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22.06.2004

Sind Plattenbausiedlungen besser als ihr Image?

Forschungsprojekt "Plattenbausanierung in Wien und Bratislava"
am  ÖAW-Institut für Stadt- und Regionalforschung



Die Ergebnisse eines Studentenwettbewerbs zum Thema "Plattenbausiedlungen - moderne Wohnstätten von morgen" werden am 29. Juni 2004 im Ethnographischen Museum Schloss Kittsee im Burgenland präsentiert. Der Wettbewerb, der in Zusammenarbeit von Instituten der TU Wien, der TU Bratislava sowie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt wurde, ist Teil des Projekts "Plattenbausanierung in Wien und Bratislava", das unter Federführung des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) durchgeführt wird. Neben der Grundlagenforschung umfasst das von der EU geförderte Projekt Maßnamen, die den Wissenstranfer zwischen Forschern und Akteuren der Praxis erleichtern und so eine effiziente praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse ermöglichen sollen.

Der Studentenwettbewerb ist eine von mehreren Initiativen, die die Vernetzung von Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft, Architekten und Bewohnern verstärken sollen. Im Rahmen des Projekts ist für November 2004 ein Symposium geplant, bei dem erste wissenschaftliche Ergebnisse mit Konsulenten und Kooperationspartnern aus der Praxis erörtert werden. Eine internationale Konferenz im Jahr 2005 wird dem Meinungsaustausch mit Experten aus diversen europäischen Städten dienen, darüber hinaus soll die Umsetzung eines Pilotprojekts in Petrzalka diskutiert werden.

Plattenbauten: Historische Notwendigkeit und zukünftiges Potential
Zur Zeit ihrer Errichtung schienen die Plattenbausiedlungen sowohl in den westeuropäischen Industrieländern als auch in den ehemaligen sozialistischen Staaten den Zielen der Rationalisierung der Wohnungsproduktion, des Abbaus bestehender Wohnungsdefizite und der Erhöhung der Wohnqualität in idealer Weise zu entsprechen. Spätestens seit den 1980er Jahren wird ein europaweiter Diskurs zum Thema Großsiedlungen geführt. In der Folge wurden in vielen Plattenbausiedlungen europäischer Städte bautechnische und infrastrukturelle Verbesserungen durchgeführt und Maßnahmen im Kommunikationsbereich gesetzt.

Trotz bisheriger Nachbesserungsmaßnahmen weisen die Plattenbausiedlungen sowohl in Wien als auch in Bratislava noch immer zahlreiche Mängel auf: Monofunktionalität, mangelhafte städtebauliche, architektonische und technische Qualität der Siedlungen und Bauten, beispielsweise technische Gebäudemängel, gestalterische und funktionale Mängel bei Häusern und Freiflächen, weiters unzureichende Infrastruktur und Verkehrsverbindungen und die daraus resultierende Isolation der Wohnviertel. Die Plattenbausiedlungen haben aber auch ihre Qualitäten, etwa die großzügige Planung von Freiflächen, die zu untersuchen sind. Sind Plattenbausiedlungen besser als ihr Image?

Das ÖAW-Projekt "Plattenbausanierung in Wien und Bratislava"
Ziel des von der EU unterstützen Projekts ist es, das Phänomen der Plattenbausiedlungen in Wien und Bratislava umfassend und unter Berücksichtigung bautechnischer, städtebaulicher, architektonischer, gestalterischer, sozialer und umweltrelevanter Aspekte zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in Bratislava werden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der beiden Hauptstädte berücksichtigt und Finanzierungsmodelle für die ökonomische und soziale Revitalisierung von Plattenbausiedlungen durch öffentliche und private Investitionen analysiert. Inwieweit die Plattenbausiedlungen der 1960er bis 1980er Jahre die Anforderungen an das zeitgemäße Wohnen heute noch erfüllen können, welche Stellung diesen Wohnanlagen im heutigen und zukünftigen städtebaulichen Kontext zukommt und welche Korrekturen möglich sind, sind Fragen, die im Zuge des Projekts geklärt werden sollen.

Umsetzungsstrategien
In einem über die Grundlagenforschung hinaus gehenden Schritt werden die Ergebnisse zusammen mit österreichischen, slowakischen und tschechischen Konsulenten und Kooperationspartnern aus den Bereichen der Bauplanung und -wirtschaft sowie Wohnbaufinanzierung ausgewertet und anschließend Verbesserungsstrategien erarbeitet. Ein gemeinsames Aktionsprogramm "Jugendliche erforschen und gestalten ihre Wohnumwelt für Jugendliche aus Wien und Bratislava" soll dazu beitragen, die Bevölkerung verstärkt einzubeziehen, sie über die Ergebnisse zu informieren und dadurch vor allem in Bratislava zur einer positiven Meinungsbildung über die Notwendigkeit umfassender Sanierungsmaßnahmen beizutragen.

Termin:
Das Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW lädt ein zur Präsentation der Ergebnisse eines Studentenwettbewerbes im Rahmen des Projekts "Plattenbausanierung in Wien und Bratislava"

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Bratislava, Fakultät für Architektur, Institut für Architektur I, der Technischen Universität Wien, Institut für Architektur und Entwerfen, Abteilung für Wohnbau und Entwerfen und dem Institut für Bauwesen und Architektur sowie dem Institut für Ethnologie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften.

29. Juni 2004, 17:00 Uhr
Ethnographisches Museum im Schloss Kittsee, Burgenland

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung
Die Preisverleihung ist gleichzeitig Auftakt der Ausstellung "Plattenbausiedlungen - moderne Wohnstätten von morgen", die vom 29.Juni bis zum 31. August 2004 im Ethnographischen Museum Kittsee stattfindet.

Weitere Informationen zum Projekt Plattenbausanierung in Wien und Bratislava Bautechnische, architektonische und soziale Verbesserungen von Plattenbausiedlungen finden sich unter: http://www.oeaw.ac.at/isr/platte_wiba/.

Kontakt:
Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW
A-1010 Wien, Postgasse 7/4/2

Dr. Vera Mayer
Tel: + 43 (1) 51 581 - 3528
Fax: + 43 (1) 51 581 - 3533
E-Mail: vera.mayer@oeaw.ac.at

DI Christoph Gollner
Tel: + 43 (1) 51 581 - 3552
Fax: + 43 (1) 51 581 - 533
E-Mail: christoph.gollner@oeaw.ac.at

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http://www.oeaw.ac.at/isr

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