Suche      Home      Kontakt      Sitemap      Deutsch
08.01.2004

Suche nach den Ursprüngen der ethnischen und kulturellen Identitäten Europas

Neues ÖAW-Institut für Mittelalterforschung



Das neue ÖAW-Institut für Mittelalterforschung widmet sich der Erforschung der mittelalterlichen Grundlagen Europas. Mit 1. Jänner 2004 wurde die seit sechs Jahren bestehende Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in ein Institut - eine unbefristete ÖAW-Einrichtung - umgewandelt. Ziel des neuen Instituts für Mittelalterforschung unter Leitung von Doz. Dr. Walter Pohl ist die Erforschung der mittelalterlichen Grundlagen Europas. Innerhalb der ÖAW ist es damit Teil eines interdisziplinären Forschungsschwerpunktes, der die historischen und kulturellen Voraussetzungen der Entwicklung zum modernen Europa untersucht.

Ein zentrales Forschungsfeld des neuen Instituts ist die Herausbildung ethnischer und kultureller Identitäten im Europa des Mittelalters. Die Anfänge der Staaten und Völker Europas lagen im Früh- und Hochmittelalter. In späterer Zeit suchten vor allem die Nationen des 19. und 20. Jahrhunderts hier ihre Ursprünge. "Die Suche nach den Ursprüngen verbindet die Mittelalterforschung mit der Zeitgeschichte und den Interessen der Öffentlichkeit in der Debatte zwischen einem 'Europa der Nationen' und einer übernationalen Orientierung Europas", betont Institutsdirektor Walter Pohl. Eine wichtige Forschungsmethode sei hierbei die Untersuchung von "Texten und Identitäten", wobei ein großer Fundus handschriftlicher Überlieferungen bearbeitet wird, so der Wissenschaftler.

Weitere Kernbereiche des Instituts sind die Dokumentation und Herausgabe österreichischer Inschriften des Mittelalters sowie die Erforschung von Quellen zur Reichsgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters.

Mit 1. Jänner 2004 startete das Institut mit einem neuen Forschungsprojekt und zwar mit der Herausgabe (Faksimile, Text und Kommentar) des einzigartigen Schatzes von hunderten frühmittelalterlichen Original-Urkunden im Archiv von St. Gallen.

Weitergeführt werden die von der Forschungsstelle initiierten öffentlich zugänglichen Veranstaltungsreihen wie Werkstattgespräche, Workshops und Symposien. Der nächste Termin: Am 16. und 17. Jänner 2004 findet ein internationaler Workshop zum Thema "Hagiographische Überlieferung im Frühmittelalter - zwischen Niederschrift und Wiederschrift" statt.

Kontakt:
Doz. Dr. Walter Pohl
Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Prinz-Eugen-Strasse 8, A-1040 Wien
Tel +43-1-51581/7200 oder 7240
Fax +43-1-51581/7250
http://www.oeaw.ac.at/gema