910 mit Hilfe einer Stiftung von Karl Kupelwieser als erstes Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eröffnet wurde. Mit der Umbenennung ist eine neue Ausrichtung des wissenschaftlichen Programms des Instituts verbunden, die durch seinen derzeitigen Leiter, Prof. Paul Kienle, initiiert wurde.

Neue wissenschaftliche Ausrichtung des Stefan Meyer Instituts für subatomare Physik

Das Leitbild des Stefan Meyer Instituts für subatomare Physik kann mit "methodenorientierter und anwendungsoffener Grundlagenforschung, die zu wesentlichen Erkenntnissen führt" zusammengefasst werden. Das Institut arbeitet auf dem Gebiet der starken Wechselwirkung, neben Elektromagnetismus, Gravitation und der schwachen Wechselwirkung, eine der vier fundamentalen Naturkräfte. Es ist bei Experimenten an internationalen Forschungszentren beteiligt, wo grundlegende Fragen untersucht werden: Wie entsteht die Masse des sichtbaren Universums? Warum besteht das Universum aus Materie und nicht aus Antimaterie? Wie sind die fundamentalen Bausteine der Materie beschaffen?
Derzeit ist das Institut als Partner bei Projekten am LNF (Laboratori Nazionali di Frascati, Italien) und am PSI (Paul Scherrer Institut, Schweiz) sowie aufgrund der neuen wissenschaftlichen Ausrichtung auch an der GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung), Darmstadt, beteiligt. In Zukunft wird sich das Stefan Meyer Institut für subatomare Physik verstärkt an FAIR, dem Zukunftsprojekt der GSI Darmstadt, engagieren. Im Vordergrund steht dabei die Physik mit Antiprotonen. Mit FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) entsteht eines der größten Teilchenbeschleunigerzentren der Welt. Für die Experimente bei FAIR konnte das Institut bereits Fördermittel aus dem 6. Rahmenprogramm der EU einwerben.
Mit dieser Initiative und mit diesem neuen Forschungsschwerpunkt wird dem Ausbau der europäischen Forschungslandschaft Rechung getragen. Durch diese Beteiligung erhalten auch Studenten und angehende Wissenschafter Zugang zu erstrangigen internationalen Forschungszentren.
Unmittelbare praktische Anwendung findet die Forschung mit Teilchenbeschleunigern zum Beispiel in der Medizin. So wurde in jüngster Zeit gerade an der GSI eine neue Behandlungsmethode in der Krebstherapie mit Hilfe von Ionenstrahlen entwickelt. Medizinische Anlagen dieser Art sind bereits im Bau oder, wie zum Beispiel in Österreich, in der Planungsphase.


Stefan Meyer - Österreichischer Pionier der modernen Forschung


Der in Wien geborene Stefan Meyer (1872-1949) wird mit Recht als Pionier der modernen Kern- und Teilchenphysik in Österreich bezeichnet. Während seiner Direktorenschaft von 1910 bis 1938 erlangte das Institut für Radiumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das übrigens weltweit das erste Institut seiner Art war, international hervorragende Bedeutung. Stefan Meyer zählt neben Marie Curie und Ernest Rutherford zu den Pionieren der Radioaktivitätsforschung. Höhepunkt der internationalen Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen war seine Wahl zum Präsidenten der Internationalen Radium-Standard-Kommission im Jahre 1937.
Mit Viktor Hess und Georg v. Hevesy haben zwei Nobelpreisträger unter der Leitung von Stefan Meyer am Institut gearbeitet. Auf seine Anregung hin wandte sich Liese Meitner der Radioaktivitätsforschung zu. Mit der Benennung des Instituts nach Stefan Meyer ehrt die Österreichische Akademie der Wissenschaften das Andenken an einen ihrer hervorragendsten Gelehrten.


Festveranstaltung zu Ehren Stefan Meyers


Anlässlich der Neubenennung des Stefan Meyer Instituts für subatomare Physik, findet am 29. Oktober 2004 um 15:00 Uhr eine öffentliche Festveranstaltung im Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Sonnenfelsgasse 19) statt. Unter den zahlreichen Festrednern sich Hélène Langevin-Joliot, die Enkelin von Marie Curie sowie Pierre Radvanyi, der letzte Schüler von Irène Joliot-Curie. Ihre persönlichen Erinnerungen bringen uns die Pionierzeit der radioaktiven Forschung näher.
Am 29. Oktober 2004 um 11:00 Uhr findet außerdem die Enthüllung der Ehrentafel des Stefan Meyer Instituts statt (Boltzmanngasse 3). Neben Stefan Meyer, dem Namensgeber des neu benannten Instituts werden mit Viktor Hess, Georg v. Hevesy, Marietta Blau und Berta Karlik auch andere verdiente Wissenschaftler, die am Institut für Radiumforschung gewirkt haben, geehrt werden.


Fotos und mehr Informationen finden Sie unter:
www.oeaw.ac.at/smi/press

Programm der Festveranstaltung:
http://www.oeaw.ac.at/shared/news/2004/pdf/Festveranstaltung291004_2a.pdf

Kontakt:
Mag. Hermann Fuhrmann
Stefan Meyer Institut für subatomare Physik der ÖAW
Boltzmanngasse 3
1090 Wien
T +43-1-310 8616-45
hermann.fuhrmann@oeaw.ac.at
http://www.oeaw.ac.at/smi/


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